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10. Juni 2024

Was passiert gerade in Asien-Pazifik?

Allgemeine Wirtschaftslage:

Heute gibt es 195 Länder auf der Welt. Sieht man von den nicht demokratisch regierten Ländern ab, ist 2024 ein großes Wahljahr für die Menschheit. In mehr als 64 Ländern werden demokratische Regierungen ihre neue Führung wählen. Wichtige Volkswirtschaften (und Demokratien) wie die USA, Europa, das Vereinigte Königreich, Indien und Indonesien haben bereits gewählt oder werden es bald tun. Noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit konnten so viele Menschen ihre Stimme abgeben und damit direkt Einfluss auf die Zukunft ihrer Nationen nehmen. Während der Wahlkampf in den USA auf Hochtouren läuft, haben die Europäer an diesem Wochenende ihre Stimme abgegeben. Frankreich und Deutschland sind stark nach rechts gerutscht. In Deutschland waren die größten Verlierer die eigentlichen Regierungsparteien unter der Koalition von Bundeskanzler Olaf Scholz: die SPD und die Grünen. Die FDP konnte sich mit einem fast unveränderten Ergebnis über Wasser halten. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen dies auf die europäische Ebene, den Green New Deal und nachfolgende Gesetze wie die EUDR haben wird.

Politik und Wirtschaft sind - gelinde gesagt - immer irgendwie miteinander verwoben.

Daher ist es nicht wirklich eine Überraschung, dass die Europäische Zentralbank gerade die Zinsen von 4,0 % auf 3,75 % gesenkt hat. Dies ist die erste Senkung seit September 2019. Die Kreditaufnahme für europäische Länder (und damit auch für Unternehmen) wird billiger, und die Hoffnung ist groß, dass dies zu mehr Wachstum führen wird. Ein netter Anreiz kurz vor den Wahlen - ein Schelm, wer Böses dabei denkt ;-)

Die US-Notenbank hingegen wird die Zinsen höchstwahrscheinlich unverändert im Korridor von 5,25% bis 5,50% belassen. Jerome Powell und sein Team beobachten jedoch genau die Entwicklung des BIP-Wachstums (das sich verlangsamt hat), der Inflation (die aufgrund der anhaltenden Preissteigerungen, insbesondere bei Lebensmitteln, nach wie vor Anlass zur Sorge gibt), der Beschäftigung (die bisher einen stabilen, starken Arbeitsmarkt widerspiegelt), der Verbraucherausgaben, des Handelsdefizits und der Unternehmensgewinne. Schnelle Zinssenkungen werden nicht wirklich erwartet.

Der Robusta-Markt ist aufgrund seiner entscheidenden Rolle in den weltweiten Kaffeemischungen nach wie vor ein zentrales Anliegen. Die Entwicklung der vietnamesischen Ernte ist in dieser Gleichung von entscheidender Bedeutung. Die aktuellen Klimamuster, die von El Niño und der sich abzeichnenden La Niña beeinflusst werden, werfen die Frage auf, wie sich der Zeitpunkt und die Menge der Niederschläge auf die nächste Ernte auswirken werden. Darüber hinaus verschärfen logistische Herausforderungen die Sorgen des Marktes. Auf den Schifffahrtsrouten rund um Afrika kommt es zu Verzögerungen, da die Schiffe den Angriffen im Roten Meer ausweichen müssen. Die rekordverdächtig niedrigen Lagerbestände und der Beginn der Frostsaison in Brasilien tragen ebenfalls zur Unsicherheit bei. All diese Faktoren halten beide Märkte in höchster Alarmbereitschaft, und Volatilität ist die neue Konstante.
Die internationalen Kaffeepreise für Arabica erlebten eine weitere bewegte Woche. Mit einer Handelsspanne von fast 20 c/lb erreichte der Monat Juli24 (KCN24) am Donnerstag mit 239,80 c/lb ein neues 8-Wochen-Hoch. Nach all der Action brachte eine massive Korrektur am Freitag die Preise jedoch wieder auf ein niedrigeres Niveau zurück, und die Woche schloss 1,1 % höher bei 224,80 c/lb.

Der Spot-Monat von Canephora (auch bekannt als Robusta RMK24) erreichte am Donnerstag mit 4.528 USD/MT ein neues Rekordhoch. Das klingt fast wie eine alte Leier, aber die Entwicklung der Robusta-Preise ist wirklich beispiellos. Zum Vergleich: Der Höchststand von Robusta am Donnerstag entspricht 205 c/lb. Das ist nur 20 c/lb bis 30 c/lb billiger als die internationalen Arabica-Preise. Die berechtigte Frage ist, ob Robusta die Kaffeebörsen jetzt anführt, und die kurze Antwort lautet ja: zumindest seit einigen Monaten. Die Woche schloss 3,8 % höher bei 4.275 USD/MT.

Die wöchentliche Preisentwicklung ist in der nachstehenden Tabelle zu sehen.

Indonesien

In Sumatra lösten heftige Regenfälle eine Sturzflut und einen kalten Lavastrom vom Mount Marapi aus, einem aktiven Vulkan im Padang-Hochland von Westsumatra. Der Vorfall forderte mindestens 37 Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Der rund 2 800 Meter hohe Marapi ist im vergangenen Jahrhundert elfmal ausgebrochen.

Für die Ernte 2024/2025 wird ein Wiederanstieg der Kaffeeproduktion auf etwa 11 Millionen Sack erwartet. Es wird davon ausgegangen, dass dieser Produktionsanstieg auch zu einem Anstieg der Exporte von 4,3 Millionen auf 6 Millionen Sack führen wird. Darüber hinaus wird ein erheblicher Anstieg des Inlandsverbrauchs prognostiziert, der in erster Linie auf das stabile Wirtschaftswachstum und den wachsenden Kaffeemarkt zurückzuführen ist.

Im Allgemeinen waren die klimatischen Bedingungen in allen Kaffeeregionen günstig. In Sumatra ist die Zwischen-Ernte (Fly-Crop) abgeschlossen und die Lagerbestände der lokalen Händler sind rückläufig.

Auch die Lieferungen von Canephora (Robusta) nehmen zu. Die starke Nachfrage treibt die Preise in die Höhe, und die Trockenmühlen sind damit beschäftigt, den gesamten eingehenden Kaffee zu verarbeiten.

Aus dem Hafen von Lampung gibt es keine nennenswerten Nachrichten.

Indien

Nach fast zweimonatigen Wahlen wurde Narendra Modi als indischer Premierminister vereidigt und schrieb Geschichte, indem er für eine dritte Amtszeit in Folge gewählt wurde. In Indien, der größten Demokratie der Welt, gab es Milliarden von Wählern und über eine Million Wahllokale. Interessanterweise gilt die große Zahl auch für die politischen Kandidaten: eine Rekordzahl von 744 politischen Parteien mit unterschiedlichen Ideologien und Vorschlägen nahm an den Wahlen teil.

In Indiens Hauptstadt Delhi sowie in den nördlichen und zentralen Regionen sorgen schwere Hitzewellen für extreme Temperaturen. Delhi erreichte einen vorläufigen Rekord von 52,3°C. In der Hauptstadt wurde auch der erste Todesfall infolge der Rekordhitze gemeldet.

Mitten in der Hitze hat in einigen Teilen Indiens, wie etwa in Kerala an der tropischen Malabarküste, die Monsunzeit begonnen. Die Monsunisierung des Kaffees hat also bereits begonnen. Es wird erwartet, dass die ersten Verschiffungen von Monsun-Kaffee gegen Oktober stattfinden werden.

In Erwartung höherer Preise halten die Farmer ihre Kaffees zurück und geben nur kleine Mengen ab. Die Nachfrage nach Robusta, einschließlich der niedrigeren Qualitäten, ist weiterhin hoch.

Von den Häfen gibt es bisher keine nennenswerten Neuigkeiten.

Vietnam

Die Hitzewelle in Vietnam und der Mangel an Niederschlägen waren entscheidende Faktoren, die die Kaffeepreise beeinflusst haben. Dennoch haben in den letzten Wochen die dringend benötigten Regenfälle das zentrale Hochland in Dak Lak, Lam Dong und Kontum erreicht. Die Hauptstadt Hanoi leidet immer noch unter der übermäßigen Hitze, aber glücklicherweise wird hier für die nächsten Tage Regen vorhergesagt.

Trotz der Dürre wird die vietnamesische Kaffeeproduktion für 2024/2025 mit voraussichtlich 29 Millionen Sack stabil bleiben.

Das Land befindet sich derzeit in der Zwischensaison, wobei die Robusta- und Arabica-Ernte voraussichtlich im Oktober beginnen wird. Derzeit ist der lokale Markt ruhig. Angesichts der steigenden Preise bringen Farmer und Händler nur wenig Kaffee auf den Markt.

Abgesehen von den anhaltenden Problemen am Roten Meer gibt es keine wesentlichen Neuigkeiten aus dem Hafen.

Papua Neuguinea

Papua-Neuguinea wird weiterhin von Regenfällen heimgesucht. Kürzlich zerstörte ein Erdrutsch über 100 Häuser im Hochland von Enga im Norden der Insel. Es wurden über 2.000 Opfer gemeldet. Die Wiederaufbauarbeiten sind derzeit im Gange.

Inmitten der Tragödie und der logistischen Herausforderungen, die der Regen mit sich bringt, kommt die Ernte nur langsam voran. Der Regen verzögert die Reifung der Kirschen, behindert die Ernte und verlangsamt die Parchment-Lieferung an die Trockenmühlen. Daher sind die Prognosen für Größe und Qualität der Ernte zum jetzigen Zeitpunkt noch unsicher.

Keine nennenswerten Nachrichten aus dem Hafen von Lae.

Produktionsstatistik Asien Pazifik

 

 

03. Juni 2024

Was passiert gerade in Ost-Afrika?

Allgemeine Nachrichten

Trotz aller drohenden Mehrfachkrisen wächst die Weltwirtschaft weiter. Das ist eine gute Nachricht, denn sie zeigt, dass die Abhängigkeit von einer einzelnen starken Wirtschaft nicht so groß ist. Die US-Wirtschaft zum Beispiel verlangsamt sich nach einer starken Leistung im Jahr 2023, während andere große asiatische Volkswirtschaften wie China, Indien und Japan sich im ersten Quartal 2024 erholten. Europa ist immer noch in der Mitte gefangen und erwartet für dieses Jahr nur ein geringes Wachstum. Die Europäische Zentralbank (EZB) plant diese Woche eine Zinssenkung, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.

In Südafrika wurde gewählt, und es sieht so aus, als ob Nelson Mandelas alte Partei, der ANC, zum ersten Mal seit 1994 seine Mehrheit im Parlament verlieren wird. Der ANC hat seit 1994 jede Wahl gewonnen, aber diesmal wird er weniger als 50 % der Stimmen erhalten. Die Südafrikaner haben jedoch offensichtlich genug von weiteren Korruptionsskandalen und der anhaltenden wirtschaftlichen Misswirtschaft des letzten Jahrzehnts. Die Verhandlungen zwischen den Parteien haben begonnen.

Auch Europa bereitet sich auf seine Wahlen vor. Die Hoffnung ist groß, dass eine realitätsnahe Partei die Kontrolle übernimmt und den Pragmatismus zurückbringt, indem sie die gefürchtete EU-Bürokratie abschafft. Ideen sind willkommen! Die Top 5 und in der Tat kontroversen Themen, die sich die Wähler in der EU wünschen, sind:

1. Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung
2. Öffentliche Gesundheitsversorgung
3. Unterstützung der Wirtschaft und Schaffung neuer Arbeitsplätze
4. Verteidigung und Sicherheit der EU
5. Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels

Aus der Sicht eines bescheidenen Kaffeehändlers wäre schon die Streichung der EUDR ein großer Erfolg im bürokratischen Chaos der EU, denke ich. Manchmal ist weniger mehr.

Unsere Gedanken sind bei den Opfern des Hochwassers in Süddeutschland und den Menschen, die von den Tornados und Unwettern in Texas, USA, betroffen sind. Extreme Wetterereignisse zeigen ihre zerstörerische Kraft weltweit simultan.

Unser geliebtes tägliches kleines Frühstücksvergnügen mit einem Glas frischen Orangensaft und einer heißen Tasse Kaffee könnte bald ziemlich teuer werden. Aufgrund der extremen Regenfälle in Südbrasilien sind die Preise für Orangensaft in die Höhe geschnellt. Und denkt erst gar nicht daran, nach einem langen Geschäftsessen einen exzellenten Espresso mit einer Mousse au Chocolat als Dessert zu genießen - die Kakaopreise klettern wieder in Richtung der Höchststände von April/Mai. Nun... es gibt allerdings eine Ausnahme: ihr könntet euer Frühstück, Mittag- und Abendessen mit etwas Zucker verfeinern. Die Preise für diesen Rohstoff sind seit April gefallen... wenigstens ein wenig erschwingliche Süße in Zeiten erstaunlicher Volatilität und hoher Preise. Woher kommt all die Nervosität an den Märkten? Es sieht so aus, als ob sich veränderte Wettermuster tatsächlich auf die landwirtschaftliche Produktion auswirken, aber warum ist das wirklich überraschend? Schließlich warnen Wissenschaftler schon seit Jahren vor diesem Phänomen. Es sieht so aus, als ob der Homo Sapiens nicht so sapiens ist, wie er es vorzugeben scheint, und seine Konsumgewohnheiten nur durch die Kraft von Mutter Natur ändern wird.

Die internationalen Kaffeepreise für Arabica in New York (KCN24) haben eine weitere sehr lebhafte und äußerst volatile (kurze) Woche hinter sich. Nach den Feierlichkeiten zum Memorial Day am Montag schoss der Markt am Dienstag in einer wahrhaft atemberaubenden Bewegung um 13 ct/lb in die Höhe. Im weiteren Verlauf der Woche erholte er sich wieder, brach aber schließlich am Freitag, nachdem er ein neues 6-Wochen-Hoch (237,75 c/lb) erreicht hatte, wie ein Soufflé zusammen und schloss die Woche mit einem moderaten Plus von 1,9 % bei 222,35 c/lb.


Die internationalen Canephora-Preise (auch Robusta genannt) setzten ihren stetigen Aufwärtstrend fort und erreichten am Donnerstag ein neues Kontrakthoch (4.388 USD/MT). Nach dem Rückgang der Arabica-Preise geriet jedoch auch Robusta unter Druck und schloss am Freitag mit 4.120 USD/MT, aber immer noch mit einem Gewinn von fast 6 % gegenüber der Vorwoche.

Wir nähern uns der Frostperiode in Brasilien, und Vietnam hofft immer noch auf ausreichend Regen. Bei dieser starken Wetterabhängigkeit ist es nicht verwunderlich, wenn es in New York und London zu weiteren Kapriolen kommt - bleibt dran!

In der Tabelle unten findet ihr unsere wöchentlichen Updates.

Äthiopien

Die abtrünnige somalische Provinz Somaliland ist bestrebt, ein umstrittenes Abkommen mit Äthiopien abzuschließen, das die Anerkennung als unabhängiger Staat durch Addis Abeba bedeuten würde. Als Gegenleistung für die Anerkennung durch Äthiopien würde Somaliland einen 20 km langen Meereszugang für 50 Jahre verpachten, was Äthiopien den Bau eines Militärstützpunkts an seiner Küste ermöglichen würde. Der starke Widerstand Somalias gegen dieses Abkommen könnte die ohnehin schon angespannten Beziehungen zu Äthiopien weiter belasten.

Das Wetter in Addis Abeba ist sonnig und trocken. Für Sidamo und Yirgacheffe werden dagegen bewölkte Tage und Regen vorhergesagt.

Äthiopien befindet sich derzeit in der Übergangszeit, in der die Ernteaktivitäten etwa im Januar enden und fünf bis sechs Monate später wieder beginnen. Die Haupttätigkeit liegt derzeit bei den Trockenmühlen, die mit dem Sortieren, Reinigen, Schälen und Klassifizieren von Kaffee für den Export sehr beschäftigt sind.

Die lokalen Preise steigen. Gleichzeitig gibt es in dem Land Finanzierungsengpässe aufgrund einer neuen Verordnung, die Bargeldtransfers vor dem Transport des Kaffees nach Addis regelt.

Die Krise am Roten Meer wirkt sich weiterhin auf die Logistik in Äthiopien und Ostafrika aus und führt zu Engpässen bei den Containern und erhöhten Transportkosten. In Addis Abeba hat der Mangel an 20-Fuß-Containern zur Verwendung von 40-Fuß-Containern geführt. Trotz der Herausforderungen hat sich der Warenfluss nach Dschibuti leicht verbessert, hat aber noch einen großen Nachholbedarf.

Kenia

Die jüngsten schweren Regenfälle haben in Kenia und Tansania zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Darüber hinaus hat die kenianische Regierung vor dem ersten Zyklon (Hidaya) gewarnt, den das Land je erlebt hat. Nach Angaben des kenianischen Wetterdienstes wird Nairobi voraussichtlich zu den Gebieten gehören, die am stärksten von dem Sturm betroffen sein werden. Die Bewohner, die in der Nähe von Gewässern leben, wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen.

Ähnlich wie in Äthiopien bleiben die lokalen Preise aufgrund der jüngsten Rallye auf dem NY-Markt hoch. Die stetige Nachfrage hat ebenfalls dazu beigetragen, die Preise auf einem hohen Niveau zu halten. Letzte Woche fand an der Nairobi Coffee Exchange der 27. Versteigerung der Saison 23/24 statt, und für morgen, den 7. Mai, ist die 28 geplant.

Aufgrund der starken Regenfälle musste ein Teil der Ladung vom Hafen von Mombasa in das Containerdepot im Landesinneren von Nairobi evakuiert werden.

Tansania

Auch Tansania war wegen des tropischen Wirbelsturms Hidaya in höchster Alarmbereitschaft. Der Sturm verursachte in den Küstengebieten stärkere Regenfälle als normal, aber glücklicherweise wurden keine Opfer oder Schäden gemeldet. Insgesamt sind in Tansania mehr als 150 Menschen durch Überschwemmungen und Erdrutsche ums Leben gekommen, die durch sintflutartige Regenfälle im Zusammenhang mit dem El-Niño-Wetterphänomen ausgelöst wurden.

In der nördlichen Region Kagera wird demnächst die Robusta-Ernte beginnen. Wie wir hören, sind die Produktionsaussichten positiv. Gleichzeitig kann in Mbeya und Ruvuma im Süden des Landes die Arabica-Ernte jeden Moment beginnen.

Aus dem Hafen von Dar es Salaam liegen keine nennenswerten Nachrichten vor.

Ruanda

In Ruanda herrschen günstige Wetterbedingungen. Kigali meldet sonnige und warme Tage, ähnlich wie in den Regionen Huye und Nyamagabe im Südwesten. Auch in den östlichen Regionen ist das Wetter sonnig.

Die Ernte geht in die Endphase, es sind nur noch etwa 10 % der Ernte zu ernten. Das Ende der Aktivitäten wird für Mitte Juni prognostiziert. Das Wetter ist nun besser für die optimale Trocknung des Pergaments, das nun zu fließen beginnt und die Trockenmühlen erreicht.
Die lokalen Preise für Kirsche befinden sich derzeit in einem Aufwärtstrend.

Uganda

Wie Kenia und Tansania ist auch Uganda von der El-Niño-Wetterlage betroffen, die zu weitreichenden Überschwemmungen geführt hat. In Kampala sagen die Prognosen derzeit teilweise sonnige Tage mit einigen Gewittern voraus. In der Region Mt. Elgon im Osten werden starke Regenfälle erwartet.

Die Robusta-Ernte kommt gut voran, und der Kaffee erreicht allmählich Kampala. Die Aussichten für diese Ernte sind vielversprechend, da das Wetter während der Entwicklung der Ernte recht günstig war.

Die Uganda Coffee Development Authority (UCDA) berichtete, dass Ugandas Kaffeeexporte im April 2024 fast 391.000 Sack erreicht haben. Dies bedeutet einen Anstieg der Menge um etwa 5 % im Vergleich zum gleichen Monat des letzten Jahres. Der Anstieg ist auf höhere Robusta-Exporte zurückzuführen, während die Arabica-Exporte aufgrund einer geringeren Ernte in der Elgon-Region zurückgingen.

27. Mai 2024

Was passiert gerade in Zentral-Amerika?

Allgemeine Wirtschaftslage:

Die weltweite geopolitische Lage ist weiterhin nahezu unverändert. Putins Invasion in der Ukraine geht weiter, aber offenbar gibt es erste Anzeichen für die Aufnahme von Friedensverhandlungen seitens der russischen Seite. Die Bedingungen dieses Friedensvertrages werden maßgeblich für seinen Erfolg sein. Wird die Ukraine den geforderten "Preis" akzeptieren, oder ist dies einfach unrealistisch?

Israel kämpft weiter gegen die Hamas im Gazastreifen und versucht, die verbleibenden Geiseln zu befreien. Der internationale Druck auf Israel, den Krieg einzustellen, hat in den letzten Wochen zugenommen. Die Zivilgesellschaft in Gaza leidet unter den israelischen Angriffen, aber auch unter der Tatsache, dass sich die Hamas unter ziviler Infrastruktur versteckt und ihre eigenen Leute als menschliche Schutzschilde benutzt. Es gibt zweifelsohne keine einfache Antwort auf diese sehr komplexe und uralte Problematik. Die Houthi-Rebellen setzen ihre Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer fort und zwingen die Reedereien, diese Hochrisikoregion zu meiden und ihre Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika umzuleiten. Die Transitzeiten für Kaffee aus Ostafrika und dem asiatisch-pazifischen Raum verlängern sich erheblich - nicht nur, weil die Reise nun länger dauert, sondern auch, weil sich die Angriffe der Houthi kaskadenartig auf die Schiffsdisposition und die Verfügbarkeit von Containern auswirken und die internationalen Lieferketten in Bedrängnis bringen.

Die internationalen Kaffeemärkte in New York (Arabica) und London (Canephora-Robusta) leiden weiterhin unter den Wetternachrichten. In Vietnam gab es vereinzelte Regenfälle, aber einige Berichte prognostizieren eine etwas schlechtere Ernte, da das trockene Wetter bereits die Kaffeebäume geschädigt hat.

In der größten brasilianischen Kaffeeanbauregion Minas Gerais hat es nun schon die vierte Woche in Folge nicht geregnet. Zu dieser Jahreszeit ist es ohnehin relativ trocken, aber bei der weltweit angespannten Angebots- und Nachfragesituation fällt dies noch einmal verstärkt auf. In ihrer zweiten Umfrage zur Kaffeeernte meldet die brasilianische Versorgungsagentur Conab einen Anstieg der Arabica-Produktion um 5,9 % auf 42,11 Millionen Sack. Dies sollte auf dem Markt als bearishe Nachricht gewertet werden, aber die Realität - sowohl in New York als auch in London - hat die Nachrichten anscheinend anders interpretiert. Am Donnerstag erreichten die Arabica-Preise (KCN24) ein neues 3-Wochen-Hoch (221,80 c/lb), und der Markt schloss die Handelswoche am Freitag mit 218,25 c/lb, was einem Plus von 5,6 % entspricht.

Auch die Robusta-Preise (RMN24) legten in der vergangenen Woche massiv um 10,6 % zu. Nach einem anfänglichen Erholungsmoment gewann der Markt an Schwung und stieg in zwei aufeinanderfolgenden Sitzungen weiter an und schloss am Freitag bei 3.892 USD/MT.
Beide Märkte haben sich in der vergangenen Woche deutlich aufwärts bewegt und freuen sich nun über einen freien Tag. Heute bleiben sie geschlossen. Wir hoffen auf etwas Ruhe und entspanntere Handelstage, aber die allgemeine Unsicherheit hält die Märkte volatil.

Wir sind noch dabei zu ergründen, ob der aktuelle Preis die grundsätzlich angespannte Angebots- und Nachfragesituation widerspiegelt oder Teil eines umfassenderen Run auf Rohstoffe ist. Dieses Diagramm zeigt deutlich die Entwicklung der letzten 12 Monate an den Terminmärkten. Kakao (+228,65%!!!) und Orangensaft (+73,81%!!) verzeichnen eine überdurchschnittliche Kursentwicklung und führen das Feld an. Kaffee liegt auf Platz 8 in einer Gruppe von Rohstoffen mit einem Preisanstieg von über 20 %(!) im letzten Jahr.


Quelle: finviz.com

Die folgende Tabelle gibt einen vollständigen Überblick über die Entwicklung von Kaffee. Wir aktualisieren diese Tabelle wöchentlich.

Nachrichten aus dem Ursprung

Zu Beginn des Monats fanden in Panama Präsidentschaftswahlen statt, ein wichtiges Ereignis in der Politik des Landes. José Raúl Mulino, der Kandidat der Partei "Salvar Panamá", ging mit 34,41 % der Stimmen als Sieger hervor. Sein Sieg, der vom Präsidenten des Wahltribunals bestätigt wurde, markiert ein neues Kapitel in der politischen Geschichte Panamas. Obwohl er in den Umfragen als Favorit galt, begann Mulino seine Präsidentschaftskarriere erst vor wenigen Monaten, als er den ehemaligen Präsidenten Ricardo Martinelli ablöste, der wegen Geldwäscherei-Vorwürfen disqualifiziert worden war.

Die US Oceanic and Atmospheric Administration Agency (NOAA) warnte, dass diese Hurrikansaison mit bis zu 17 bis 25 benannten tropischen Stürmen in der kommenden Saison historisch schlecht sein könnte. Acht bis dreizehn der Stürme haben das Potenzial, zu Hurrikanen zu werden, und etwa die Hälfte von ihnen könnte zu Hurrikanen der Kategorie 3 oder höher anwachsen. Das ist das Doppelte der üblichen Anzahl. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist die globale Erderwärmung die Hauptursache für diese klimatische Veränderung. Die NOAA wird im August einen aktualisierten Bericht veröffentlichen.

In einem lang erwarteten Schritt hat Costa Rica seine letzten beiden öffentlichen Zoos geschlossen, nachdem es 11 Jahre lang um ein Gesetz aus dem Jahr 2013 gestritten hatte, das die Gefangenschaft von Wildtieren verbietet. Die Tiere wurden in Tierheime und Auffangstationen umgesiedelt, wo sie eine bessere Lebensqualität und ähnliche Bedingungen wie ihre Artgenossen in freier Wildbahn vorfinden werden. Mit dieser Entscheidung, die das Engagement Costa Ricas für den Schutz der Wildtiere unterstreicht, ist das Land das erste der Welt ohne einen nationalen Zoo.

Das heiße Wetter setzt der Region weiterhin zu.

In Mexiko hat die extreme Hitze nach Angaben des Gesundheitsministeriums Dutzende von Todesopfern gefordert, und es wird erwartet, dass die Temperaturen weiter steigen werden.

In der Industriehauptstadt von Honduras, San Pedro Sula, werden Temperaturen von bis zu 38°C vorhergesagt. Hohe Temperaturen werden auch aus Guatemala und Nicaragua gemeldet. Vereinzelte Regenfälle signalisieren endlich die Ankunft der Regenzeit. Diese Regenfälle sind in den Erzeugerregionen gleichmäßiger ausgefallen, und die Blüte soll gut verlaufen sein.

Gegenwärtig befinden wir uns in Zentralamerika in der Zeit zwischen den Kaffee-Ernten. Die Verfügbarkeit von Kaffee in der Region ist eher gering. In Honduras ist auf dem heimischen Markt nur wenig Kaffee erhältlich. In Nicaragua sind noch einige begrenzte Mengen zu finden, aber das Hauptaugenmerk liegt jetzt auf der Verschiffung der Bohnen. Die Trockenmühlen sind voll ausgelastet und sind damit beschäftigt, den Kaffee zu schälen, zu sieben, zu sortieren und zu verkosten, um ihn für den Export vorzubereiten.

Der Panamakanal, der immer noch von der Dürre und dem Wetterphänomen El Niño betroffen ist, meistert nach und nach seine Schwierigkeiten. Mitte Mai wurde das tägliche Transitlimit für Schiffe von 27 auf 31 erhöht.

Produktionsausblick für Zentralamerika

 

 

21. Mai 2024

Was passiert gerade in Süd-Amerika?

Allgemeine Wirtschaftslage:

In unserer komplexen Finanzwelt kann eine geringfügige Änderung der Zinssätze eine Kettenreaktion auslösen, die auf dem vergleichsweise kleinen Kaffeemarkt eigentlich nur dann zu beobachten ist, wenn eine größere Naturkatastrophe, wie etwa ein Frost in Brasilien oder eine Dürre in Vietnam, ausbricht. In seiner letzten Pressekonferenz nach der Sitzung deutete der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, an, dass es "unwahrscheinlich ist, dass der nächste Zinsschritt eine Anhebung sein wird".

Doch nun wurde Jerome Powell positiv auf COVID-19 getestet. Wir hoffen, dass er sich schnell erholt und seine scharfe Einschätzung der US-Wirtschaft nicht unter postviralen Störungen leidet.

Auch die Zentralbank der Europäischen Union und die Bank of England haben ihre Zinssätze unverändert gelassen.

Die internationalen Kaffeepreise in New York (Arabica) und London ("Robusta") erlebten eine Woche der Unklarheit. Im Mittelpunkt standen wichtige Wettermeldungen, die möglicherweise die Kaffeeproduktion in Brasilien und Vietnam beeinträchtigen könnten. Das Vorhandensein ausreichender Regenfälle, insbesondere in den Kaffeeregionen, war eine der Hauptsorgen.

Brasilien ist zweifellos das Zugpferd, wenn es darum geht, die zertifizierten Börsen-Bestände wieder aufzufüllen. Im April wurden mehr als 4 Millionen Säcke exportiert, und auch der Mai wird voraussichtlich die Schwelle von 4 Millionen Säcken überschreiten. Einiges hiervon wurde an die Börse geliefert. Dies sind Rekordzahlen und zeigen deutlich die Stärke der Brasilianer. Wir sind gespannt auf die neuesten Insider-Informationen über die nächste brasilianische Ernte, die während des Treffens diese Woche in Santos sicherlich bekannt gegeben werden.

Die Arabicapreise schwankten in dieser Woche zwischen 195 und 205 c/lb. Die bevorstehende Ernte in Brasilien und die vorherrschenden Wetterbedingungen sind die Hauptfaktoren, die diese Preise beeinflussen. Der New Yorker Markt schloss am Freitag bei 206,70 c/lb, was einem Anstieg von 2,8 % gegenüber der Vorwoche entspricht. Da am Montag, dem 27. Juni, in den USA ein Feiertag ist, wird in New York mit einer kurzen Handelswoche gerechnet.

Robusta hatte Mühe, eine klare Richtung zu finden, und pendelte zwischen 3.524 $/MT (Höchststand) und 3.356 $/MT (Tiefststand), um schließlich am Freitag die Woche mit einem Plus von 2,3 % bei 3.518 $/MT zu beenden.

Ein schneller Blick auf die unten stehende Tabelle lohnt sich. Wir aktualisieren sie wöchentlich. Sie spiegelt die Volatilität und Entwicklung des Kaffeemarktes wider.

 

Brasilien

Die Fußballweltmeisterschaft der Frauen wird zum ersten Mal in Südamerika ausgetragen. Brasilien wurde als Gastgeber für die Ausgabe 2027 des Fußballturniers ausgewählt, das in seiner vorherigen Ausgabe von Australien und Neuseeland ausgerichtet wurde.

Was das Wetter betrifft, so haben sintflutartige Regenfälle in Brasilien zu weitreichenden Überschwemmungen und Schlammlawinen im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul geführt, die fast 150 Gemeinden betrafen, Tausende von Menschen vertrieben und mindestens 29 Todesopfer forderten. Fast drei Wochen nach den ersten Regenfällen wird berichtet, dass das Wasser immer noch hoch steht. Die Behörden warnen, dass es noch Wochen dauern könnte, bis die Fluten zurückgehen, vor allem, wenn es weiter regnet.

Die klimatischen Bedingungen sind günstiger, wenn man sich in die zentraleren Regionen begibt.

Die Bauern konzentrieren sich auf die Ernte, die vor allem bei Conilon immer mehr an Fahrt gewinnt. Da der Schwerpunkt auf der neuen Ernte und ihrer Qualität liegt, ist der Kaffeefluss weiterhin eher langsam.

Die lokalen Preise für Arabica und Conilon bleiben mehr oder weniger stabil, aber die Verkäufer heben ihre Preiserwartungen langsam an, und die Käufer zögern, große Käufe zu tätigen, was zu kleineren Transaktionsvolumina führt.

Im brasilianischen Hafen von Santos gibt es weiterhin logistische Probleme. Die Exporteure haben weiterhin mit Verzögerungen und einem Mangel an Containern zu kämpfen, was zu zusätzlichen Kosten und längeren Lieferzeiten führt. Hoffen wir, dass die internationale Delegation, die diese Woche am XXIV. Internationalen Kaffeeseminar in Santos teilnimmt, trotz einiger Liter Caipi die fehlenden Container finden wird ;-)

Kolumbien 

Kolumbien hat in den letzten Apriltagen einen großen Verlust erlitten: Carlos Castañeda, der Schauspieler, der den kultigen Juan Valdez darstellte, ist verstorben. Wie die Federación Nacional de Cafeteros mitteilte, starb Castañeda im Alter von 58 Jahren nach einer Herzoperation in Medellín. Er verkörperte Juan Valdez 20 Jahre lang und vertrat die kolumbianischen Kaffeebauern bei internationalen Kaffeeveranstaltungen, darunter die diesjährige SCA Expo in Chicago.

Nach einer langen Dürreperiode hat es im ganzen Land endlich den so dringend benötigten Regen gegeben. Diese Veränderung ist Teil des Übergangs von El Niño zu La Niña, der durch kälteres Wetter und vermehrte Niederschläge gekennzeichnet ist. Im Allgemeinen sind die Wetterbedingungen in den Kaffeeanbaugebieten günstig.

In Regionen wie Caldas und Quindio in der Eje Cafetero kommt die Zwischen-Ernte (Mitaca) langsam in Schwung, während im Süden, in Cauca, Nariño und einem Teil von Huila, die Haupt-Ernte im Gange ist. Der Kaffee fließt in Strömen, und es wird erwartet, dass mit dem Fortschreiten der Ernte und dem Eintreffen des Kaffees in den Trockenmühlen weitere Aktivitäten folgen.

Angetrieben von den internationalen Marktpreisen sind auch die lokalen Preise hoch und motivieren die Erzeuger zum Verkauf.

Die logistischen Abläufe in den kolumbianischen Karibikhäfen Cartagena und Santa Marta verlaufen weiterhin reibungslos. Auch aus dem Hafen von Buenaventura an der Pazifikküste gibt es keine wesentlichen Neuigkeiten.

Peru

Die Wetterbedingungen sind in ganz Peru gut. In der nördlichen Region Piura erreichen die Temperaturen bis zu 30°C, während in den Nachbarregionen Cajamarca und Amazonas milderes Wetter mit sporadischem Regen herrscht. Dies ist ein großer Unterschied zu Süd-Peru. In Puno z. B. scheint die Sonne ausgiebig, aber die Temperaturen sollen bis auf -1°C fallen.

Die Erntearbeiten kommen gut voran und werden voraussichtlich im Juni/Juli ihren Höhepunkt erreichen. Aufgrund von Problemen mit dem Kaffeeblattrost wird die Gesamtproduktion voraussichtlich etwas geringer ausfallen als im letzten Jahr. Das Parchment gelangt zu den Trockenmühlen, wo es gereinigt, geschält, sortiert und für die Lagerung und den Export vorbereitet wird.

Aus den Häfen von Callao und Paita gibt es keine aktuellen Informationen.

Kaffeeproduktion in Südamerika

 

 

13. Mai 2024

Was passiert gerade in Asien-Pazifik?

Allgemeine Wirtschaftslage:

Nach einer soliden Abwärtsbewegung in den letzten zwei Wochen hatten wir in Europa eine kurze Handelswoche, die mit einer Konsolidierungsphase an beiden Kaffeebörsen einherging.
Die Kombination aus Regenfällen in Vietnam und Brasilien, dem Wiederanstieg der zertifizierten Börsen-Lagerbestände von ihren historischen Tiefstständen und einem erheblichen Ausverkauf durch Investmentfonds hatte die Kaffeepreise deutlich nach unten getrieben, ebenso wie andere Rohstoffe wie beispielsweise Kakao.
Die Arabica-Preise stoppten die Abwärtskorrektur und konsolidierten sich in einer Preisspanne von 195 c/lb bis 200 c/lb. Der Markt schloss die Woche fast unverändert bei 201,15 c/lb. Nach einer derartigen Achterbahnfahrt in den letzten Monaten ist es nicht überraschend, dass sich der Markt nun ein wenig erholt und nach einer klaren neuen Richtung sucht.
Die internationalen Robusta-Preise erholten sich im Laufe der Woche ebenfalls und sind immer noch dabei, die massiven Bewegungen von den historischen Höchstständen von 4.338 USD/MT auf den Schlusskurs vom Freitag von 3.440 USD/MT zu verdauen. Die Woche schloss fast 3 % niedriger als am Freitag zuvor.

Irgendjemand hat auf den ansonsten sehr aktiven und volatilen Kaffeemärkten die Pausentaste gedrückt. Eines ist sicher: Die Volatilität wird bald auf die Märkte zurückkehren. Allein die Spekulationen über den Klimawandel, Krieg und geopolitische Spannungen werden dafür sorgen.

In der nachstehenden Tabelle sind die Entwicklungen auf dem sich ständig verändernden Kaffeemarkt aufgeführt. Wir aktualisieren diese Tabelle wöchentlich.

 

Indonesien

In dem Bemühen, junge Menschen dazu zu bewegen, in die neue Hauptstadt Nusantara zu ziehen, sucht die indonesische Regierung nach Influencern, die in den sozialen Medien für die Stadt werben. Diese Hauptstadt, die von Grund auf neu gebaut wird und im August dieses Jahres eingeweiht werden soll, ist ins Leben gerufen worden, da Jakarta mit vielen Umweltproblemen zu kämpfen hat. Die Stadt ist die am schnellsten sinkende Megastadt der Welt und beherbergt mehr als 30 Millionen Menschen. Jakarta ist und bleibt das wirtschaftliche Zentrum Indonesiens, während Nusantara der Sitz der Regierung und der nationalen Verwaltung sein wird.

In den nördlichen Teilen Sumatras ist die Arabica-Fly-Crop abgeschlossen, und die letzten Reste kommen den Berg hinunter in die Lagerhäuser der Exporteure zur Weiterverarbeitung. Die Kaffeebäume erholen sich vom Erntestress, und die Kirschen der Haupternte setzen ihren Reifungsprozess langsam und stetig fort.
Die Robusta-Ernte kommt voran und geht in den südlichen Teilen Sumatras in die Endphase, allerdings viel langsamer als erwartet. Dies treibt die lokalen Preise in die Höhe, da die Exporteure viel Geld bezahlen müssen, um an den Kaffee zu kommen.

Auf den schönen Inseln Bali, Java und Sulawesi reifen die Kaffeekirschen weiter an den Bäumen. Die guten Wetterbedingungen tragen dazu bei, dass die Kirschen ihre volle Reife erreichen. Die ersten Pflückungen und damit der Beginn der Ernte werden für die ersten Juniwochen erwartet.

Aus dem Hafen von Lampung gibt es keine nennenswerten Neuigkeiten; die Logistik funktioniert ohne nennenswerten Unterbrechungen.

 

Indien

In den indischen Arabica- und Robusta-Anbaugebieten wurde die Ernte vor einigen Monaten beendet. Die Bäume erholen sich, und die Farmer führen nicht nur einige grundlegende Pflegemaßnahmen an den Bäumen durch, sondern sitzen auch noch auf einer beträchtlichen Kaffeemenge. Dies hält die internen Preise hoch, aber die fallenden internationalen Märkte haben einige Bauern dazu veranlasst, einen Teil ihres Kaffees zu verkaufen, da sie Angst haben, die hohen Preise zu verpassen.
Nichtsdestotrotz ist die Nachfrage nach Robusta trotz des hohen Preisniveaus weiterhin hoch.

In den nächsten Wochen wird die Monsunzeit beginnen. Während dieser Zeit des Jahres tragen die hohe Luftfeuchtigkeit und die starken Regenfälle dazu bei, dass die in speziell eingerichteten Lagern gelagerten Kaffees zu Monsooned Malabar Kaffees verarbeitet werden. Wir drücken die Daumen und hoffen, dass die benötigten Regenfälle bald kommen werden.

Angesichts der langsamen Bewegung des Kaffees verzögern sich die Verschiffungen, da die Exporteure darum kämpfen, die erforderlichen Mengen zu erhalten, um ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. Von den Häfen gibt es bisher keine nennenswerten Neuigkeiten.

 

Vietnam

Wetterkapriolen und sengende Hitze beeinträchtigten die Wasserversorgung in den südlichen Provinzen Vietnams. Glücklicherweise gab es im zentralen Hochland einige Regenfälle, die den Kaffeeregionen in Dak Lak, Lam Dong und Kontum den nötigen Regen brachten. Diese Regenschauer blieben nicht unbemerkt, denn die internationalen Robusta-Preise begannen von ihrem historischen Höchststand von 4.338 USD/MT zu fallen. Die Farmer begannen aufgrund der fallenden Preise ihren Kaffee zu verkaufen um zumindest etwas von diesem historischen Moment zu monetarisieren.
Dennoch brauchen die Kaffeeregionen Gia Lai und Dak Nong weiterhin Regen, und die Dürre könnte die nächste Ernte beeinträchtigen.

Abgesehen von den anhaltenden Herausforderungen, die die Krise am Roten Meer mit sich bringt, gibt es keine wesentlichen Neuigkeiten aus dem Hafen.

 

Papua Neuguinea

Im östlichen und zentralen Hochland von Papua-Neuguinea hat es stark geregnet, was zu logistischen Schwierigkeiten geführt hat. Erdrutsche und übermäßig schlammige Straßen erschwerten den Transport.

Trotz dieser Herausforderungen gehen die Kaffee-Farmer in Papua-Neuguinea mit positiven Erwartungen in Bezug auf Qualität und Menge in die Erntesaison. Die ersten Muster der neuen Ernte werden bereits mit Spannung erwartet, und es wird mit dem Beginn der ersten Pflückungen in den nächsten Tagen gerechnet.

 

Die Exporteure haben ihre Lager vorbereitet, und ihre Trockenmühlen sehen den ersten Anlieferungen von Parchment aus der neuen Erntezeit erwartungsvoll entgegen.

 

Keine nennenswerten Nachrichten aus dem Hafen. 

  

Produktionsstatistik Asien Pazifik

 

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Die PAZ-Projekt von Urbania in Kolumbien

Schließe die Augen und denke an Kolumbien - was kommt dir sofort in den Sinn? Kaffee! Seit den 1950er Jahren wirbt die Federación Nacional de Cafeteros aktiv für das Land als führenden Kaffeeproduzenten. Doch kolumbianische Kaffees haben unsere Herzen nicht nur durch eine erfolgreiche Marketingkampagne erobert, sondern glänzen auch durch ihre Qualität und Vielfalt. Kaffee wird in Kolumbien in über 20 Regionen angebaut, in denen malerische Landschaften mit steilen Bergen, üppigem Grün und Vogelgezwitscher für eine heitere Atmosphäre auf den Kaffeefarmen sorgen. Allerdings haben viele Gebiete in Kolumbien nicht immer diese ruhige Atmosphäre genießen können.

Während eines Großteils des letzten Jahrhunderts wurde Kolumbien von bewaffneten Konflikten heimgesucht. Was als Konfrontation zwischen liberalen und konservativen Parteien begann, eskalierte zu einem Krieg, an dem die Regierung, paramilitärische Kräfte, Guerillagruppen und Gangsterbanden beteiligt waren. Dieser langwierige Konflikt hatte für die Kolumbianer äußerst negative Folgen. Die Zahlen sprechen für sich: über 260.000 Menschen verloren ihr Leben, Tausende werden vermisst, und viele werden Opfer von Gewalt und Unsicherheit.

Nach zahlreichen Versuchen begann 2012 ein Friedensprozess zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC, einer der bekanntesten Guerillagruppen. Dieser Prozess gipfelte in einem endgültigen Abkommen, das im November 2016 unterzeichnet wurde. Nach jahrzehntelangen Unruhen ist es immer noch nicht leicht, Frieden zu schaffen und die wirtschaftliche Entwicklung in den betroffenen Gebieten voranzutreiben.

An dieser Stelle kommen Unternehmen wie Urbania ins Spiel. Urbania wurde 2015 gegründet und eröffnete mehrere Coffeeshops in ganz Medellin. Seit seiner Gründung konzentriert sich das Unternehmen darauf, die Kaffeeproduktion für positive gesellschaftliche Veränderungen zu nutzen und arbeitet vor allem in gefährdeten Gemeinden und mit Opfern des bewaffneten Konflikts. Dies geschieht im Rahmen ihres PAZ-Projekts (PAZ heisst Frieden auf Spanisch), von dem wir seit letztem Jahr Kaffee kaufen.

Es ist nicht leicht, die Komplexität der kolumbianischen Nachkriegssituation und die Bemühungen zur Förderung eines positiven Wandels in den betroffenen Regionen, einschließlich der Kaffeeanbaugebiete, zu verstehen. Das gemeinsame Gespräch mit Julian Gamboa, Impact Manager und Mitbegründer von Urbania, gab uns einen tieferen Einblick in diese Problematik und die Rolle von Initiativen wie dem PAZ-Projekt.


Q&A


Julian — lass uns einfach anfangen! Erzähl uns bitte etwas über dich selbst. Wie bist du in die Welt des Kaffees gekommen?

Ich komme aus Bogotá, lebe aber seit 8 Jahren in Medellín. Meine Reise im Kaffee begann mit der Gründung von Urbania im Jahr 2015. Zuvor war ich kulturelle Veranstaltungen organisiert. Nach einigen langen Gesprächen mit meinem Geschäftspartner über das innovative Konzept von Coffeeshops, welches über das klassische Qualitätsversprechen hinausgeht und Projektarbeit mit einbezieht, habe ich mich entschlossen in die Kaffeewelt zu wechseln.

Bitte erzähl uns mehr über Urbania. Was ist das Ziel eurer Gründung gewesen?

Unser Ziel war es, ein Projekt- und Geschäftsmodell aufzustellen, das ausschließlich mit kleinen Kaffeefarmern zusammenarbeitet. Unser Ziel war es, dass sie durch die Produktion von Spezialitätenkaffee höhere Gewinne erzielen. Diese Vision führte zur Gründung von Urbania. Später erkannten wir, dass der Export entscheidend war, um den positiven Effekt unseres Projektes noch weiter zu verstärken. Das größere Volumen würde es uns ermöglichen, unseren Einfluss zu vergrößern, mit mehr Produzenten zusammenzuarbeiten und die Schutzzonen ebenfalls zu erweitern.

Ist denn genau dieser Fokus — die Zusammenarbeit mit kleinen Kaffeeproduzenten — das, was Urbania von anderen Kaffeeexporteuren unterscheidet?

Nein, das war nur die Geburtsstunde von Urbania. Wir haben uns seitdem darauf konzentriert, mit Opfern des bewaffneten Konflikts in Kolumbien zu arbeiten. Unser aktuelles Projektdesign ermöglicht eine "dreifache Wirkung" auf den Schlüsselbereichen Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsnachhaltigkeit.

Wir suchen nicht nach den qualitativ besten Kaffees in Kolumbien. Stattdessen stellen wir sicher, dass die Produzenten, mit denen wir zusammenarbeiten, sich als gute Landwirte und Unternehmer entwickeln. Allerdings ist hier die Qualität natürlich auch von extremer Bedeutung. Nur hierdurch können sie ihre Farmen, insbesondere in den stark vom Konflikt betroffenen Regionen, erfolgreich entwickeln.

Der bewaffnete Konflikt in Kolumbien ist unglaublich komplex, mit verschiedenen bewaffneten Gruppen, politischen Ideologien sowie sozioökonomischen Faktoren im Spiel. Könntest du uns mehr darüber erzählen? Wie hat sich der Konflikt auf das Leben der Kolumbianer ausgewirkt, einschließlich derjenigen, die in der Kaffeeproduktion tätig sind?

Klar, ich werde versuchen mich kurz zu fassen.

Der Konflikt begann in der Mitte des letzten Jahrhunderts mit der Bildung der Guerrillas in Kolumbien nach der kubanischen Revolution. Eine der prominentesten Gruppen war die FARC, die im Wesentlichen gegen die Regierung kämpfte.

Während dieser Zeit wurde Kolumbien als demokratisches Land nur von zwei Parteien regiert. Alternative Ideologien bzw. Parteien waren von den Wahlen ausgeschlossen. Diese Ausgrenzung verursachte im Wesentlichen die Guerillabewegungen, die das etablierte politische System herausfordern wollten.

Später, etwa in den 1980er Jahren, mit dem Aufkommen des extrem lukrativen Drogenhandels, mutierten die Guerillas vom politisch motivierten Freiheitskämpfer zum blutrünstigen Drogenhändler. Nur hierdurch konnten sie ihre militärischen Operationen weiter finanzieren. Dies führte zur Bildung paramilitärischer Gruppen, die den Konflikt nur weiter verkomplizierten. Die Beteiligung mehrerer Akteure — Guerillas, die kolumbianische Armee und Drogenhändler — schuf eine bürgerkriegsähnliche Situation. Ländliche Gebiete, in denen sich die Guerillas (FARC und ELN) oft etablierten, waren am stärksten betroffen. Dies hatte erhebliche Auswirkungen auf die Kaffeeindustrie, da die Guerillas gesamte Kaffeeanbauregionen infiltrierten was zu Produktionsstörungen führten. Viele Kaffeebauern mussten aus Angst vor Unsicherheit und Gewalt mit ihren Familien ihre Farmen verlassen und sie den Guerrilleros hinterlassen.

Nach dem Friedensabkommen im Jahr 2016 suchen viele der Opfer immer noch nach einem Übergang ins "zivile" Leben. Opfer sind nicht nur die Vertrieben sondern auch minderjährige Jugendliche, die von den Guerrillas zwangsrekrutiert wurden, sowie auch Menschen, die ihre geliebten Verwandten oder auch ihr gesamtes Hab und Gut aufgrund der Milizen verloren haben.

Was ist denn das PAZ-Projekt genau? Und wie unterstützt es die vom bewaffneten Konflikte betroffenen Communities?

Das PAZ-Projekt begann 2017 nach dem Friedensabkommen zwischen der Regierung und der FARC. In fast allen PAZ-Projekten sind wir Partner von größeren Friedensinitiativen die wiederum von den Vereinten Nationen oder anderen internationalen Organisationen wie USAID unterstützt werden. Sie suchen nach Partnern, die sich mit Kaffee auskennen und die hierdurch aktiv Kaffeebauern unterstützen können.

Es gibt zum Beispiel extrem betroffene Gemeinden wie Briceño in Antioquien und Genova in Quindío, die die seitens der Regierung als problematisch identifiziert worden sind und nun priorisiert den Übergang aus der „Post-Konflikt"-Phase schaffen müssen. Ein weiteres Projekt ist mit einem Farmer-Verband in der Provinz Tolima. Auch diese Region war stark vom Konflikt betroffen. Arbeitslosigkeit und knappe wirtschaftliche Ressourcen führen oft dazu, dass einzelne Personen sich in illegale Aktivitäten wie Kokaanbau, illegalem Bergbau, Drogenhandel und Wildtierhandel verstricken.

Unser Ziel ist es mit dem PAZ-Projekt den betroffenen Menschen einen Übergang hinzu legalen und nachhaltigen Lebensgrundlagen möglich zu machen. Anstatt Koka anzubauen, können Bauern auf den Anbau von Kaffee umsteigen. Wir suchen nach besseren und wirtschaftlicheren Möglichkeiten für diese Personen.

Also, das PAZ-Projekt verfolgt im Kern zwei Ziele. Erstens wollen wir die Profitabilität der Kaffeeproduzentengemeinschaften verbessern. Zweitens wollen wir die landwirtschaftliche Praktiken mit geringeren Umweltauswirkungen fördern.

Wie erreicht das PAZ-Projekt diese Ziele?

Wir trainieren Farmergruppen in den sogenannten Best Agricultural Practices. Die Themen reichen von der Kaffeeernte, über die Nachbearbeitung sowie die allgemeine Bewirtschaftung ihrer Farmen. Aus diesen Gruppen identifizieren wir die führenden Farmer die eine hohe Qualität bereits schon haben und aber auch das Potenzial, Spezialitätenkaffees zu produzieren. Sie übernehmen eine Führungsrolle für die benachbarten Farmer. Wir besuchen auch ihre Farmen, verkosten ihre Kaffees und geben ihnen Feedback, wie sie ihre Kaffees verbessern können.

Die bessere Qualität und die nachhaltig produzierten PAZ-Kaffees erhalten einen Bonus über den aktuellen Marktpreisen.

Wo genau werden heute PAZ-Kaffee-Projekte derzeit durchgeführt? Bitte berichte uns mehr über die beteiligten Farmer.

Das PAZ-Projekt hat in der Tolima Provinz begonnen und hat hier seinen Nukleus. 50 Farmer haben den Verband gegründet und heute sind es rund 120. Die Mehrheit von ihnen sind Frauen, und über 90% sind Opfer des bewaffneten Konflikts.

Heute hat PAZ auch Projekte in Antioquien und hat Quindío und Valle del Cauca erreicht. Alle Projekte in diesen Gemeinschaften haben unterschiedliche Bestandteile. Zum Beispiel könnten wir ein PAZ Tolima oder ein PAZ Blend Antioquia aus verschiedenen Regionen haben, aber sie alle haben Friedensprojekte.

Insgesamt haben wir mit rund 400 Familien gearbeitet, hauptsächlich in Tolima und Antioquien. Es handelt sich um Kleinbauern mit einer durchschnittlichen Farmgröße von 2 Hektar. Sie bauen traditionelle Varietäten wie Castillo und Colombia an. Andere hingegen produzieren auch Bourbon und Geisha Microlots.

Wie sehen die Zukunftsaussichten aus?

Wir blicken optimistisch auf das Jahr 2024. Wir glauben aus tiefstem Herzen an den Wert und das Wachstumspotenzial von Projekten wie PAZ. Das Wetterphänomen El Niño macht klar welche Auswirkungen der Klimawandel auf Qualität und Produktivität hat. Während PAZ-Projekte sich in neue Gebiete ausdehnen, konzentrieren wir uns weiterhin darauf, Farmer zu unterstützen und mit ihnen gemeinsam Qualität und Nachhaltigkeit voranzutreiben. Die Führungsaufgabe lokaler Farmer ist in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung, und wir sehen eine ausgezeichnete Gelegenheit, Frauen und junge Menschen als wirkungsvolle Leader innerhalb dieser Initiativen zu stärken.

*Interview übersetzt aus dem Spanischen

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Honduras: Harvest Update

Officially, the coffee harvest in Honduras starts on October 1, coinciding with its National Coffee Day. With 6 different producing regions across the country, Honduras has a prolonged harvesting period, with the lower regions beginning harvest activities in October, extending until February. Farms at higher altitudes in departments like La Paz, Intibuca, and Comayagua typically commence harvest activities later, starting around March and continuing through June and July.

Four months in, farmers are either preparing for the upcoming harvest or are at its peak: recollecting, depulping, fermenting, washing, drying, sorting... While we hear that these activities are progressing well across all regions, the harvest is also expected to be slightly smaller than in the coffee year 2022/23. It is not unusual to receive this kind of news during the harvest. Nonetheless, our own estimations remain positive.

Forecasts from IHCAFE (Honduras' National Coffee Institute) indicate that overall, Honduras will produce less coffee in the period 2023/24, with an estimate of some 5 million bags, 5-7% less than in the previous year.

Aerial view of coffee farms in Olancho.
Photo Credit: Cocaol

Insight from Agalta (Olancho, Yoro, Atlántido & Colón)

Less production seems to be a trend in most coffee regions. As conveyed by Asdrubal Sanchez, from the cooperative Cocaol in the region of Agalta, who tells us that in Olancho, their last harvest was substantially smaller than three seasons ago. This harvest, he expects a reduction of around 10%. "The department of El Paraiso, our neighbor, has usually been a big producer, but they are also experiencing a drop in production," he says. "We also hear that production could decrease in the west, but not as pronounced as here."

Asdrubal explains that this decrease in production is strongly linked to a lower labor force, as individuals flee the country in search of better opportunities in the US. He emphasizes that the absence of workers on the farm not only impacts the harvest but also hampers essential operations such as weed control and the application of organic fertilizer. He notes, "In my case, we usually start the harvest in December, but this year we had to start in January because we didn't have any pickers."

In addressing this challenge, Asdrubal explains that salaries have been adjusted, making them more attractive in order to retain workers. He has also found help with the use of a small mechanical picking machine, which, although requires an operator, reduces the overall workforce needed. "We can no longer depend solely on harvesting with people," he says.

Our Coffee Map depicting Honduras' 6 coffee regions.

Despite working with a limited team, Asdrubal is happy with how the harvest is progressing, with January and February being the most important months for cherry collection. He sees coffees coming in with good quality and a minimal percentage of defects. The weather conditions have also been favorable throughout January, with a few scattered rains keeping the soil moist.

Western Honduras has been sunny in the first month of 2024.
Photo Credit:Proexo

Insight from the West: Copan, Lempira & Ocotepeque

Moving to west Honduras, we spoke with Melany Madrid and René Madrid from Proexo in Corquín, and Carlos Guerra from San Rafael Agroindustrial in Copán Ruinas, both situated in the department of Copán, bordering Guatemala.

René reports that in the western region encompassing the departments of Copán, Lempira, and Ocotepeque, the harvest is 60% complete. However, he notes a delay of 2 to 3 weeks caused by low temperatures and persistent rain, preventing the first cherry collections, or harvesting the "requemas", as they are locally called. "In December, temperatures dropped to 9°C, conditions with which pickers cannot go to work in the fields," Melany states.

In terms of volume, René projects a 20% reduction across the entire western region. He tells us that one of the main reasons is climate change, which brings imbalances and unexpected circumstances in production. Carlos echoes the same challenge in Copan Ruinas, further west, as he explains that due to the changing weather and hotter weather patterns in his area, coffee cherries are ripening earlier than they used to.

Moreover, René says that another reason for lower production volumes is that many farmers are renovating their farms, opting to replace older plants with new varieties. Similar to Asdrubal's observations, René notes that a scarcity of labor in the western region poses a prominent problem. "Many times, producers lose their harvest due to the lack of pickers," he says. Carlos further elaborates that in Copán, it is increasingly common for families, previously engaged in coffee harvesting activities, to receive "remesas" (money sent from relatives abroad), resulting in them choosing not to work on the farms anymore.

Positive developments are also occurring during this coffee year in the West. Carlos tells us he sees a sustained high demand for high-quality Arabica, both in the international and local markets. "National coffee consumption has increased overall," he says. Rene and Melany highlight the impact of Proexo's Diversity and Inclusion programs, noting a significant rise in the involvement of women in the coffee supply chain compared to the previous year, with now 54 women producers collaborating with them.

Coffee farms during harvest season.
Photo Credit: Proexo

Preparations for EU Deforestation-Free Regulation

Currently, a big topic in the coffee industry is the new EU Deforestation-Free Regulation (EUDR), a new legislation aiming to prevent deforestation in global supply chains. The law will kick in on December 30, 2024 and applies to seven different commodities, including coffee. This means that coffee importers and roasters will need to prove that their traded coffees are free from deforestation.

This marks a transitional period for many players in the coffee supply chain, including producers and suppliers. René tells us they feel ready to comply with the law, citing ongoing efforts in digitizing their supply chain since 2019. "We also work with certifications such as Rainforest Alliance and Fairtrade, which require having data such as the farm geolocation, up to date, which is favorable to us," he adds.

Similarly, Asdrubal tells us he has been well informed about the regulation and believes Cocaol is on track. However, he expresses concern about the potential impact on smaller producers at origin, for whom compliance may pose greater challenges. "Between low prices and even harder market access, many producers become discouraged. Often, they end up leaving the country or switching their crop," he says. Furthermore, he adds that changing crops can end up even worsening the environment. "If they change their crop it is usually to corn, beans, or cattle, whereas coffee is one of the few crops that can be grown in harmony with the environment," Asdrubal says.

Wolfgang with Proexo's team during his last visit in November 2023.

At List + Beisler, our team is proactively monitoring and working to identify suitable solutions for our supply chain, guaranteeing that all our coffee adheres to the compliance requirements before January 2025. Our objective is to sustain the relationships cultivated over the years, providing support and collaboration with our suppliers during this transitional period.

We are expecting fresh new arrivals from Honduras in the next few months. If you would like to come by for a cupping, request samples, or simply learn more about our "Catracho" offerings, let us know! We are always happy to hear from you.

Click here to download a free PDF copy of Honduras' Coffee Map!

 

 

 

 

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Q Grader-Erfahrungen: Kalibrierung über Kontinente hinweg

Der Q Grader ist in der Kaffeebranche sehr bekannt. Die professionelle Zertifizierung wurde 2004 vom Coffee Quality Institute (CQI) ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass die Kaffeequalität weltweit nach denselben Kriterien verkostet, bewertet und eingestuft werden kann.

In diesem Sinne haben Q-Grader auf der ganzen Welt, egal ob sie Einkäufer, Produzenten oder Röster sind, eine gemeinsame Sprache zur Bewertung der Kaffeequalität.

Wie wird man Q-Grader?

Um Q-Grader zu werden, muss man eine sehr umfassende Prüfung ablegen. In der Regel werden diese Prüfungen mit Vorbereitungskursen zur Bewertung von Roh- und Röstkaffee kombiniert, die auch die Geruchs- und Geschmackssensorik umfassen. Darüber hinaus müssen die Teilnehmer auch Theorie studieren, Übungen zum Cupping durchführen und lernen, wie man das standardisierte Cupping-Protokoll der Speciality Coffee Association (SCA) richtig verwendet.

Kurz gesagt: Die Zertifizierung zum Q-Grader ist eine echte Herausforderung. Da die Anforderungen hoch sind, scheitern viele beim ersten Versuch und müssen einzelne Prüfungen wiederholen. Einmal bestanden, erhält man die Q-Grader-Zertifizierung, die alle drei Jahre durch eine persönliche Kalibrierungsprüfung erneuert werden kann.

Q Graders in unserem Qualitätssicherungs-Team

Und genau hier beginnt unsere Geschichte: Piotr Kotarba, einer der fünf Q-Grader in unserem List + Beisler-Team, musste seine Kalibrierungsprüfung ablegen, um seine Lizenz zu behalten. Seine ursprüngliche Q-Grader-Zertifizierung erhielt er im September 2020 in Warschau, Polen, seinem Heimatland. Dies war eine echte Herausforderung mitten in der COVID-19-Pandemie mit einem speziell angepassten Cuppingprotokoll. Aber es sieht so aus, als ob Piotr Herausforderungen wirklich genießt. Letzte Woche kehrte er ins Büro zurück, nachdem er seine Q-Kalibrierungsprüfung erfolgreich abgelegt hatte. Interessanterweise kam er dieses Mal nicht aus Polen, sondern aus Brasilien zurück.

Seine Entscheidung, die Prüfung in Brasilien abzulegen, entsprang seiner Neugierde, die Kalibrierungsprüfung in einem anderen Kontext zu absolvieren, nämlich im Ursprung. Mit einer anderen Kultur, Sprache und Kaffeeszene bot die Kalibrierung in Brasilien eine einzigartige Atmosphäre und eine neue Erfahrung. Es stellte sich aber auch die Frage: Ist die Prüfung die gleiche wie in Europa, oder bringt sie unvorhergesehene Vorteile oder Herausforderungen mit sich?

Piotr wurde in Warschau, 2020, zertifiziert.

Jetzt, wo er zurück ist, sagt Piotr: "Ja" - es gab einige Unterschiede, und es gab sowohl Herausforderungen als auch Vorteile."

Zunächst erklärt er, dass die Gruppe, die die Prüfung in Polen ablegte, kleiner war, mit nur sechs Teilnehmern, während die Kalibrierungssessions in Brasilien eine größere Gruppe von zwölf Personen umfassten. Außerdem empfand er das Umfeld in Patrocinio, im Bundesstaat Minas Gerais, als viel entspannter als in seiner Heimat. "In Polen war jeder mehr darauf bedacht zu wissen, wie der andere bewertet, und in Brasilien waren alle entspannter; sie machten sich nicht so viele Sorgen", sagt Piotr. "Ich habe eine entspanntere Atmosphäre gespürt, und alle waren super freundlich."

Piotr erklärt, dass dies möglicherweise nicht nur auf kulturelle Unterschiede zurückzuführen ist, sondern auch auf die größere Erfahrung der brasilianischen Cupper zurückzuführen ist. Einige Teilnehmer unterzogen sich der Kalibrierungsprüfung sogar schon zum fünften Mal. "Der erste Unterschied ist also, dass ich mit Leuten zusammenkam, die viel mehr Erfahrung hatten, und der zweite Punkt ist, dass es landesbedingte kulturelle Unterschiede gibt", stellt er fest, denn Piotr musste die Prüfung in einer fremden Umgebung und in einer fremden Sprache ablegen - wenn das mal keine kulturellen Herausforderungen sind.

Herausforderungen und Vorteile

Der Hauptzweck des Q-Grading-Systems besteht darin, sicherzustellen, dass die Cupper kalibriert sind und sich bei der Bewertung der Kaffeequalität auf allgemeine Standards einigen. Kalibrierte Cupper haben ein gemeinsames Verständnis von Qualität und können die Kaffees auf dem Tisch auf einheitliche Weise bewerten. Zur Bewertung der Kaffees wird ein Punktesystem verwendet. Bei erfahrenen Q-Gradern sind Abweichungen vom Mittelwert der Gruppe eher die Ausnahme - vor allem dann, wenn die Cupper auf ein Ursprungsland hochspezialisiert sind. Meistens kennen sie dafür aber die Tassenprofile von Kaffees aus anderen Ländern und deren spezifische Qualitäten nicht so gut.

Piotr war wirklich besorgt über diese Situation, als er in Brasilien war und dort seine Kalibrierung durchführte. Die Cupper hatten vermutlich ein umfassenderes Verständnis für brasilianische Kaffees, als er es jemals haben könnte. Dafür war er mit Kaffees aus anderen Herkunftsländern wie Kolumbien, Guatemala, Kenia oder Äthiopien besser vertraut, was aber auch dazu führen konnte, dass er die Kaffees unterschiedlich bewertete. "Es ist schwieriger, weil man mit einer Gruppe von Leuten cupped, die an bestimmte Kaffeeprofile gewöhnt sind, und bei der Q-Bewertung geht es darum, dass die Cupper die Kaffees auf ähnliche Weise bewerten. Es war also spannend zu sehen, ob ich mit ihnen auf einer Wellenlänge lag", sagt Piotr.

Nachdem er die Kaffees von drei verschiedenen Tischen bewertet hatte, verließ Piotr den Cupping-Raum voller Unsicherheit. Würde er bestehen? Als der Q-Instruktor schließlich die Ergebnisse verkündete, war er erleichtert. Piotr Ergebnisse waren voll mit dem Rest der Gruppe harmonisiet und entsprechend kalibriert und er hat so seinen Kalibrierungskurs erfolgreich bestanden. Herzlichen Glückwunsch!

Q-Kalibrierung in Patrocinio, Brasilien. November 2023

Empfehlungen aus dieser Erfahrung

Piotr rät jedem, der den Kalibrierungskurs absolvieren möchte, nach Möglichkeit im Voraus mit anderen Q-Gradern zu trainieren. "Auf diese Weise kann man sich gegenseitig Beurteilungen und Ergebnisse mitteilen und wirklich sehen, wo man steht. Wenn man es alleine macht, weiß man es nicht, aber mit jemand anderem kann man die Ergebnisse vergleichen", sagt er.

Außerdem unterstreicht er, wie wichtig es ist, das SCA-Cupping-Formular beim cupppen zu verwenden und zu lernen, wie man es richtig anwendet. Das ist einfach entscheidend. Wenn man weiß, wie man es richtig anwendet, kann man bei der Auswertung wertvolle Zeit sparen.

Abschließend ermutigt Piotr jeden, der in Erwägung zieht, seine Q-Grader-Prüfung oder Kalibrierung außerhalb seines Heimatlandes durchzuführen, es einfach auszuprobieren. "Manchmal kam mir der Gedanke, dass ich den schwierigsten Weg dafür gewählt habe", sagt er. "Aber ich habe drei von drei Prüfungen bestanden. Ich kann es nur empfehlen! Es war ein cooles Abenteuer und brachte mich aus meiner Komfortzone heraus. Außerdem hatte ich die Gelegenheit, viele Kaffeeprofis zu treffen und gute Erfahrungen auszutauschen."

"Q"urious? Nimm Kontakt mit Piotr und den anderen vier Q-Gradern von List + Beisler auf, um mehr zu erfahren und einen Termin für ein gemeinsames Cupping zu vereinbaren (events@list-beisler.de).

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Costa Rica: Origin Report

04.12.2023

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und die Erntesaison in Mittelamerika geht weiter. In Costa Rica haben die Ernteaktivitäten in Regionen wie dem West Valley und Brunca bereits Ende August begonnen. In höher gelegenen Gebieten wie Tarrazú und dem Central Valley sind schon rote Kirschen an den Kaffeebäumen zu sehen, und einige Produzenten haben die ersten Ernterunden, die so genannten "graneas", bereits hinter sich. Wolfgang, Kaffeeeinkäufer bei L+B, berichtet von seinem letzten Besuch vor drei Wochen, dass die Ernte in Costa Rica schon viel weiter fortgeschritten ist als in den benachbarten Ländern.

Die acht Kaffeeregionen Costa Ricas

Für die Ernte 23/24 wird eine gute Qualität erwartet, allerdings werden die Mengen geringer ausfallen als im Vorjahr, was zu einem Preisanstieg führen könnte. Die Kaffeebauern konzentrieren sich auf die Produktion hochwertiger Kaffees, experimentieren mit der Verarbeitung und verschiedenen Varietäten und investieren in ihre Farmen. José Pablo Juarez, unabhängiger Berater und Q-Grader aus Costa Rica, berichtet, dass die Ernte im ganzen Land gut voranschreitet. "Die Kaffeekirschen entwickeln sich in allen Regionen gut, die Kaffeebäume sehen stark und gesund aus, und die Reifung der Kaffeekirschen scheint gleichmäßig zu verlaufen", sagt Juarez.

Wie auch in anderen Regionen der Welt ist Costa Rica mit dem Klimawandel konfrontiert. Wolfgang erzählt uns, dass in bestimmten Gebieten von Tarrazú und im Süden Costa Ricas die Reifung der Kaffeekirschen beschleunigt wurde, was wahrscheinlich auf die hohen Temperaturen der vergangenen Monate zurückzuführen ist. Dies hat dazu geführt, dass die Ernte in einigen Farmen früher eingefahren wurde. Dieser Erwärmungstrend war auch in Panama deutlich spürbar und führte zu einem Dürreszenario am Panamakanal.

Wie Juarez berichtet, gab es in einigen Gebieten zusätzlich zum klimawandelbedingten Wetterkarussell auch noch übermäßige Regenfälle. In tiefer gelegenen Regionen wurde berichtet, dass Kaffeekirschen aufgrund der übermäßigen Regenfälle von den Bäumen fielen, was für die Erzeuger in diesen Gebieten zu Verlusten führte. 

Rote, reife Kirschen in Tarrazú in der ersten Novemberwoche.

Der Mangel an Arbeitskräften ist eine weitere Herausforderung, von der in allen Regionen berichtet wird. Derzeit sind Pflücker aus Panama ins Land gekommen, um bei der Ernte zu helfen. Einige Kooperativen und landwirtschaftliche Betriebe arbeiten zusammen und organisieren ihre Sammeltage, so dass die Pflücker während der Woche auf verschiedenen Betrieben arbeiten können. Dadurch werden zusätzliche Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten für die Pflücker geschaffen, was im Gegenzug garantiert, dass mehr rote, reife Kirschen geerntet werden und mögliche Verluste durch zu Boden fallende Kirschen vermieden werden.

Darüber hinaus kündigte ICAFE, Costa Ricas Kaffee Institut, im Oktober an, dass Kaffeepflücker, ob lokal oder international, nun durch eine Berufsrisikoversicherung abgedeckt sind, um ihre Sicherheit zu erhöhen und ihnen ein Gefühl der Geborgenheit bei der Arbeit zu geben.

        

Besuch auf der Finca Santa Elena in Tarrazú


Wie jedes Jahr freuen wir uns darauf, neue Kaffees aus Costa Rica zu erhalten. Die ersten Muster werden voraussichtlich in den letzten Januar-Wochen 2024 in unserem Musterzimmer eintreffen. Wir halten euch mit neuen Updates auf dem Laufenden - Pura Vida!


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Nachhaltigkeit

Sustainability Manifesto

One of the most fascinating yet challenging things about international trade is the interdependence between people of different places and cultures. At List + Beisler, we have successfully fostered these relationships since 1901 – this does not happen accidentally. From the very beginning, we realized our role in the supply network. We are a linchpin, a connector between coffee-producing and coffee-consuming countries and people.

For some, it might be obvious to see how an importer can act as a connector... But, what may not be as obvious is how we all become what biologists call crosslinkers. As our world shrinks through more interconnectedness, we see this phenomenon playing out more and more. Famously, the first person to shed light on this reality was Alexander von Humboldt, a German polymath, geographer, naturalist, explorer, and proponent of environmentalism, who revolutionized the Western conception of nature. He was heralded as a genius scientist and networker for cultural and ecological systems from different parts of the earth. Humboldt coined the concept that the natural world is interconnected, which he called the "web of life". This web of life is an intricate system in which all living things are interconnected and dependent on each other for survival, forming a large chain of causes and effects. No substance and no activity should be considered in isolation.

Here at List + Beisler, we agree with Humboldt's view on interconnectedness. We also see daily evidence that many of the "web of life" strands are now broken, and more are being broken daily. Even in the early 1800s, back in the days of Humboldt, he had discovered the devastating damage caused by colonial plantations on Lake Valencia in Venezuela. He was the first scientist to warn of the dramatic consequences of human-made climate change.

Today we are already living with the impacts of climate change and global warming. We find ourselves in a world where human-made climate change is at a global crisis level. Coffee-growing regions are no exception where it has become more than evident. Pests are spreading into areas they were never able to reach before. Rains pour in formerly dry regions. Biodiversity is collapsing. Dry air is pushing deeper into what used to be cloud forests. Soil is eroding, with mudslides wiping out entire coffee-spotted hillsides. Drought and flooding affect the same regions and alternate their negative impact on nature and humans. We hear frightening and paralyzing bad news every day.

Despite this situation, we at List + Beisler are still optimistic. After all, every obstacle comes with an opportunity. We know that we have the chance to rethink and redesign our actions and create a better coffee future: for coffee-farming families, farmer associations, exporters, roasters, and coffee lovers worldwide.

Over the past few years, we have done a lot of research, talked to experts, and had many internal discussions on potential solutions for environmental and humanitarian challenges. If we are serious about finding solutions to these global issues, we are sure that our efforts must be deeply science-based and not purely ideology-driven. Furthermore, several approaches can be co-actively correct and effective.

This is why we would like to share our Sustainability Manifesto 2022/23 with you. Learn about our mission, goals, and achievements to generate positive impact through our holistic Sustainability Program: JOIN THE MOVEMENT.

Download the Sustainability Manifesto 2022/23 here.

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Climate resilience and coffee varieties

Without a doubt, climate change is significantly altering the landscape of coffee production. Rising temperatures, shifting rainfall patterns, and increased incidents of extreme weather events are disrupting traditional coffee-growing regions. Prolonged droughts, for instance, can lead to lower yields, while excessive rainfall and high humidity can result in pests and diseases such as coffee leaf rust. Moreover, rising temperatures can impact the geographical areas where coffee plants thrive, potentially forcing farmers to relocate their farms to cooler or higher areas, taking a toll on deforestation.

To adapt and bring coffee forward in light of these challenges, improving farming practices and coffee varieties plays a pivotal role. This is why we support the work of organizations such as World Coffee Research (WCR). Their work includes the improvement of coffee varieties, which does not only improve coffee plants' climate resilience and productivity, but also contributes to reducing farmers' risks while at the same time increasing yields.

Just last week, they released a new poster celebrating Arabica and Robusta coffee varieties. The poster depicts the relationship of over 100 coffee varieties from 22 countries, breaking down Arabica into four major groups: Bourbon Typica, Typica, Ethiopian Landrace, and Catimor. Robusta varieties, on the other hand, are classified according to countries: Congo, Congo x Guinea, Guinea, and Uganda.

This practical resource is available for everyone. To learn more or download a free copy, please visit WCR's website.



If you are a roaster and would like to support the work of WCR, you can collaborate through the Check-Off Program, here's how it works:

  • You can choose to donate 0,02 EUR/kg of green coffee sourced through List + Beisler. 
  • In return, we will increase your impact by adding a matching donation of 0,01 EUR/kg to every coffee purchase. These contributions will be clearly outlined in each contract.
  • Every four months, we will collect all the contributions and send them directly to WCR.

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Photo credits: World Coffee Research

Blog

How does El Niño impact coffee production?

In the world of agriculture, few crops are as sensitive to climate as coffee trees. Coffee plants require specific conditions to flourish, and even minor changes in temperature or precipitation can significantly impact yield and quality. One of the most influential climate phenomena affecting coffee production is El Niño, a recurring climate pattern characterized by the warming of the Pacific Ocean. But what exactly is El Niño and how does it affect coffee production?

In this article, we delve into the intricate relationship between El Niño and coffee production, examining its economic, environmental, and social implications.


What is El Niño?

El Niño is a climate phenomenon that occurs every two to seven years, disrupting regular weather patterns around the globe. Essentially, it is described as the warming of the equatorial Pacific Ocean, which in turn influences atmospheric (air) circulation. El Niño is one phase within the broader climate phenomenon known as the El Niño–Southern Oscillation (ENSO). ENSO also comprises La Niña, a phase characterized by cooler-than-normal sea surface temperatures in the eastern Pacific Ocean.

You may be wondering, where does the name 'El Niño,' meaning 'little boy' in Spanish, come from? As the saying goes, fishermen along Peru's coast first noticed unusually warm water in the Pacific Ocean back in the 1600s. This weather anomaly brought along lots of fish from the cold depths of the sea, giving the fishermen a fantastic catch for Christmas. They coined this "present" El Niño de Navidad, because El Niño typically manifests around Christmas in December.

The changes in the weather patterns caused by El Niño have far reaching effects, impacting weather systems, ocean conditions, and, consequently, agricultural production.

 

The Science Behind El Niño's Impact on Coffee

The majority of the world's coffee is grown in a region known as the Coffee Belt, which stretches across the globe between the Tropics of Cancer and Capricorn. This area is particularly susceptible to the effects of El Niño, as the phenomenon can bring about drastic changes in weather conditions, such as prolonged droughts or excessive rainfall.

The coffee plant is highly susceptible to changes in its environment. This is why El Niño's influence on weather patterns can lead to conditions that are unfavorable for coffee growth. For instance, increased temperatures can accelerate the coffee bean's maturation process, resulting in an early harvest and affecting coffee's growth and quality negatively.

On the other hand, excessive rainfall can lead to the proliferation of pests, such as the coffee berry borer, and diseases like coffee leaf rust (known as "la roya" in Spanish). These conditions can devastate entire regions. This is exactly what happened in late 2007 and 2008 in Colombia and Central America. One-third of Colombia's coffee production was destroyed by coffee leaf rust, while farms in Honduras and Nicaragua were also massively hit by the fungus.

Nonetheless, El Niño is extremely complex and the weather changes it triggers manifest differently across regions. Typically, El Niño brings decreasing rains to Colombia, Central America, Indonesia, Papua New Guinea, and Vietnam. On the other hand, Peru, Brazil, and some African countries are challenged by excessive rainfall.

 

Economic Consequences for Coffee Producers

The economic repercussions of El Niño on coffee production are profound. When weather patterns are disrupted, coffee farmers face a multitude of challenges that can lead to decreased yields and increased production costs. For example, drought conditions may require additional irrigation, which is costly and resource-intensive. This could particularly impact farmers in certain producing areas lacking irrigation systems, making them heavily reliant on natural precipitation.

Excessive rainfall, conversely, may result in soil erosion and the need for more frequent application of fungicides to combat diseases. These additional costs can be devastating for small-scale farmers who already operate on thin margins.

Despite the challenges, there are positive outcomes worth highlighting. In Colombia, for instance, the El Niño phenomenon has sometimes had a positive impact. In the case of increased sunshine hours, for example, coffee trees can produce more coffee cherries, ultimately resulting in higher yields.


Price Volatility

El Niño events do not only affect coffee in terms of production. The uncertainty surrounding it leads to significant price volatility in the coffee market. Farmers, middlemen, exporters, traders, and roasters are aware of the potential impact on coffee yields, and this can lead to speculative behavior.

Certainly, the participation of hedge funds in the international coffee markets adds another layer of speculation. As a result, coffee prices can swing dramatically, making it difficult for the coffee value chain actors to plan for the future. During these periods, it is indeed the smallholder coffee farmers who bear the highest toll.

Green coffee cherries.

Environmental Ramifications

Besides its effects on the economic landscape, El Niño also brings about significant environmental consequences. The altered weather patterns can exacerbate ecological issues such as deforestation and soil degradation. For instance, drought conditions can make forests more susceptible to wildfires, which not only destroy coffee plantations but also contribute to air pollution and loss of biodiversity.

Water scarcity is also a pressing issue in regions where El Niño leads to drought. As with every agricultural undertaking, coffee production also needs water, and insufficient water can cascade effects on local ecosystems. Rivers and streams may dry up, affecting not just agriculture but also local fauna and the surrounding communities.


Latest Weather Forecasts and Global Alerts

The latest weather forecast reports to come from the U.S. Government's National Weather Service's Climate Prediction Centre anticipate that a transition from ENSO neutral conditions could occur during the next few months, with a 95% chance that El Niño weather conditions are expected to come into play towards December this year. The Australian Government Bureau of Meteorology has issued an El Niño alert, forecasting an 80% chance that the El Niño weather phenomenon will develop by the end of the year. This weather phenomenon, should it come to the fore, is associated with above-average sea surface temperatures across the equatorial Pacific Ocean, which would threaten partial drought conditions for the Pacific rim coffee countries such as Colombia and Indonesia. It could, however, bring with it further potential for increased rainfall for the coffee-growing districts in Southeast Brazil.

The Indonesian weather agency BMKG has also reported that the prevailing El Niño weather phenomenon, which typically brings prolonged hot and dry weather to the area, may be affecting more than two-thirds of the country. This includes Java and parts of Sumatra, two key coffee-producing regions in the country.

Coffee farm in Brazil.

Case Studies: Countries Most Affected

Brazil
Brazil is the world's largest coffee producer, and its coffee belt is significantly impacted by El Niño. The phenomenon has been linked to severe droughts in some years and flooding in others, both of which have detrimental effects on coffee production. As the world's leading producer, the uncertainty surrounding its supply can potentially lead to significant repercussions on coffee prices.

Colombia
Colombia, another significant player in the coffee industry, also faces challenges due to El Niño. The country's mountainous terrain makes it particularly vulnerable to landslides during periods of excessive rainfall, which can wipe out coffee plantations entirely. And not to forget the earlier mentioned increase in coffee plant diseases such as coffee leaf rust.

Mitigation Strategies

Given the significant impact of El Niño on coffee production, it is crucial for stakeholders to develop mitigation strategies. These can range from adopting more resilient coffee varieties to implementing water-saving technologies.

One approach is the adoption of climate-smart agricultural practices, which aim to make farming more resilient to climate variability. This can encompass techniques such as cultivating shade-grown coffee, which is less susceptible to temperature fluctuations. Other practices include adjusting fertilization practices based on the availability of water and rainfall distribution as well as providing plants with the proper maintenance, like stumping and pruning.

National Governments can also play a role by providing subsidies for the adoption of more sustainable farming practices or offering insurance schemes to protect farmers against extreme weather events.

Coffee picking during harvest season.

El Niño is a powerful climate phenomenon with far-reaching implications for coffee production. Its effects are experienced on the economic, environmental, and social levels, making it a critical issue for anyone involved in the coffee supply chain. While it is impossible to prevent El Niño events, understanding their impact and implementing mitigation strategies can go a long way in safeguarding the future of coffee.

 

 

 

Nachhaltigkeit

Farming Accelerator Projekt - Äthiopien

Oktober 2021

Während derzeit die Klimakonferenz COP26 in Glasgow stattfindet und die enorme Bedeutung von Nachhaltigkeit als Grundlage all unseres Handelns verdeutlicht, freuen wir uns, euch von unseren Erfahrungen von unserer Reise nach Südäthiopien zu berichten, wo wir unser Farming Accelerator-Projekt besucht haben.

Dieses Projekt begann kurz vor den Covid-19-bedingten Lockdowns im März 2020 und läuft nun seit mehr als einem Jahr. Es. Trotz aller Einschränkungen im Zusammenhang mit der Pandemie konnten wir unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen mit der dringend benötigten Arbeit in diesem Teil Äthiopiens beginnen.
Das Prinzip des Projekts ist einfach und smart: Wir haben uns mit UN-ITC, Enveritas und COQUA zusammengetan, um die größten Herausforderungen in Hinblick auf Nachhaltigkeit anzugehen, mit denen die Kleinbauern in Südäthiopien konfrontiert sind. Wir haben sechs Kaffeeregionen in Yirgacheffe und Sidama ausgewählt, die für ihre hervorragende Qualität bekannt sind. Mithilfe von künstlicher Intelligenz, Satellitentechnologie und persönlichen Gesprächen kann Enveritas uns genaue und transparente Daten über die Situation der Bauern liefern. Auf der Grundlage dieser Informationen haben wir gemeinsam mit UN-ITC und COQUA eine Reihe von Schulungen entwickelt. Diese Schulungen decken zwei Hauptbereiche ab:

Nachhaltige Produktivitätssteigerung - die unter anderem Folgendes umfasst:

-> Bewährte landwirtschaftliche Praktiken
-> Konstante Produktqualität

Landwirtschaft als Familienunternehmung - mit Schulung in den Bereichen:

-> Finanzielle Grundkenntnisse (Buchhaltung und Buchführung)
-> Einkommensdiversifizierung und Unternehmensentwicklung

Alle Schulungen sind integrativ und richten sich an die gesamte Familie, die auf oder in der Nähe der Kaffeefarm lebt und arbeitet. Es ist das angestrebte Ziel alle Familienmitglieder gleichermaßen einzubeziehen.
Die Entwicklung der Schulungsmodule konnten recht schnell entwickelt werden. Es bleibt allerdings eine Herausforderung, diese dann auch umzusetzen. Wir haben hiertu mehrere Farmer-Trainer rekrutiert, junge enthusiastische Agrarfachleute aus den lokalen Dörfern, die in den dortigen Gemeinschaften gut vernetzt sind.  Sie werden von einem leitenden Agronomen und erfahrenen Trainer weiter ausgebildet und bekommen die Fachkenntnisse zu unseren Trainingsmodulen geschult. Das Projekt umfasst 60 Demonstrationsflächen (sog. Demo-Plots), auf denen die Kaffeefarmer dann geschult werden. Die Farmer-Trainer können dann hier die Methoden erklären, im Anschluss können dann die Farmer und ihre Familien selbst experimentieren. Jeder Farmer-Trainer schult eine Gruppe von Kaffee-Bauern. Dank dieser Methode erreichen wir 1.800 Farmer aus der Region mit unseren Trainings.

Auf allen Demo-Plots haben wir bereits Kompostieranlagen eingerichtet. Zahlreiche Farmer wenden diese neu erlernten Techniken bereits auf ihrem Land an. Sie haben auch gelernt, wie man eine Kaffeepflanze beschneidet und sie haben verstanden, wie wichtig es ist, junge und starke Pflanzen zu haben, um die Produktivität zu steigern. Die meisten Kleinbauern führen keine Aufzeichnungen über Einnahmen und Ausgaben und sind daher nicht in der Lage, die Ergebnisse ihrer Arbeit genau zu beurteilen. Um den Betrieb besser führen zu können, ist es jedoch entscheidend, die grundlegenden Zahlen der Einnahmen und Ausgaben zu verstehen. Deshalb schulen wir auch das. In der Regel sind es Frauen und die jüngere Generation, die die Bedeutung und die Auswirkungen dieser Übung am besten verstehen und dann auch umsetzen.
Sobald das Projekt läuft, ist es für alle Beteiligten - vom Bauern bis zum Röster - wichtig, Zugang zu diesen Kaffees zu haben. Durch den kontinuierlichen Bezug dieser projektbezogenen Kaffees wird ein systemischer Wandel eingeleitet.
Das ist es, was wir als "Sustainability-as-a- Service" (SaaS) definieren - mit einer kleinen Abwandlung des ursprünglichen Akronyms ;-). Kurz gesagt: Exzellente Kaffeequalität, die vom Baum bis zur Tasse nachhaltig produziert und bezogen wird.

Besuchte Regionen:
Wir begannen unsere Reise mit einem Flug von Addis Abeba nach Awasa. Von dort aus fuhren wir nach Süden in Richtung Dila. Von Dila aus fuhren wir zu den Kaffeefeldern in der Umgebung der kleinen Dörfer (Kebeles genannt) Nurakorate, Kumato, Adame, Gotiti und Chelchele. Wir besuchten 15 Demonstrationsflächen und Bauernhöfe in der Umgebung dieser Demonstrationsflächen. Während unserer Besuche vor Ort sprachen wir mit über 100 Bauern und befragten sie und die Ausbilder, um ihre Bedürfnisse besser zu verstehen und die Effizienz unseres Ausbildungsangebots zu überprüfen.

Prädikat:
Ein tolles und inspirierendes Projekt, das beweist, dass Nachhaltigkeit im Kaffeesektor funktioniert.

 

Kaffeewissen

List+Beisler's Beitrag zur 4. Ausgabe des "The Coffee Guide"

Blog von: Philip von der Goltz, 14.10.2021

Als Verantwortlicher für Nachhaltigkeit, Marketing und Digitalisierung bei List + Beisler waren dies besondere Wochen für mich. Vor mehr als 20 Jahren habe ich angefangen, in der schönen Welt des Kaffees zu arbeiten. Ich war erst ein paar Wochen im neuen Job, als die internationalen Kaffeepreise ihren historischen Tiefststand von 41,50 c/lb erreichten. Das war im Dezember 2001. Damals sah es für mich wie das Ende der Kaffeewelt aus. Glücklicherweise wurde ich eines Besseren belehrt!
Die extreme Preisvolatilität ist einer von vielen Faktoren, die sich direkt auf das Leben und die Geschäfte aller Beteiligten der Kaffee-Wertschöpfungskette auswirken. Das schwächste Glied in unserer Gemeinschaft sind jedoch die Kaffeebauern, insbesondere die Kleinbauern. Die Kaffeebauern sind abhängig von den internationalen Kaffeepreisen und den Launen von Mutter Natur, den Schwankungen der lokalen Währungen und den politischen Entwicklungen. Viele Faktoren kommen zusammen und liegen oft weit außerhalb ihres Einflusses.

Kaffee: ein komplexer Wissensbereich
Ein gründliches Verständnis der Kaffeewelt zu erlangen ist ein zeitaufwändiges Unterfangen, aber der Schlüssel zur Verbesserung des eigenen Wissens und der Entscheidungsfähigkeit. Auf meiner eigenen Reise hatte ich das Glück, von einigen der Besten der Branche zu lernen. Dennoch gibt es noch viel Raum für Entwicklung. Nach all diesen Jahren bin ich zumindest zu einer festen Überzeugung gelangt: Kaffee ist ein lebenslanger Lernprozess; je mehr man weiß, desto mehr erkennt man, dass es noch mehr zu lernen und zu verstehen gibt. Die Komplexität dieses globalen Geschäfts schafft eine sich ständig weiterentwickelnde und verändernde Realität in Bezug auf Produktion, Handel, Verbrauch und viele andere Komponenten des Kaffees. Das Wissen muss ständig angepasst und aktualisiert werden.

Wie soll man also anfangen und was soll man lernen? Es liegt in der Natur der Komplexität, dass sie sich nur schwer zusammenfassen und vereinfachen lässt. Kaffee wird überall auf der Welt angebaut und auf vielfältige Weise konsumiert. Nehmen wir an, man möchte nicht nur seinen eigenen Horizont erweitern, sondern sich in seinem Beruf wirklich entfalten. In diesem Fall ist es von entscheidender Bedeutung, Ideen, Gedanken, Fakten und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse von so vielen Fachleuten wie möglich zu erhalten. Man sollte seine Quellen daher mit Bedacht wählen.

Bereits 1992 wurde der erste Coffee Guide von United Nations' International Trade Centre (UN/ITC) veröffentlicht. Er wurde zur führenden Informationsquelle für Fachleute in Bezug auf Kaffee. Es handelte sich um ein Handbuch für den Handel mit Kaffee, das hauptsächlich von Jan van Hilten und Morten Scholer verfasst wurde. Nach dem anfänglichen Erfolg machten sie weiter und entwickelten zusammen mit einem Team von Branchenexperten zwei weitere Guides (veröffentlicht 2002 und 2012). Diese - meiner Meinung nach - hervorragende Arbeit versorgte die Kaffeebranche mit detailliertem Wissen und stellte einen unschätzbaren Wert für die Kaffeewelt dar.
Seit der letzten Veröffentlichung sind fast 10 Jahre vergangen. Es war nicht nur an der Zeit, die Informationen zu aktualisieren, sondern auch, sich an neue Gegebenheiten anzupassen.

Quelle: ITC "Building on the legacy: From commodity handbook to comprehensive working tool."

Wie alles begann und wie sich das Team entwickelte
Vor achtzehn Monaten bat mich Hernan Manson, der Leiter der UN/ITC-Abteilung Alliances for Action, die Aufgabe zu übernehmen, den ITC Coffee Guide zu aktualisieren. So spannend diese Aufgabe auch ist, so herausfordernd ist sie auch. Am ersten Tag dieses Projekts hatten Hernan und ich gerade damit begonnen, uns einen Überblick über den Umfang dieses Vorhabens zu verschaffen, als uns langsam das Ausmaß der Arbeit bewusst wurde, die vor uns lag. Die Fülle der zu behandelnden Themen erinnerte mich an einen Spruch eines Lehrers aus meiner Schulzeit: "Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo man es findet!". Und so begannen wir ein Brainstorming über die Personen, mit denen wir zusammenarbeiten wollten. Wir bildeten ein engagiertes Expertenteam: Sarah Charles als meine wichtigste Co-Autorin, Redakteurin und kreatives Kraftpaket. Sie ist eine bekannte Autorin, die bereits an mehreren Kaffee-Publikationen gearbeitet hat. Martina Bozzola, eine hervorragende Akademikerin, Professorin für Wirtschaft und Landwirtschaft an der Queen's University of Belfast und leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Tommaso Ferretti, Experte für nachhaltige Handelsfinanzierung, promovierte an der McGill University und wurde während der Erstellung dieser neuen Ausgabe Vater. Er hatte sicherlich sehr kurze Nächte, aber nicht nur wegen des neugeborenen Babys. Eleni Gerakari, die all unsere Gedanken und Ideen in umsetzbare Arbeit umwandelt und etwas Ordnung in unser kreatives Durcheinander bringt. Sie ist eine große Bereicherung für uns alle! Und nicht zuletzt: Neil Rosser - der Datenmeister. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung mit den Zahlen, die die Welt des Kaffees bewegen.
Neben unserem Kernteam haben wir eine hochprofessionelle und motivierte Gruppe von über 70 Branchenexperten engagiert. Die Bandbreite ist groß: von Kaffeebauern, Kooperativen, Exporteuren, Importeuren, Röstern, Coffeeshops, Beratern bis hin zu Hochschulen, internationalen Institutionen, NGOs und Verbänden aller Art. Wir sind stolz darauf, dass wir die gesamte Gemeinschaft der Kaffeestakeholder abdecken. Dieses Netzwerk von passionierten Kaffeeliebhabern ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren des neuen Leitfadens.

Was ist neu?
Hier ein kurzer Einblick in die wesentlichen Neuerungen:
- Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema, mit dem versucht wird, die Branche auf den Weg zum neuen Normalzustand zu führen
- Neueste Statistiken und Trends: Die Produktionszahlen sind in drei Gruppen unterteilt, die zwischen Standard-, Premium- und spezialisierten Kaffees unterscheiden.
- Der Schwerpunkt liegt auf der Benutzerfreundlichkeit. Acht unabhängige Module mit einer entsprechenden Toolbox, die praktische Ratschläge und Fallstudien enthält.
- Ein neues Kapitel über die neuesten Innovationen ist jetzt Teil des Leitfadens. Dabei geht es vor allem um die digitale Seite des Geschäfts.

Nach 18 Monaten intensiver Arbeit bin ich glücklich, diese neue Ausgabe endlich auf den Markt bringen zu können. Ich bin dankbar für alle, die uns bei der Verwirklichung dieses Mammutprojekts unterstützt haben! Mit diesem Guide haben wir den Grundstein für ein neues Kapitel gelegt und hoffen, zu einem besseren Verständnis der Kaffeewelt für Fachleute entlang der gesamten Wertschöpfungskette beigetragen zu haben. Die Herausforderungen der nächsten Jahre werden zunehmen und noch größer werden. Möge der neue Coffee Guide uns dabei helfen, angemessene und nachhaltige Lösungen zu finden.

Wo ist er zu finden?
Kein anderer Tag als der Internationale Tag des Kaffees (1. Oktober 2021) hätte besser geeignet sein können, um die vierte Ausgabe des Kaffeeführers offiziell vorzustellen. "The Coffee Guide, 4. Ausgabe" kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Wir freuen uns auf eure Kommentare und Eindrücke!

 

Nachhaltigkeit

Wir sind der erste World Coffee Research Partner in Deutschland!

List + Beisler: neue Partnerschaft mit World Coffee Research

Nachhaltigkeit ist untrennbar mit der DNA unseres Unternehmens verbunden. Daher fördert und unterstützt List + Beisler seit langem Nachhaltigkeitsprojekte in Kaffeeanbaugebieten.

Hierbei konzentrieren wir uns hauptsächlich auf kaffeebezogene Schulungen für Kleinfarmer. Zu unseren wichtigsten Schulungsthemen gehören u.a. bewährte Methoden zur nachhaltigen Bewirtschaftung von kleinen Kaffeefarmen, die Schritte vor, während und nach der Ernte sowie die Verarbeitung der frisch geernteten Kaffees. Ziel dieser Projekte ist es, sowohl die Produktivität der Farm als auch die Qualität der Kaffees zu steigern. Hierdurch wollen wir die „Software" – das Wissen - der Farmer verbessern und ihnen helfen, qualifiziertere Kompetenzen in relevanten landwirtschaftlichen Praktiken, wie beispielsweise modernenn Kompostierungsmethoden, zu erlangen.

Allerdings treffen wir immer wieder auf einen erheblichen und substantiellen Engpass: die vorhandene Infrastruktur der Kleinfarmen oder besser gesagt die „Hardware" - die Kaffeebäume -selbst. In der Regel handelt es sich um zufällig gemischte Kaffeebaum-Sorten (Varietäten), die eher zweckmäßig gepflanzt, aber nicht strategisch optimiert wurden. Somit kann der Kaffeefarmer leider nicht die (jedoch sehr benötigte) höhere Qualität, mehr Produktivität und Effizienz erreichen.

Wenn wir den Kaffeefarmern helfen wollen eine nachhaltige Existenzgrundlage zu erreichen und darüber hinaus auch noch weitergehende Verbesserungen anstreben, muss sich der gordische Knoten um den beschriebenen Engpass auflösen.

Daher haben wir angefangen nach möglichen Lösungsansätzen Ausschau zu halten um möglichst zeitnah den Engpass zu schließen. Nach einer umfassenden Recherche haben wir nun endlich eine Organisation gefunden, die mit wissenschaftlichen, fortschrittlichen und vor allem nicht genetisch manipulierten (!) Ansätzen genau dieses bereits schon heute erfolgreich umsetzt.

Wir freuen uns sehr, unsere Partnerschaft mit World Coffee Research (WCR) bekannt zu geben.

Wir hatten die großartige Gelegenheit, während der WOC im vergangenen Juni, Vern Long, die neue Geschäftsführerin von WCR kennenzulernen. Wir trafen uns auf unserer fröhlichen Messe-Party. Mit kühlen Getränken in unseren Händen konnten wir nach einem langen Messetag unsere Zusammenarbeit besprechen.

Worum handelt es sich bei WCR genau? 2012 wurde diese gemeinnützige Forschungsorganisation von der globalen Kaffeeindustrie gegründet. Dank moderner landwirtschaftlicher und wissenschaftlicher Errungenschaften ist es nun möglich unter anderem Erträge, Qualität und sogar die Klimaresilienz der Kaffeepflanze zu verbessern. Hiermit leisten die neuen Varietäten in ihrer Vielseitigkeit einen erheblichen Beitrag zum Wohlergehen der Kaffeefarmer und erweitern die Biodiversität der Farm.                           

WCR konzentriert sich genau auf diese Arbeit: sie nutzen fortschrittliche und angewandte Forschung in den Bereichen Kaffeegenetik (kein GVO!) und Landwirtschaft, um neue Kaffeesorten (Varietäten) zu produzieren aber auch neue, innovative Anbaumethoden zu erforschen.

Eine verbesserte und fokussierte Pflanzen-Vielfalt hat gleich mehrere Vorteile:

1) Mit mehr Biodiversität im Anbau versetzt sich eine Kaffeefarm eher in die Lage einen Schädlingsangriff oder extreme Veränderungen im Klima zu überstehen.

2) Mit dem Zugang zu diesen Varietäten kann ein Kaffeefarmer neue Bepflanzungen auf die geographischen und klimatischen Bedingungen seiner Farm ideal abstimmen. Hierdurch wird ein Kaffeebaum in eine Umgebung gepflanzt, die seinen Bedürfnissen entspricht. Ein glücklicher Baum ist ein gesunder Baum, und gesunde Bäume produzieren nun mal bekannterweise mehr und besseren Kaffee. :-)

Das WCR arbeitet mit einem hervorragenden Netzwerk führender Wissenschaftler und Kaffee-Institutionen auf der ganzen Welt zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Lösungen, die schnell umsetzbar sind und innovativen und qualitätsbewussten Kaffeebauern zugänglich gemacht werden.

Nun möchten wir auch Sie zu dieser neuen Partnerschaft einladen – werden Sie Teil des Check-Off Programs!

Wie können Sie teilnehmen? Wie funktioniert es?

keyboard_arrow_rightAb sofort können Sie sich als Röster anmelden und zwischen 0,02 bis 0,20 EUR/kg Rohkaffee, der über List + Beisler bezogen wird, zu spenden.

keyboard_arrow_rightList + Beisler ergänzt diese Spende mit 0,02 EUR/kg gekauftem Rohkaffee.

keyboard_arrow_rightList + Beisler registriert alle Kaffeekäufe teilnehmender Röster mit den vereinbarten Spenden-Beiträgen. Die Spende wird auf dem Kontrakt separat ausgewiesen – analog zu bspw. den Frachtkosten.

keyboard_arrow_rightList + Beisler verwaltet die Spenden und überweist sie vierteljährlich an WCR.

keyboard_arrow_rightEinmal eingerichtet, unterstützen Sie automatisch bei jeder weiteren Bestellung.

Weitere Informationen finden Sie auf worldcoffeeresearch.org oder wenn Sie uns direkt kontaktieren!

NB: Da sowohl List + Beisler als auch WCR privatrechtliche Organisationen sind, sind wir nicht in der Lage Spendenquittungen auszustellen.

In Tansania

Edelweiss, Ngorongoro Krater

Edelweiss Estate, Ngorongoro Crater. Heading west from Moshi, our next destination led us to the Arusha Coffee Mill. This dry mill is owned by the Edelweiss Estate and mills the parchment of 4-5 neighboring farms next to their own. We got to cup the first Edelweiss lots from lower altitudes. Neel Vohora, the third generation owner of the farm, loves to experiment with different processing styles. This upcoming crop there will be refreshing samples of carbonic maceration, anaerobic fermentation and honey coffees to be checked out. First samples should reach us in the second half of September, with shipments reaching us in Jan/Feb.

The Edelweiss Estate consists of two neighboring farms: Edelweiss and Helgoland/Ascona. The funky German names are a heritage from German settlement in the early 20th century. Both farms are adjacent to the Ngorongoro Conservation Area with an abundance of wildlife such as elephants, buffalos, lions, the endangered black rhinos and zebras. This wildlife is both a blessing and a curse. On the one hand, this land remains a diversified part of its natural surroundings. On the other hand, the coffee trees have undergone a quite stringent rejuvenation program over the past ten years, production is said to reach a new peak this year. Yet, buffalos and elephants in particular cut back yields by destroying not only a few trees but sometimes also complete hillsides. Young buffalos that grow horns, are suffering from itching, so they rub their horns on coffee trees. Elephants dig huge holes with their tusks to lick minerals out of the soils. Both farms already dedicate 30% of their area to a natural buffer zone for wildlife protection. It remains tricky though to balance the needs of farmers and wildlife in such proximity. Nevertheless, Neel is positive to find a solution that works for both.

Until then, we keep our fingers crossed that buffalos and elephants are not too keen on the fine cherries Edelweiss has been producing and will leave more of that juicy and complex coffee for us. Stay tuned for some unique rhubarb in your cup!

In Tansania

Kleinbauern-Kooperativen, Kilimandscharo

Smallholder cooperatives, Kilimanjaro. Our second visit took us a bit east of the Kili to the producers of our regional coffees "Kulala Kifaru""Lulu Kaskazini" and "Mamsera Amcos". While the first two coffees represent a mix from several cooperatives, Mamsera Amcos coffee stems from a single-cooperative.
Seven members of the UTZ-certified Mamsera Amcos welcomed us at their headquarters and warehouse. Their modern organization is led by a female manager and supported by a retired accountant of the Tanzanian Coffee Board. In total 2,000 members bring their parchment to the cooperative to be weighed and sold. A similar set-up was found at another cooperative called Mamba South Cooperative. We got to speak to several farmers and members of the cooperatives. All of them named similar challenges they are currently facing: costs for fertilizers, aging trees and especially the youth leaving to the cities.

To tackle these challenges, the cooperatives have come up with practical solutions: regular trainings teach the farmers how to produce their own fertilizers as done at the farm of Christian Arestides Massae (see picture). In cooperation with an NGO, they are also setting up a nursery to slowly replace some of the 100-year-old trees by fresh and more productive ones. In addition, the farmers exchange their experiences in pruning with "promoter farmers" within the cooperatives. Convincing the youth to follow in coffee growing remains the most challenging problem though. By employing young people, the cooperatives try to create a bridge between the generations. They also award the best 45 farmers as an incentive for good quality and prestige. Yet, according to them, the average age of a coffee farmer in the Kili area currently lies above 60. Next to climate change, we also consider this as one the critical points for future coffee production. The cooperatives have done a great job in this area and we hope to have a continuous coffee flow in the future, too!

By buying these coffees, you certainly contribute to supporting the smallholder farmers from these cooperatives, too. Coffees from this area tend to be slightly floral and come with an intense citric acidity. We expect the first samples from this area in November and are excited to see what this year's production will bring!

Im Ursprung

Ursprungsreise nach Tansania

Tansania, August 2019

Pünktlich zum Start der Ernte, haben wir uns auf den Weg nach Nord-Tansania gemacht. Wir wollten uns ein Bild davon machen, was die kommende Ernte bringen wird und haben gleichzeitig der Edelweiss Farm einen ersten Besuch abgestattet. Genug Vorhaben, auf die wir uns freuen konnten! 

Unsere einzelnen Stationen und eine Routenübersicht gibt es auf dieser Karte.

In Tansania

Machare Estate, Kilimandscharo

Machare Estate, Kilimanjaro. Starting off in the Kilimanjaro region, we were welcomed with unusual sunshine for these times. Machare Estate allows you to have a cup of coffee with a direct view onto Kilimanjaro. The farm is surrounded by two rivers and nestled on the lush slopes of the Kilimanjaro Mountain. Bente, the owner of Machare, aims to cultivate 100 % organically certified coffee in a few years. She has quite some talent to teach herself things that go beyond her in-depth knowledge of coffee: an irrigation system that supplies the whole plantation with only one pump and a Tanzanian-tailored organic fertilizer are only two of the projects she successfully executed in the past years. Imagine a farm that has experimented with so many best practices from all over the world, that it is considered state-of-the-art coffee processing in East Africa. This results not only in a unique set-up involving much of the surrounding communities but also in a high-quality cup that constantly convinces with beautiful aromas and high complexity. Machare's coffees are full of tomato, bergamot and berries that play with smooth citric acidity. We have had these coffees for several years now and can only support her engagement that reflects these colorful aromas in one cup.

During our visit in August, parts of the Machare Estate had ripened much earlier than in previous years. Picking in lower altitudes had already begun. Not only on Machare, but also on the many surrounding smallholder farms, people had started to pick the first ripe cherries. Samples should come to our lab in November, first coffees should reach our warehouse in Germany by March.

Last year, we entered a joint project to strengthen Machare's surrounding communities. To us, a strong coffee community with established infrastructure enables synergies as well as stable supply from the region. The goal of the project was to imrpove coffee processing for Machare's neighboring Central Pulping Units (CPU's). These CPU's are owned and operated by the surrounding smallholder farmers to depulp, ferment, wash and dry the parchment of many in one facility. Together with Bente, we decided to supply the CPU's with shade nets and plastic canvas to support their drying processes on African drying beds. Originally, shade nets were used in olive processing, covering the olives and drying them in a more gentile way. Farmers at the Kilimanjaro already dry their parchment in the shade of many trees. Nevertheless, these nets still come in handy. Drying the parchment involves regular turning to ensure constant quality. Placing the parchment on nets rather than directly on wire has several advantages:

keyboard_arrow_rightThe wire is hard to replace or repair as the material is rising in price

keyboard_arrow_rightHandling becomes easier, no beans are missed out on or fall through the wire, parchment can be poured all at once

keyboard_arrow_rightAlready tucked in nets, parchment can be quickly wrapped in canvas in order to protect from rain and humidity at night

The CPU's range in size: the biggest one in the area gathers 74 farmers while others collect the cherries of 10 farmers only. A total of 158 shade nets and 100 plastic canvas were given to 13 CPU's neighboring Machare. Using the shade nets means another step to professionalization and towards a more consistent quality. Easing the work of coffee farmers supports keeping the farm job attractive for generations to follow. Ensuring a stable coffee infrastructure usually creates greater coffees for roasters and coffee lovers. Thank you Bente for your support!

Rückblick

Deutschlands erster Q-Arabica Kurs + Exam

Im Februar 2019 fand in unserem Schulungsraum in Berlin der erste Q-Arabica Kurs & Examen Deutschlands statt. Zwölf TeilnehmerInnen aus ganz Europa wurden geschult und in insgesamt 19 Prüfungen getestet um am Ende die höchste Zertifizierung in der Welt der Kaffee-Sensorik zu erhalten: den Q-Grader.
Aufgrund der hohen Nachfrage werden wir sicherlich im zweiten Halbjahr 2019 gleich den nächsten Q-Grader Kurs anbieten. Bei Interesse melden Sie sich gern bei uns.

Im Ursprung

Den Menschen im Ursprung etwas zurückgeben

Im Februar 2018 haben wir mit unseren äthiopischen Partnern, Moplaco, die Kaffeeregion Sidamo besucht. Während dieser Reise haben wir Produzenten getroffen, aber auch eines der Projekte kennengelernt, die Moplaco in dieser Region gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung entwickelt hat: Die Sergera Grundschule.

Diese Schule wurde vor mehr als 8 Jahren mit dem Vorsatz gebaut, ein Umfeld zu schaffen, in dem Kinder gerne zur Schule gehen. Von Jahr zu Jahr hat sich die Anwesenheitsrate verbessert und heute besuchen etwa 2000 Kinder diese Schule. Seit ihren Anfängen hat sich die Schule merklich verbessern können und ist, wie die Mitarbeiter bei Moplaco sagen, "eine kontinuierliche Meisterleistung".

Die Schule läuft im Schichtbetrieb, morgens und nachmittags mit jeweils 1000 Kindern pro Schicht. Zur Zeit gibt es 10 Klassenzimmer, von welchen nur 2 mit Betonböden ausgestattet sind; die restlichen haben sandige Lehmböden, die mit Holzstreifen abgedeckt sind. Diese Art von Bodenbelag ist zwar kostengünstig, aber auch die ideale Umgebung für Flöhe, die ein großes Problem für die überbelegten Klassenzimmer darstellen.

Bei List + Beisler glauben wir daran nachhaltige Gemeinschaften in der Kaffeeindustrie zu fördern. In diesem Fall haben wir uns entschieden mit Moplaco zu kooperieren und der Gemeinde von Sergera dabei zu helfen, weitere Klassenzimmer zu renovieren, die Böden und Wände auszubessern, und diese mit Möbeln auszustatten, um eine sicherere und gesündere Umgebung für die Kinder zu schaffen; einen Ort, an dem sie unter besseren Bedingungen lernen und arbeiten können.

Das Projekt ist für März 2018 bis Dezember 2018 angesetzt und wir werden während dieser Zeit die gesamte Projektgestaltung leiten. Moplaco wird als Leiter des Gesamtprojektes mit uns zusammenarbeiten, während die Mitglieder der Sergera-Gemeinde tatkräftig am Projekt mitarbeiten.

Wir glauben, dass eine übergreifende Verbesserung der Infrastruktur den Kindern die Möglichkeit geben wird, unter angemessenen Bedingungen zu lernen.

Wir halten Sie mit Neuigkeiten zu diesem Projekt auf dem Laufenden.

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