Premium Coffee Culture since 1901

19. Februar 2024

Was passiert gerade in Süd-Amerika?

Allgemeine Wirtschaftslage:

Die Weltlage ist nach wie vor höchst komplex und schwierig zu navigieren. Angesichts der Tatsache, dass wir in das 3. Jahr von Putins Invasion in der Ukraine eintreten, gibt es noch keinerlei Anzeichen für Frieden. Außerdem ist Putins wichtigster Oppositionsführer der letzten zehn Jahre, Alexej Nawalny, in einem Gefängnis am Polarkreis gestorben. Die meisten von Putins Oppositionellen sind entweder tot, im Gefängnis oder leben im Exil. Es erfordert großen Mut, sich gegen den Kreml auszusprechen; unser tiefster Respekt gilt denjenigen, die es wagen, sich dennoch zu wehren.

Der israelisch-palästinensische Konflikt eskaliert weiter, ohne dass eine schnelle Lösung in Sicht ist. Neben den schrecklichen Bildern und der wirklich komplexen und vielschichtigen Realität der Situation gibt es auch direkte Auswirkungen auf die Kaffeewelt, da die Houthi-Rebellen Schiffe im Roten Meer angreifen. Im Gegenzug meiden die meisten Reedereien die Route durch den Suezkanal und leiten ihre Schiffe über das südafrikanische Kap der Guten Hoffnung um. Dadurch werden die Transporte aus Ostafrika, Indien, Indonesien, PNG und Vietnam teurer und dauern wesentlich länger. Und wenn man sich an die COVID-Zeiten erinnert, führen gestörte maritime Lieferketten zu einem Dominoeffekt, da andere Schiffe rund um den Globus auf die Ankunft von Containern warten, die dann wiederum mit neuen Gütern beladen werden müssen.

Nichtsdestotrotz wurden einige Kaffeechargen an zertifizierte Lagerhäuser geliefert, da die Zahl der zertifizierten Arabica-Bestände angestiegen ist. Nach einem Rekordtief verzeichneten die Bestände einen Zuwachs von 33 % und belaufen sich nun auf mehr als 300.000 Sack. Darüber hinaus haben die ergiebigen Regenfälle in den wichtigsten brasilianischen Kaffeeanbaugebieten zu einem leichten Rückgang der internationalen Arabica-Kaffeepreise geführt, die zum Ende der Woche bei 186,70 c/lb lagen. Das sind 2,5 % weniger als am Freitag zuvor. Aufgrund der Feierlichkeiten zum President's Day bleibt der NYC-Markt am Montag, den 19. Februar, geschlossen.

Robusta hat ebenfalls etwas an Boden verloren, aber es sieht nach einer kurzen Erholungspause aus, bevor eine neue Hausse einsetzen könnte. Die vietnamesischen Neujahrsfeierlichkeiten haben die Handelsaktivitäten fast zum Erliegen gebracht. Die zertifizierten Robusta-Bestände sind knapp und haben einen neuen Tiefstand erreicht, was die bullische Stimmung und das Hochpreisszenario unterstützt. Sie erreichten am Montag mit 3.241 USD/MT ein neues Allzeithoch. Dennoch schloss die Woche 2,4 % niedriger als die Vorwoche bei 3.141 USD/MT.

Wenn man die Preise mit denen der vorangegangenen Wochen vergleicht, sollte man beachten, dass der First Notice Day vor der Tür steht und die Spotmonate daher von März (KCH24 oder RMH24) auf Mai (KCK24 oder RMK24) umgestellt wurden.

Um über die sich ständig ändernde Dynamik des Kaffeemarktes informiert zu bleiben, aktualisieren wir wöchentlich die nachstehende Tabelle.

 

 

Brasilien

In der vergangenen Woche haben Millionen von Brasilianern und Touristen aus aller Welt auf den Straßen Brasiliens gefeiert. Es handelt sich um den größten Karneval der Welt, ein farbenfrohes Fest mit Musik, Samba-Darbietungen, Paraden und unzähligen traditionellen Festivitäten, das einen Geist verkörpert, der für Vielfalt und Gleichheit steht.

Anfang Februar war das Wetter noch trocken, aber in den letzten Tagen hat es reichlich geregnet, was die für diese Jahreszeit typische übermäßige Hitze gemildert hat. Darüber hinaus haben die Regenvorhersagen weitere Auswirkungen, die sowohl ein optimales Wachstum der neuen Ernte versprechen als auch einen Rückgang der Kaffeepreise zur Folge haben.

Nach den sehr konservativen Schätzungen der CONAB-Agentur wird die Kaffeeproduktion in diesem Jahr voraussichtlich um 5,5 % steigen und etwa 58 Millionen Säcke erreichen. Die Arabica-Kaffeeproduktion wird voraussichtlich rund 41 Millionen Sack erreichen, was einem Anstieg von 4,7 % gegenüber 2023 entspricht, während die Robusta-Produktion voraussichtlich um 7,2 % auf 17 Millionen Sack steigen wird.

Aufgrund der Karnevalsferien waren die Handelsaktivitäten in Brasilien ruhig. Insgesamt war der Arabica-Handel in den letzten Wochen jedoch stabil, da die internen Preise fest waren. Die Exporteure deckten sich mit kurzfristigen Lieferverträgen auf dem lokalen Markt ein, und das Geschäft mit der neuen Ernte kam in Schwung.

Was Conilon betrifft, so gab es aufgrund der attraktiven lokalen Preise einen starken Geschäftsfluss. Dies motivierte die Farmer, den Verkauf der neue Ernte 24/25 zu beginnen.

Aufgrund der vorherrschenden logistischen Herausforderungen am Roten Meer bleibt die internationale Nachfrage hoch, da sich die Käufer bei Robusta für Brasilien statt für Asien entscheiden.

Die Besorgnis über die möglichen Auswirkungen der Situation am Roten Meer auf den Schiffsverkehr in Mittel- und Südamerika wächst.

Kolumbien 

Erneut setzte sich die Regierung von Gustavo Petro mit der Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee (ELN) zusammen, um ein Friedensabkommen zu schließen. Ein weiterer bilateraler sechsmonatiger Waffenstillstand wurde angekündigt, nachdem der im August letzten Jahres vereinbarte vorläufige Waffenstillstand ausgelaufen war.

Was das Wetter betrifft, so rief Petro wegen der in mehreren Teilen des Landes wütenden Waldbrände den Katastrophenzustand aus. Die Brände sind das Ergebnis der heißen und trockenen Bedingungen im Zusammenhang mit dem El-Niño-Wetterphänomen, das voraussichtlich auch in den nächsten Monaten anhalten wird.

Berichten zufolge lagen die Temperaturen in weiten Teilen des Landes 5 bis 10 °C über dem Normalwert, was in wichtigen Erzeugerregionen wie Antioquia, Huila und Valle del Cauca zu Trockenheit führte. Die letzten Wochen brachten jedoch dringend benötigte Niederschläge. Die Vorhersage verschiebt sich nun weg von der Trockenheit hin zu vereinzelten Regenfällen, was eine gewisse Entlastung bedeutet.

In den Trockenmühlen werden noch die letzten Reste der Ernte 23/24 verarbeitet. Es wird erwartet, dass die "Mitaca" im April beginnt. Die gehandelten Mengen und die Differentiale bleiben stabil.

Aus den Häfen von Buenaventura (Pazifik), Cartagena und Santa Marta (beide Karibisches Meer) gibt es bisher keine nennenswerten Nachrichten.

Peru

Die peruanische Regierung verkündete einen 60-tägigen Ausnahmezustand für die Provinzen Trujillo und Pataz in der Region La Libertad, der letzte Woche begann. Die Vorsichtsmaßnahme wurde aufgrund der zunehmenden Kriminalität in den Gebieten verhängt.

In den Produktionsregionen gab es viel Sonnenschein, und die Prognosen sagen mildere, bewölkte Tage mit etwas Regen in der Region Junin voraus. Diese Witterungsbedingungen sind ideal für die Entwicklung der Kirschen und geben Anlass zu optimistischen Erwartungen hinsichtlich der Menge und Qualität der kommenden Ernte.

In den unteren Zonen bereiten sich die Farmer darauf vor, bald mit der Ernte zu beginnen, während sich die Kirschen in den mittleren und hohen Lagen noch in der Entwicklungsphase befinden. Die Ernte in den höher gelegenen Gebieten zwischen 1.600 und 2.000 m ü.d.M. wird voraussichtlich im Juni beginnen. Wie man hört, werden in den höher gelegenen Zonen gute Produktionsmengen erwartet, während in den niedrigeren und mittleren Zonen aufgrund des vermehrten Auftretens von Blattrost eine geringere Ernte zu erwarten ist.

Es liegen nur wenige Angebote für die neue Ernte 2024 vor. Die Exporteure warten auf die Durchführung interner Inspektionen, bevor sie ihre ersten Angebote abgeben.

Keine Nachrichten aus dem Hafen.

Kaffeeproduktion in Südamerika

 

 

12. Februar 2024

Was passiert gerade in Asien-Pazifik?

Allgemeine Wirtschaftslage:

Die volatilen Aktienmärkte reagierten auf Inflationssorgen und geopolitische Spannungen, die durch extreme Wetterereignisse weltweit noch verschärft werden. Australien wird von einer weiteren extremen Hitzewelle heimgesucht, und die Gefahr von Buschfeuern ist wieder einmal sehr groß. Die globale Erderwärmung und geopolitische Spannungen sind Teil unserer neuen Realität und lassen sich nur schwer beschönigen. Die eskalierenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine haben die Unsicherheit weiter verstärkt und unterstreichen die Notwendigkeit koordinierter Anstrengungen, um sowohl unmittelbare Herausforderungen als auch langfristige Nachhaltigkeitsziele inmitten einer komplexen geopolitischen Landschaft anzugehen.

Die internationalen Kaffeepreise für Arabica- und Robusta-Kaffee waren in dieser letzten Woche recht volatil und aktiv.

Da die Rollierung vom Spotmonat März 2024 auf Mai 2024 begonnen hat und mit einem beträchtlichen Volumen unterlegt ist, ist auf dem Kaffeemarkt eine gewisse Nervosität spürbar.

Die Arabica-Preise stiegen weiter an, erreichten mit 197,00 c/lb ein neues Wochenhoch und schlossen am Freitag bei 196,30 c/lb, was einem Gewinn von 2,3 % gegenüber der Vorwoche entspricht.

Die Robusta-Bullen setzten ihren Rallye-Modus nach einer kurzen Erholungspause fort. Die Woche schloss 3,5 % höher bei 3.349 USD/MT. Die Volatilität und die bullische Stimmung bleiben uns wohl noch etwas erhalten.

 Indonesien

In Indonesien finden diese Woche Wahlen statt. Am Mittwoch, dem 14. Februar, werden rund 200 Millionen Wahlberechtigte einen neuen Präsidenten, einen Vizepräsidenten sowie Vertreter der Exekutive und der Legislative auf allen Verwaltungsebenen im ganzen Land wählen, womit es sich um die weltweit größte Wahl an einem Tag handelt.

Piotr, Kaffeehändler in unserem Team, besucht derzeit unsere Lieferanten in Indonesien. Er berichtet, dass es derzeit etwas mehr Regen gibt als üblich, da Indonesien sich gerade in der Trockenzeit befindet, aber nicht genug, um Störungen zu verursachen.

Die Arabica-Produktion schreitet stetig voran. In Sumatra, insbesondere in den nördlichen Gebieten wie Aceh, nimmt die Ernte an Fahrt auf. Auf Java wird die Ernte voraussichtlich früher als üblich beginnen. Andererseits entwickeln sich die Robusta-Kirschen weiter. Wie Piotr berichtet, sind die Kaffeeproduzenten sehr optimistisch, was die Qualität und das Volumen der neuen Ernte betrifft.

Die lokalen Preise für Arabica sind in letzter Zeit auf hohem Niveau geblieben. Ähnlich verhält es sich bei Robusta, wo das Angebot sehr knapp und die Preise entsprechend hoch sind.
Von den Häfen gibt es keine nennenswerten Neuigkeiten; die Logistik funktioniert ohne Unterbrechungen.

PS: Wir laden euch ein, mit uns die Siegerpartien des Indonesia Cup of Excellence 2023 zu verkosten. Meldet euch bis zum 15. März an - mehr Infos hier!

Piotrs Eindrücke aus Indonesien.

Indien

Mit der Begründung, dass die nationale Sicherheit und der Erhalt der Bevölkerungszahl gefährdet seien, hat Indien angekündigt, die Visafreiheit für Grenzbewohner mit Myanmar aufzuheben. Diese Entscheidung folgt auf die Ankündigung des Innenministers, die 1.643 km lange Grenze zu umzäunen, wo derzeit Personen innerhalb einer 16 km langen Zone auf beiden Seiten visumfrei reisen können.

Die Arabica Ernte wurde durch das regnerische Wetter weiterhin beeinträchtigt, insbesondere in den Arabica-Anbaugebieten. Die Prognosen sagen jedoch sonnige Tage in den Regionen Karnataka und Kerala voraus, mit hohen Temperaturen um die 30°C.

Trotz der Verzögerungen durch die Regenfälle in den ersten Wochen des Jahres 2024 geht die Arabica-Ernte in ihre Endphase, mit rund 85 % des Kaffees bereits geerntet. Die Robusta-Ernte ist auf ihrem Höhepunkt, etwa 50 % wurden bereits geerntet. Einige Lieferanten berichten über einen Arbeitskräftemangel, bleiben aber angesichts der derzeit hohen Preise hoffnungsvoll. In diesem Jahr könnten die gewaschenen Robusta-Mengen geringer ausfallen. Diese Einschätzung ist jedoch immer schwierig, da sie von verschiedenen Faktoren wie dem Preis für natürliche Robustas extrem abhängt.

Abgesehen von den Herausforderungen der Krise am Roten Meer gibt es keine größeren Neuigkeiten aus dem Hafen.

Vietnam

Vietnam feierte an diesem Wochenende sein Tet-Neujahrsfest, mit dem der Frühling und das Jahr des Drachen begrüßt werden. An den Festtagen finden im ganzen Land zahlreiche Feierlichkeiten statt, bei denen auf den Straßen traditionelle lokale Speisen, Musik und Drachentänze aufgeführt werden.

Vietnam befindet sich derzeit in der Trockenzeit. In den Provinzen Dak Lak, Lam Dong und Gia Lai wird sonniges und trockenes Wetter vorhergesagt.

Die Ernte ist fast abgeschlossen, und das sonnige Wetter im zentralen Hochland ist günstig für die Kaffeetrocknung. Die Trockenmühlen sind voll ausgelastet.

Auf geschäftlicher Ebene herrscht rege Aktivität. Der starke Anstieg der Londoner Marktpreise hat die Landwirte zu erheblichen Verkäufen veranlasst. Die Kaffeebauern und -exporteure haben ihre Geschäftstätigkeit aufgrund der Tet-Neujahrsfeierlichkeiten derzeit pausiert. Der lokale Handel könnte bis zum allmählichen Rückkehr der Marktteilnehmer aus dem Urlaub in langsamerem Tempo weitergehen, wobei die meisten voraussichtlich am kommenden Mittwoch, dem 14. Februar, ihre Aktivitäten wieder aufnehmen werden.

Wie andere Länder in Ostafrika und im asiatisch-pazifischen Raum spürt auch Vietnam die Auswirkungen der Krise am Roten Meer.

Papua Neuguinea

Die Coffee Industry Corporation (CIC) von Papua-Neuguinea hat sich mit JDE Peet's und Enveritas zusammengetan, um ein System einzuführen, das die Einhaltung der EU-Verordnung zur Vermeidung der Entwaldung gewährleistet. Mit dieser Initiative soll sichergestellt werden, dass der aus PNG exportierte Kaffee nicht auf Flächen angebaut wird, die nach 2020 entwaldet werden. Auch Tansania und Äthiopien haben sich dieser Partnerschaft angeschlossen. Es bleibt zu hoffen, dass weitere Länder folgen werden.

Es gibt wenig Neuigkeiten zum Thema Kaffee. PNG erntet derzeit seine Zwischenernte (Fly Crop), was den Mühlen in den nächsten Wochen einige Aufträge beschert. Die Haupternte wird voraussichtlich im April/Mai in den Hochlandregionen beginnen.

Bislang gibt es keine größeren Neuigkeiten aus dem Hafen zu vermelden.

Kaffeeproduktion im asiatisch-pazifischen Raum

 

 

05. Februar 2024

Was passiert gerade in Ost-Afrika?

Allgemeine Nachrichten

Die Entscheidung der US-Notenbank, die Zinssätze unverändert beizubehalten, was insbesondere den Technologiesektor traf, führte dazu, dass der Nasdaq die schwierigsten Tage seit Oktober letzten Jahres erlebte. Diese Entscheidung kam inmitten der Erwartung der Anleger, dass die Politik geändert und die Zinssätze gesenkt werden würden, was insbesondere für die März-Sitzung erwartet wurde. Der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, signalisierte jedoch in einer Pressekonferenz nach der Sitzung eine vorsichtige Haltung und deutete an, dass solche Zinssenkungen wahrscheinlich erst dann in Betracht gezogen werden, wenn die Fed genügend Vertrauen in die Entwicklung der Inflation in Richtung ihres Ziels gewonnen hat - ein Szenario, das er bis März nicht für möglich hält. Powell deutete jedoch die Möglichkeit von Zinssenkungen zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr an, ohne sich jedoch auf einen konkreten Zeitplan festzulegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) bewegt sich in einem komplexen wirtschaftlichen Umfeld, in dem sie zwischen der Notwendigkeit, die Inflation zu kontrollieren, und dem Risiko, den Wirtschaftsaufschwung zu bremsen, abwägt. Da sich die Inflationserwartungen und die Daten zur Wirtschaftsleistung weiter entwickeln, wird die politische Ausrichtung der EZB in den kommenden Monaten sowohl für die Wirtschaftsaussichten der Eurozone als auch für die globalen Finanzmärkte entscheidend sein.

Die Bank of England (BoE) spiegelte diesen vorsichtigen Ansatz in ihren geldpolitischen Entscheidungen wider. Trotz eines gespaltenen geldpolitischen Ausschusses hielt die Bank die Zinssätze auf einem 15-Jahres-Höchststand von 5,25 %. Diese Entscheidung folgte einer dreifachen Spaltung des Gremiums, wobei die Mehrheit für die Beibehaltung des aktuellen Zinssatzes stimmte und mehr Beweise dafür forderte, dass die Inflation das Ziel der Bank dauerhaft erreichen würde.

Nachdem wir den Blick vom großen Ganzen abgewendet und uns mehr auf die Welt des Kaffees konzentriert haben, konnten wir in der vergangenen Woche beobachten, wie die internationalen Arabica-Preise zwischen 190 c/lb und 195 c/lb schwankten. Nachrichten über eine größere Ernte in Brasilien drückten die Preise ein wenig nach unten, so dass sie die Woche mit einem leichten Minus bei einem Preis von 191,95 c/lb schlossen. Im Wochenvergleich ist dies ein Minus von 1 %.

Die Robusta-Bullen haben ein wenig an Kraft verloren, nachdem sie am Mittwoch mit 3.379 USD/MT ein neues Kontrakthoch erreicht hatten. Oder legen sie nur eine kurze Pause ein, bevor sie ihren Ansturm fortsetzen? Der Wochenschlusskurs lag am Freitag bei 3.237 USD/MT und verlor damit 1 % gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche.

Um über die sich ständig verändernde Dynamik des Kaffeemarktes auf dem Laufenden zu bleiben, können Sie sich in der nachstehenden Tabelle informieren. Wir aktualisieren diese Tabelle wöchentlich und bieten die neuesten Erkenntnisse und Updates.

Äthiopien

Die 20. Ausgabe der African Fine Coffees Conference and Exhibition, die von der African Fine Coffees Association (AFCA) organisiert wird, wird morgen in der Millennium Hall in Addis Abeba feierlich eröffnet. Die Veranstaltung findet vom 6. bis 10. Februar statt und wird unter anderem von der Africa Youth Barista Championship und dem African Taste of Harvest Coffee Competition begleitet. Wir freuen uns darauf, unsere Lieferanten zu treffen und während der Veranstaltung frische Spitzenkaffees zu probieren.

Weitere Nachrichten zum Thema Kaffee: Der äthiopische Minister für Planung und Entwicklung, Fitsum Assefa, hat in Addis Abeba das FOLUR-Projekt eingeweiht. FOLUR, das 26 Länderprojekte umfasst, darunter auch Äthiopien, zielt darauf ab, die Entwaldung zu verhindern, die Wiederaufforstung zu fördern und lokale Kaffeebauern zu unterstützen. Das Kaffeeprojekt in Äthiopien trägt den Titel "Verhinderung von Waldverlusten, Förderung der Wiederaufforstung und Integration von Nachhaltigkeit in Äthiopiens Kaffeewertschöpfungsketten und Lebensmittelsysteme" und wird landesweit in 22 Woredas (Bezirken) durchgeführt.

Derzeit herrschen in den südlichen Regionen wie Sidama und Yirgacheffe während der Bega-Saison günstige Wetterbedingungen, die durch trockeneres und kälteres Wetter gekennzeichnet sind. Die Vorhersagen deuten auf teilweise sonnige Bedingungen mit minimalen bis keinen Niederschlägen hin.

In diesen Regionen hat die Kaffeeernte ihre letzte Phase erreicht. Der Schwerpunkt liegt nun auf dem Transport der neuen Ernte in die Lagerhäuser. Die Trockenmühlen bereiten sich auf ihre arbeitsreichste Zeit ab März/April vor. Vor der Verschiffung werden die frisch geernteten Kaffees gereinigt, sortiert und im Falle von gewaschenen Kaffees geschält, während die Naturkaffees zunächst entrappt werden.

Die Qualität ist vielversprechend. Es wird jedoch gemunkelt, dass die Menge der Spitzenkaffees aufgrund mangelnder Liquidität für die Lieferanten geringer ausfallen könnte.

Anhaltende Angriffe im Roten Meer stören weiterhin die Schifffahrt, was zu höheren Schifffahrtspreisen und Umweltproblemen führt, da die Schiffe aufgrund der längeren Routen mehr Treibstoff verbrauchen und mehr CO2-Emissionen ausstoßen.

Die Abläufe im Hafen von Dschibuti sind langsam und langwierig. Einige Reedereien meiden den Hafen.

Kenia

Die Haupterntemonate in Kenia sind November und Dezember. Inzwischen sind die Ernteaktivitäten weitgehend abgeschlossen.

Im Januar fanden drei Versteigerungen statt. Die Preise, insbesondere für Handelsqualitäten, sind nach wie vor relativ niedrig, während eine starke Nachfrage nach hochwertigen Kaffeesorten besteht. Insgesamt ist die Nachfrage nach kenianischem Kaffee hoch, ein Trend, der sich mit der Ankunft der neuen Ernte fortsetzen dürfte.

Abgesehen von den Schwierigkeiten, die die Krise am Roten Meer mit sich bringt, gibt es keine nennenswerten Nachrichten aus dem Hafen von Mombasa.

Tansania

Aus dem Jahresbericht der tansanischen Zentralbank geht hervor, dass die Kaffeeproduktion in dem im Juni zu Ende gegangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 24 % gestiegen ist.

Vor zwei Wochenenden verursachten starke Regenfälle im Hafen von Dar Es Salaam Überschwemmungen, die mehrere Zufahrtswege zur größten Stadt Tansanias für einige Tage blockierten.

Der häufige Regen erreichte auch die Erzeugerregionen. In den höher gelegenen Gebieten im Norden, unter anderem in den Regionen Kilimanjaro, Arusha, Tarime und Kigoma, ist die Ernte abgeschlossen. Die Niederschläge versorgen die Kaffeepflanzen mit Nährstoffen für die Blüte und Fruchtentwicklung.

Auch im Süden haben die Kaffeebäume von dem feuchteren Wetter profitiert. Die Landwirte sind derzeit dabei, ihre Bäume zu beschneiden, Unkraut zu entfernen und sie während der Bohnenbildungsphase zu verwöhnen.

Der meiste Kaffee ist bereits verkauft, und für das erste Quartal 2024 ist nur noch wenig im Angebot. Es wird erwartet, dass die Auktionen in den nächsten Wochen wieder aufgenommen werden. Die Trockenmühlen sind entweder geschlossen oder arbeiten an der Aufbereitung des Kaffees für die Käufer.

Im Hafen von Dar es Salaam herrscht angesichts der hohen Nachfrage weiterhin reger Betrieb. Die Slots sind ausgebucht, und die Schiffe liegen wegen der Überlastung vor Anker. Der Übergang des Managements auf den neuen Betreiber macht den Betrieb noch komplexer.


Ruanda

Während die Kaffeekirschen weiter an den Bäumen reifen, bereiten sich die Kaffeebauern auf die bevorstehende Ernte vor, die voraussichtlich im März oder April beginnen wird.

Die Nassmühlen sind geschlossen, beginnen aber langsam mit den Vorbereitungen für die neue Saison.

Angesichts der Überlastung des Hafens von Dar es Salaam weichen einige Exporteure auf den Hafen von Mombasa aus, um den Transit zu beschleunigen.

Uganda

Die ugandische Kaffeeentwicklungsbehörde (UCDA) berichtete, dass die nationalen Kaffeeexporte im Dezember im Vergleich zum Dezember 2022 um 4 % gesunken sind. Einerseits verzeichneten die Robusta-Exporte in diesem Zeitraum einen leichten Anstieg. Andererseits sind die Arabica-Exporte um rund 25 % zurückgegangen. Die UCDA führt diese Entwicklung zum Teil auf regenbedingte Verzögerungen bei der Ernte zurück, die auch zu einer Verlangsamung des Trocknungsprozesses des frisch geernteten Kaffees und zu einer geringeren Ernte in der Mt.-Egon-Region führten.

In Uganda werden derzeit sowohl Arabica als auch Robusta geerntet. Die Robusta-Ernte läuft aus, und der Volumenstrom ist konstant. Sie wird höchstwahrscheinlich in den ersten Märzwochen abgeschlossen sein, während die Arabica-Ernte noch 1 bis 2 Monate andauern wird.

Starke Regenfälle im Zusammenhang mit El Nino führten zu Verzögerungen bei der Ernte, der Trocknung und dem Transport der Kirschen zu den Mühlen im Landesinneren. Inzwischen haben sich die Wetterbedingungen jedoch gebessert, was darauf hindeutet, dass der Kaffeefluss und die Exporte in die Verbrauchermärkte zunehmen werden.

Die Krise am Roten Meer betrifft indirekt auch das Binnenland Uganda. Die Situation wird wahrscheinlich zu zusätzlichen Verzögerungen bei den ugandischen Robusta- und Arabica-Lieferungen führen, die normalerweise von Mombasa aus exportiert werden.

Kaffeeproduktion in Ost-Afrika

 

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We Are Hiring – Coffee Quality Control Assistant (m/w/d)

Coffee Quality Control Assistant (m/w/d)
Halbzeit, befristet
Arbeitsort: Hamburg

Über List + Beisler 

Als Experte für Rohkaffee bietet List + Beisler allen leidenschaftlichen Röstern das Erlebnis einer einzigartigen Kaffeekultur und ausgesuchte Premiumkaffees der Spitzenklasse.

Spezialitätenkaffee ist ein hochemotionales Produkt. Emotion spielt bei unserer Arbeit eine ganz zentrale Rolle. Wir sind nicht einfach nur Händler, sondern leidenschaftlicher Importeur, Produktexperte, Kaffeeliebhaber, Freak mit Herz. Diese Liebe zum Produkt spürt man bei allem, was wir tun – seit 1901. Mehr Leidenschaft geht nicht.

Job Beschreibung 

  • Unterstützung bei Verkostung der Rohkaffees

⇨ Auf- und Abbau der Cupping Tische
⇨ Auswiegen und mahlen von Röstkaffee
⇨ Aufgießen und Unterstützen beim Cuppen

  • Analyse des Rohkaffees

⇨ Green Grading und Auszählung von Defekten
⇨ Screen Size und weitere Messungen
⇨ Akribische Eingabe der Daten in unserem Qualitätskontrollsystem

  • Versand von Mustermaterial an Kunden

⇨ Packen, Etikettieren und Versenden von Roh- und Röstkaffeemuster

  • 20 Stunden pro Woche (5 Tage à 4 Stunden)

Skills und Qualifikationen

  • Du hast eine ausgeprägte Passion für Top-Kaffees.
  • Du bist zuverlässig, fleißig und arbeitest schnell und genau in einem Experten Team.
  • Dein Deutsch ist fließend und grundlangen in Englisch sind definitiv von Vorteil.
  • Dir sind die Abläufe im Musterzimmer eines Rohkaffeehändlers nicht ganz unbekannt. Sollten sie es doch sein, so bist du lernwillig und möchtest die Zusammenhänge gerne einstudieren.

Was wir bieten

  • Ein kleines und sehr motiviertes Team.
  • Ein sehr internationales Arbeitsumfeld mit Büros in Deutschland, USA und Australien.
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  • Kaffeewissen aus über 120 Jahren Erfahrung: du wirst dein eigenes Kaffeewissen extrem ausbauen können.
  • Den schönsten Kaffee in deiner Tasse – jeden Tag, soviel du willst.


Interessiert?
Dann schick uns deinen Lebenslauf an jobs@list-beisler.de

 

 

Blog

Honduras: Harvest Update

Officially, the coffee harvest in Honduras starts on October 1, coinciding with its National Coffee Day. With 6 different producing regions across the country, Honduras has a prolonged harvesting period, with the lower regions beginning harvest activities in October, extending until February. Farms at higher altitudes in departments like La Paz, Intibuca, and Comayagua typically commence harvest activities later, starting around March and continuing through June and July.

Four months in, farmers are either preparing for the upcoming harvest or are at its peak: recollecting, depulping, fermenting, washing, drying, sorting... While we hear that these activities are progressing well across all regions, the harvest is also expected to be slightly smaller than in the coffee year 2022/23. It is not unusual to receive this kind of news during the harvest. Nonetheless, our own estimations remain positive.

Forecasts from IHCAFE (Honduras' National Coffee Institute) indicate that overall, Honduras will produce less coffee in the period 2023/24, with an estimate of some 5 million bags, 5-7% less than in the previous year.

Aerial view of coffee farms in Olancho.
Photo Credit: Cocaol

Insight from Agalta (Olancho, Yoro, Atlántido & Colón)

Less production seems to be a trend in most coffee regions. As conveyed by Asdrubal Sanchez, from the cooperative Cocaol in the region of Agalta, who tells us that in Olancho, their last harvest was substantially smaller than three seasons ago. This harvest, he expects a reduction of around 10%. "The department of El Paraiso, our neighbor, has usually been a big producer, but they are also experiencing a drop in production," he says. "We also hear that production could decrease in the west, but not as pronounced as here."

Asdrubal explains that this decrease in production is strongly linked to a lower labor force, as individuals flee the country in search of better opportunities in the US. He emphasizes that the absence of workers on the farm not only impacts the harvest but also hampers essential operations such as weed control and the application of organic fertilizer. He notes, "In my case, we usually start the harvest in December, but this year we had to start in January because we didn't have any pickers."

In addressing this challenge, Asdrubal explains that salaries have been adjusted, making them more attractive in order to retain workers. He has also found help with the use of a small mechanical picking machine, which, although requires an operator, reduces the overall workforce needed. "We can no longer depend solely on harvesting with people," he says.

Our Coffee Map depicting Honduras' 6 coffee regions.

Despite working with a limited team, Asdrubal is happy with how the harvest is progressing, with January and February being the most important months for cherry collection. He sees coffees coming in with good quality and a minimal percentage of defects. The weather conditions have also been favorable throughout January, with a few scattered rains keeping the soil moist.

Western Honduras has been sunny in the first month of 2024.
Photo Credit:Proexo

Insight from the West: Copan, Lempira & Ocotepeque

Moving to west Honduras, we spoke with Melany Madrid and René Madrid from Proexo in Corquín, and Carlos Guerra from San Rafael Agroindustrial in Copán Ruinas, both situated in the department of Copán, bordering Guatemala.

René reports that in the western region encompassing the departments of Copán, Lempira, and Ocotepeque, the harvest is 60% complete. However, he notes a delay of 2 to 3 weeks caused by low temperatures and persistent rain, preventing the first cherry collections, or harvesting the "requemas", as they are locally called. "In December, temperatures dropped to 9°C, conditions with which pickers cannot go to work in the fields," Melany states.

In terms of volume, René projects a 20% reduction across the entire western region. He tells us that one of the main reasons is climate change, which brings imbalances and unexpected circumstances in production. Carlos echoes the same challenge in Copan Ruinas, further west, as he explains that due to the changing weather and hotter weather patterns in his area, coffee cherries are ripening earlier than they used to.

Moreover, René says that another reason for lower production volumes is that many farmers are renovating their farms, opting to replace older plants with new varieties. Similar to Asdrubal's observations, René notes that a scarcity of labor in the western region poses a prominent problem. "Many times, producers lose their harvest due to the lack of pickers," he says. Carlos further elaborates that in Copán, it is increasingly common for families, previously engaged in coffee harvesting activities, to receive "remesas" (money sent from relatives abroad), resulting in them choosing not to work on the farms anymore.

Positive developments are also occurring during this coffee year in the West. Carlos tells us he sees a sustained high demand for high-quality Arabica, both in the international and local markets. "National coffee consumption has increased overall," he says. Rene and Melany highlight the impact of Proexo's Diversity and Inclusion programs, noting a significant rise in the involvement of women in the coffee supply chain compared to the previous year, with now 54 women producers collaborating with them.

Coffee farms during harvest season.
Photo Credit: Proexo

Preparations for EU Deforestation-Free Regulation

Currently, a big topic in the coffee industry is the new EU Deforestation-Free Regulation (EUDR), a new legislation aiming to prevent deforestation in global supply chains. The law will kick in on December 30, 2024 and applies to seven different commodities, including coffee. This means that coffee importers and roasters will need to prove that their traded coffees are free from deforestation.

This marks a transitional period for many players in the coffee supply chain, including producers and suppliers. René tells us they feel ready to comply with the law, citing ongoing efforts in digitizing their supply chain since 2019. "We also work with certifications such as Rainforest Alliance and Fairtrade, which require having data such as the farm geolocation, up to date, which is favorable to us," he adds.

Similarly, Asdrubal tells us he has been well informed about the regulation and believes Cocaol is on track. However, he expresses concern about the potential impact on smaller producers at origin, for whom compliance may pose greater challenges. "Between low prices and even harder market access, many producers become discouraged. Often, they end up leaving the country or switching their crop," he says. Furthermore, he adds that changing crops can end up even worsening the environment. "If they change their crop it is usually to corn, beans, or cattle, whereas coffee is one of the few crops that can be grown in harmony with the environment," Asdrubal says.

Wolfgang with Proexo's team during his last visit in November 2023.

At List + Beisler, our team is proactively monitoring and working to identify suitable solutions for our supply chain, guaranteeing that all our coffee adheres to the compliance requirements before January 2025. Our objective is to sustain the relationships cultivated over the years, providing support and collaboration with our suppliers during this transitional period.

We are expecting fresh new arrivals from Honduras in the next few months. If you would like to come by for a cupping, request samples, or simply learn more about our "Catracho" offerings, let us know! We are always happy to hear from you.

Click here to download a free PDF copy of Honduras' Coffee Map!

 

 

 

 

Kaffee News 29-01-2024

Was passiert gerade in Zentral-Amerika?

Allgemeine Wirtschaftslage:

In gewissem Maße wird unsere Kaffeewelt immer von der globalen Realität geprägt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir in der vergangenen Woche eine gewisse Volatilität auf den internationalen Kaffeemärkten erlebt haben. Bullen und Bären sind im Ring, mit genügend Argumenten für jede Seite und somit kann eine kleine Neuigkeit die Lage schnell verändern.

Der Klimawandel und insbesondere die noch unbekannten Folgen des El-Niño-Phänomens halten die Farmer in Brasilien und Vietnam davon ab, ihren Kaffee zu den aktuellen Preisen verkaufen zu wollen. Die Bauern in beiden Ländern produzieren mehr als 50 % des weltweit konsumierten Kaffees, und in Vietnam wird der Handel voraussichtlich stagnieren, da bald das Tet-Neujahrsfest beginnt. Darüber hinaus wird Kolumbien, der drittgrößte Kaffeeproduzent der Welt, von Waldbränden geplagt. Auf zwei Jahre mit übermäßigen Regenfällen folgen extrem heiße und trockene Temperaturen, und beide Wetterextreme lassen die nationale Kaffeeproduktion sinken.

Und es wird zweifellos noch mehr kommen, da die tatsächlichen Auswirkungen von dem El Niño Effekt voraussichtlich werden erst im April und Mai wohl konkreter.

Die Lagerbestände in den Verbrauchsländern gehen kontinuierlich zurück. Die globale Logistik ist wieder ein Albtraum. Die Houthi-Rebellen und der sich ausweitende militärische Konflikt im Roten Meer haben die großen Reedereien gezwungen, ihre Schiffe in Richtung des südafrikanischen Kaps der Guten Hoffnung umzuleiten. Die Schifffahrtsgesellschaften haben Force Majeure erklärt und die Tarife für die Verschiffung aus Ostafrika und dem asiatisch-pazifischen Raum drastisch erhöht. Die Fahrten sind damit teurer geworden und dauern auch länger, was die finanziellen Kosten in die Höhe treibt. Und natürlich steigen auch die Versicherungsprämien. Das andere globale logistische Nadelöhr, der Panamakanal, beschränkt die Anzahl der Schiffe, die ihn passieren können, weiterhin auf 18 pro Tag. Es wird erwartet, dass die Wasserstände mit Beginn der Trockenzeit, die bis Mai dauert, weiter sinken werden.

Die Folgen der Inflation in den USA, Europa und anderen Verbraucherländern bremsen nach wie vor die Nachfrage, aber wir sehen auch erste Anzeichen einer Erholung der US-Wirtschaft mit einem leicht wachsenden BIP und einem neuen Rekordhoch beim S&P500 - allerdings nur angetrieben durch den Tech-Sektor.

Darüber hinaus sorgen der Einmarsch Russlands in der Ukraine und der bewaffnete Konflikt zwischen der Hamas und Israel weiterhin für einen wirklich unsicheren Ausblick auf die Zukunft.

Kurzum, die Situation von Angebot und Nachfrage bleibt angespannt, was den Markt außerordentlich nervös und volatil macht. Jede neue Information sorgt für Bewegung, was sich in der Preisspanne von 14 c/lb in der vergangenen Woche widerspiegelt. Arabica schloss bei 193,85 c/lb und verzeichnete damit einen Zuwachs von 4,7 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag zuvor.

Und Robusta setzt seinen superbullischen Trend fort. Am Freitag verzeichnete er mit 3.325 USD/MT einen neuen historischen Höchststand und schloss schließlich mit einem Plus von 4,5 % bei 3.269 USD/MT.

Um über die sich ständig verändernde Dynamik des Kaffeemarktes informiert zu bleiben aktualisieren wir die nachstehende Tabelle wöchentlich.

 

Mittelamerika

Trotz monatelanger Bemühungen der Generalstaatsanwältin Consuelo Porras, seine Amtseinführung zu verhindern, hat nun Bernardo Arevalo offiziell das Amt des Präsidenten von Guatemala übernommen. Nach seinem Wahlsieg im vergangenen August wurde Arevalo am Montag, dem 15. Januar, in sein Amt eingeführt.

Anders sieht es in El Salvador aus, wo am kommenden Sonntag Wahlen stattfinden werden. Der derzeitige Präsident Nayib Bukele strebt eine zweite fünfjährige Amtszeit an. Sollte er erfolgreich sein, wäre er der erste wiedergewählte Präsident in der jüngeren Geschichte El Salvadors, trotz verfassungsrechtlicher Bedenken, die von einigen akademischen und juristischen Kreisen geäußert wurden.

Das Wetter in Zentralamerika ist in den meisten Teilen der Region weiterhin trocken. Die sonnigen Tage und einige vereinzelte Regenfälle ermöglichen es den Farmern und Kaffeepflückern, auf die Felder zu gehen, Kirschen zu sammeln und sie zur Verarbeitung an die Waschstationen zu liefern.

Der Mangel an Kaffeepflückern, der auf die Auswanderung in die USA zurückzuführen ist, bleibt in der gesamten Region ein Problem. Dennoch werden Maßnahmen ergriffen, um Pflücker zu halten: höhere Löhne für manuelle Arbeit, eine Zusammenarbeit zwischen den Farmen und Shuttle- oder Pick-up-Dienste, die Leute aus anderen Städten herbringen. In Costa Rica sind sowohl die einheimischen Pflücker als auch die aus Nachbarländern wie Nicaragua und Panama kommenden Pflücker durch eine neue Versicherungspolice gegen Arbeitsunfälle abgesichert.

In Honduras hören wir, dass die geringe Zahl der Arbeitskräfte einer der Gründe dafür ist, dass die Ernte voraussichtlich geringer ausfallen wird als im Vorjahr. Lest mehr über die laufende Ernte in Honduras in unserem neuen Blog hier.

Auch die Kaffeeernte in Costa Rica wird voraussichtlich leicht zurückgehen, da einige Kirschen durch die starken Regenfälle gefallen sind. In Guatemala hingegen wird mit einer leicht höheren Produktionsmenge gerechnet, die bei etwa 3,5 Millionen Säcken liegen soll.

Während der Ernte werden die Kaffeekirschen an die Waschstationen geliefert, wo sie entpulpt, fermentiert, gewaschen und anschließend getrocknet werden, in der Regel unter der Sonne, in Solartrocknern oder mechanisch mit Hilfe von "Guardiolas". In den Trockenmühlen herrscht derzeit rege Betriebsamkeit: Sie nehmen das getrocknete Parchment an, reinigen, sortieren, entsteinen, klassifizieren und bereiten es für die Lagerung und den Versand vor.

Der Panamakanal verzeichnet aufgrund einer schweren Dürre einen erheblichen Rückgang des Verkehrsaufkommens, so dass die Behörden gezwungen sind, die Durchfahrten um 36 % zu reduzieren. Als Reaktion auf die heikle Situation haben einige Verlader vor kurzem angekündigt, dass sie die 75 km lange Panamakanaleisenbahn für den Frachttransport nutzen werden, anstatt sich für den Schiffstransit auf den Kanal zu verlassen.

Andere Häfen in der Region, wie z. B. Puerto Cortés an der Atlantikküste von Honduras, funktionieren ohne jegliche Komplikationen.

 

 

Blog

Q Grader-Erfahrungen: Kalibrierung über Kontinente hinweg

Der Q Grader ist in der Kaffeebranche sehr bekannt. Die professionelle Zertifizierung wurde 2004 vom Coffee Quality Institute (CQI) ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass die Kaffeequalität weltweit nach denselben Kriterien verkostet, bewertet und eingestuft werden kann.

In diesem Sinne haben Q-Grader auf der ganzen Welt, egal ob sie Einkäufer, Produzenten oder Röster sind, eine gemeinsame Sprache zur Bewertung der Kaffeequalität.

Wie wird man Q-Grader?

Um Q-Grader zu werden, muss man eine sehr umfassende Prüfung ablegen. In der Regel werden diese Prüfungen mit Vorbereitungskursen zur Bewertung von Roh- und Röstkaffee kombiniert, die auch die Geruchs- und Geschmackssensorik umfassen. Darüber hinaus müssen die Teilnehmer auch Theorie studieren, Übungen zum Cupping durchführen und lernen, wie man das standardisierte Cupping-Protokoll der Speciality Coffee Association (SCA) richtig verwendet.

Kurz gesagt: Die Zertifizierung zum Q-Grader ist eine echte Herausforderung. Da die Anforderungen hoch sind, scheitern viele beim ersten Versuch und müssen einzelne Prüfungen wiederholen. Einmal bestanden, erhält man die Q-Grader-Zertifizierung, die alle drei Jahre durch eine persönliche Kalibrierungsprüfung erneuert werden kann.

Q Graders in unserem Qualitätssicherungs-Team

Und genau hier beginnt unsere Geschichte: Piotr Kotarba, einer der fünf Q-Grader in unserem List + Beisler-Team, musste seine Kalibrierungsprüfung ablegen, um seine Lizenz zu behalten. Seine ursprüngliche Q-Grader-Zertifizierung erhielt er im September 2020 in Warschau, Polen, seinem Heimatland. Dies war eine echte Herausforderung mitten in der COVID-19-Pandemie mit einem speziell angepassten Cuppingprotokoll. Aber es sieht so aus, als ob Piotr Herausforderungen wirklich genießt. Letzte Woche kehrte er ins Büro zurück, nachdem er seine Q-Kalibrierungsprüfung erfolgreich abgelegt hatte. Interessanterweise kam er dieses Mal nicht aus Polen, sondern aus Brasilien zurück.

Seine Entscheidung, die Prüfung in Brasilien abzulegen, entsprang seiner Neugierde, die Kalibrierungsprüfung in einem anderen Kontext zu absolvieren, nämlich im Ursprung. Mit einer anderen Kultur, Sprache und Kaffeeszene bot die Kalibrierung in Brasilien eine einzigartige Atmosphäre und eine neue Erfahrung. Es stellte sich aber auch die Frage: Ist die Prüfung die gleiche wie in Europa, oder bringt sie unvorhergesehene Vorteile oder Herausforderungen mit sich?

Piotr wurde in Warschau, 2020, zertifiziert.

Jetzt, wo er zurück ist, sagt Piotr: "Ja" - es gab einige Unterschiede, und es gab sowohl Herausforderungen als auch Vorteile."

Zunächst erklärt er, dass die Gruppe, die die Prüfung in Polen ablegte, kleiner war, mit nur sechs Teilnehmern, während die Kalibrierungssessions in Brasilien eine größere Gruppe von zwölf Personen umfassten. Außerdem empfand er das Umfeld in Patrocinio, im Bundesstaat Minas Gerais, als viel entspannter als in seiner Heimat. "In Polen war jeder mehr darauf bedacht zu wissen, wie der andere bewertet, und in Brasilien waren alle entspannter; sie machten sich nicht so viele Sorgen", sagt Piotr. "Ich habe eine entspanntere Atmosphäre gespürt, und alle waren super freundlich."

Piotr erklärt, dass dies möglicherweise nicht nur auf kulturelle Unterschiede zurückzuführen ist, sondern auch auf die größere Erfahrung der brasilianischen Cupper zurückzuführen ist. Einige Teilnehmer unterzogen sich der Kalibrierungsprüfung sogar schon zum fünften Mal. "Der erste Unterschied ist also, dass ich mit Leuten zusammenkam, die viel mehr Erfahrung hatten, und der zweite Punkt ist, dass es landesbedingte kulturelle Unterschiede gibt", stellt er fest, denn Piotr musste die Prüfung in einer fremden Umgebung und in einer fremden Sprache ablegen - wenn das mal keine kulturellen Herausforderungen sind.

Herausforderungen und Vorteile

Der Hauptzweck des Q-Grading-Systems besteht darin, sicherzustellen, dass die Cupper kalibriert sind und sich bei der Bewertung der Kaffeequalität auf allgemeine Standards einigen. Kalibrierte Cupper haben ein gemeinsames Verständnis von Qualität und können die Kaffees auf dem Tisch auf einheitliche Weise bewerten. Zur Bewertung der Kaffees wird ein Punktesystem verwendet. Bei erfahrenen Q-Gradern sind Abweichungen vom Mittelwert der Gruppe eher die Ausnahme - vor allem dann, wenn die Cupper auf ein Ursprungsland hochspezialisiert sind. Meistens kennen sie dafür aber die Tassenprofile von Kaffees aus anderen Ländern und deren spezifische Qualitäten nicht so gut.

Piotr war wirklich besorgt über diese Situation, als er in Brasilien war und dort seine Kalibrierung durchführte. Die Cupper hatten vermutlich ein umfassenderes Verständnis für brasilianische Kaffees, als er es jemals haben könnte. Dafür war er mit Kaffees aus anderen Herkunftsländern wie Kolumbien, Guatemala, Kenia oder Äthiopien besser vertraut, was aber auch dazu führen konnte, dass er die Kaffees unterschiedlich bewertete. "Es ist schwieriger, weil man mit einer Gruppe von Leuten cupped, die an bestimmte Kaffeeprofile gewöhnt sind, und bei der Q-Bewertung geht es darum, dass die Cupper die Kaffees auf ähnliche Weise bewerten. Es war also spannend zu sehen, ob ich mit ihnen auf einer Wellenlänge lag", sagt Piotr.

Nachdem er die Kaffees von drei verschiedenen Tischen bewertet hatte, verließ Piotr den Cupping-Raum voller Unsicherheit. Würde er bestehen? Als der Q-Instruktor schließlich die Ergebnisse verkündete, war er erleichtert. Piotr Ergebnisse waren voll mit dem Rest der Gruppe harmonisiet und entsprechend kalibriert und er hat so seinen Kalibrierungskurs erfolgreich bestanden. Herzlichen Glückwunsch!

Q-Kalibrierung in Patrocinio, Brasilien. November 2023

Empfehlungen aus dieser Erfahrung

Piotr rät jedem, der den Kalibrierungskurs absolvieren möchte, nach Möglichkeit im Voraus mit anderen Q-Gradern zu trainieren. "Auf diese Weise kann man sich gegenseitig Beurteilungen und Ergebnisse mitteilen und wirklich sehen, wo man steht. Wenn man es alleine macht, weiß man es nicht, aber mit jemand anderem kann man die Ergebnisse vergleichen", sagt er.

Außerdem unterstreicht er, wie wichtig es ist, das SCA-Cupping-Formular beim cupppen zu verwenden und zu lernen, wie man es richtig anwendet. Das ist einfach entscheidend. Wenn man weiß, wie man es richtig anwendet, kann man bei der Auswertung wertvolle Zeit sparen.

Abschließend ermutigt Piotr jeden, der in Erwägung zieht, seine Q-Grader-Prüfung oder Kalibrierung außerhalb seines Heimatlandes durchzuführen, es einfach auszuprobieren. "Manchmal kam mir der Gedanke, dass ich den schwierigsten Weg dafür gewählt habe", sagt er. "Aber ich habe drei von drei Prüfungen bestanden. Ich kann es nur empfehlen! Es war ein cooles Abenteuer und brachte mich aus meiner Komfortzone heraus. Außerdem hatte ich die Gelegenheit, viele Kaffeeprofis zu treffen und gute Erfahrungen auszutauschen."

"Q"urious? Nimm Kontakt mit Piotr und den anderen vier Q-Gradern von List + Beisler auf, um mehr zu erfahren und einen Termin für ein gemeinsames Cupping zu vereinbaren (events@list-beisler.de).

Blog

Costa Rica: Origin Report

04.12.2023

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und die Erntesaison in Mittelamerika geht weiter. In Costa Rica haben die Ernteaktivitäten in Regionen wie dem West Valley und Brunca bereits Ende August begonnen. In höher gelegenen Gebieten wie Tarrazú und dem Central Valley sind schon rote Kirschen an den Kaffeebäumen zu sehen, und einige Produzenten haben die ersten Ernterunden, die so genannten "graneas", bereits hinter sich. Wolfgang, Kaffeeeinkäufer bei L+B, berichtet von seinem letzten Besuch vor drei Wochen, dass die Ernte in Costa Rica schon viel weiter fortgeschritten ist als in den benachbarten Ländern.

Die acht Kaffeeregionen Costa Ricas

Für die Ernte 23/24 wird eine gute Qualität erwartet, allerdings werden die Mengen geringer ausfallen als im Vorjahr, was zu einem Preisanstieg führen könnte. Die Kaffeebauern konzentrieren sich auf die Produktion hochwertiger Kaffees, experimentieren mit der Verarbeitung und verschiedenen Varietäten und investieren in ihre Farmen. José Pablo Juarez, unabhängiger Berater und Q-Grader aus Costa Rica, berichtet, dass die Ernte im ganzen Land gut voranschreitet. "Die Kaffeekirschen entwickeln sich in allen Regionen gut, die Kaffeebäume sehen stark und gesund aus, und die Reifung der Kaffeekirschen scheint gleichmäßig zu verlaufen", sagt Juarez.

Wie auch in anderen Regionen der Welt ist Costa Rica mit dem Klimawandel konfrontiert. Wolfgang erzählt uns, dass in bestimmten Gebieten von Tarrazú und im Süden Costa Ricas die Reifung der Kaffeekirschen beschleunigt wurde, was wahrscheinlich auf die hohen Temperaturen der vergangenen Monate zurückzuführen ist. Dies hat dazu geführt, dass die Ernte in einigen Farmen früher eingefahren wurde. Dieser Erwärmungstrend war auch in Panama deutlich spürbar und führte zu einem Dürreszenario am Panamakanal.

Wie Juarez berichtet, gab es in einigen Gebieten zusätzlich zum klimawandelbedingten Wetterkarussell auch noch übermäßige Regenfälle. In tiefer gelegenen Regionen wurde berichtet, dass Kaffeekirschen aufgrund der übermäßigen Regenfälle von den Bäumen fielen, was für die Erzeuger in diesen Gebieten zu Verlusten führte. 

Rote, reife Kirschen in Tarrazú in der ersten Novemberwoche.

Der Mangel an Arbeitskräften ist eine weitere Herausforderung, von der in allen Regionen berichtet wird. Derzeit sind Pflücker aus Panama ins Land gekommen, um bei der Ernte zu helfen. Einige Kooperativen und landwirtschaftliche Betriebe arbeiten zusammen und organisieren ihre Sammeltage, so dass die Pflücker während der Woche auf verschiedenen Betrieben arbeiten können. Dadurch werden zusätzliche Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten für die Pflücker geschaffen, was im Gegenzug garantiert, dass mehr rote, reife Kirschen geerntet werden und mögliche Verluste durch zu Boden fallende Kirschen vermieden werden.

Darüber hinaus kündigte ICAFE, Costa Ricas Kaffee Institut, im Oktober an, dass Kaffeepflücker, ob lokal oder international, nun durch eine Berufsrisikoversicherung abgedeckt sind, um ihre Sicherheit zu erhöhen und ihnen ein Gefühl der Geborgenheit bei der Arbeit zu geben.

        

Besuch auf der Finca Santa Elena in Tarrazú


Wie jedes Jahr freuen wir uns darauf, neue Kaffees aus Costa Rica zu erhalten. Die ersten Muster werden voraussichtlich in den letzten Januar-Wochen 2024 in unserem Musterzimmer eintreffen. Wir halten euch mit neuen Updates auf dem Laufenden - Pura Vida!


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Nachhaltigkeit

Sustainability Manifesto

One of the most fascinating yet challenging things about international trade is the interdependence between people of different places and cultures. At List + Beisler, we have successfully fostered these relationships since 1901 – this does not happen accidentally. From the very beginning, we realized our role in the supply network. We are a linchpin, a connector between coffee-producing and coffee-consuming countries and people.

For some, it might be obvious to see how an importer can act as a connector... But, what may not be as obvious is how we all become what biologists call crosslinkers. As our world shrinks through more interconnectedness, we see this phenomenon playing out more and more. Famously, the first person to shed light on this reality was Alexander von Humboldt, a German polymath, geographer, naturalist, explorer, and proponent of environmentalism, who revolutionized the Western conception of nature. He was heralded as a genius scientist and networker for cultural and ecological systems from different parts of the earth. Humboldt coined the concept that the natural world is interconnected, which he called the "web of life". This web of life is an intricate system in which all living things are interconnected and dependent on each other for survival, forming a large chain of causes and effects. No substance and no activity should be considered in isolation.

Here at List + Beisler, we agree with Humboldt's view on interconnectedness. We also see daily evidence that many of the "web of life" strands are now broken, and more are being broken daily. Even in the early 1800s, back in the days of Humboldt, he had discovered the devastating damage caused by colonial plantations on Lake Valencia in Venezuela. He was the first scientist to warn of the dramatic consequences of human-made climate change.

Today we are already living with the impacts of climate change and global warming. We find ourselves in a world where human-made climate change is at a global crisis level. Coffee-growing regions are no exception where it has become more than evident. Pests are spreading into areas they were never able to reach before. Rains pour in formerly dry regions. Biodiversity is collapsing. Dry air is pushing deeper into what used to be cloud forests. Soil is eroding, with mudslides wiping out entire coffee-spotted hillsides. Drought and flooding affect the same regions and alternate their negative impact on nature and humans. We hear frightening and paralyzing bad news every day.

Despite this situation, we at List + Beisler are still optimistic. After all, every obstacle comes with an opportunity. We know that we have the chance to rethink and redesign our actions and create a better coffee future: for coffee-farming families, farmer associations, exporters, roasters, and coffee lovers worldwide.

Over the past few years, we have done a lot of research, talked to experts, and had many internal discussions on potential solutions for environmental and humanitarian challenges. If we are serious about finding solutions to these global issues, we are sure that our efforts must be deeply science-based and not purely ideology-driven. Furthermore, several approaches can be co-actively correct and effective.

This is why we would like to share our Sustainability Manifesto 2022/23 with you. Learn about our mission, goals, and achievements to generate positive impact through our holistic Sustainability Program: JOIN THE MOVEMENT.

Download the Sustainability Manifesto 2022/23 here.

Blog

Climate resilience and coffee varieties

Without a doubt, climate change is significantly altering the landscape of coffee production. Rising temperatures, shifting rainfall patterns, and increased incidents of extreme weather events are disrupting traditional coffee-growing regions. Prolonged droughts, for instance, can lead to lower yields, while excessive rainfall and high humidity can result in pests and diseases such as coffee leaf rust. Moreover, rising temperatures can impact the geographical areas where coffee plants thrive, potentially forcing farmers to relocate their farms to cooler or higher areas, taking a toll on deforestation.

To adapt and bring coffee forward in light of these challenges, improving farming practices and coffee varieties plays a pivotal role. This is why we support the work of organizations such as World Coffee Research (WCR). Their work includes the improvement of coffee varieties, which does not only improve coffee plants' climate resilience and productivity, but also contributes to reducing farmers' risks while at the same time increasing yields.

Just last week, they released a new poster celebrating Arabica and Robusta coffee varieties. The poster depicts the relationship of over 100 coffee varieties from 22 countries, breaking down Arabica into four major groups: Bourbon Typica, Typica, Ethiopian Landrace, and Catimor. Robusta varieties, on the other hand, are classified according to countries: Congo, Congo x Guinea, Guinea, and Uganda.

This practical resource is available for everyone. To learn more or download a free copy, please visit WCR's website.



If you are a roaster and would like to support the work of WCR, you can collaborate through the Check-Off Program, here's how it works:

  • You can choose to donate 0,02 EUR/kg of green coffee sourced through List + Beisler. 
  • In return, we will increase your impact by adding a matching donation of 0,01 EUR/kg to every coffee purchase. These contributions will be clearly outlined in each contract.
  • Every four months, we will collect all the contributions and send them directly to WCR.

Want to learn more? Reach out to us via trade@list-beisler.de

Photo credits: World Coffee Research

Blog

How does El Niño impact coffee production?

In the world of agriculture, few crops are as sensitive to climate as coffee trees. Coffee plants require specific conditions to flourish, and even minor changes in temperature or precipitation can significantly impact yield and quality. One of the most influential climate phenomena affecting coffee production is El Niño, a recurring climate pattern characterized by the warming of the Pacific Ocean. But what exactly is El Niño and how does it affect coffee production?

In this article, we delve into the intricate relationship between El Niño and coffee production, examining its economic, environmental, and social implications.


What is El Niño?

El Niño is a climate phenomenon that occurs every two to seven years, disrupting regular weather patterns around the globe. Essentially, it is described as the warming of the equatorial Pacific Ocean, which in turn influences atmospheric (air) circulation. El Niño is one phase within the broader climate phenomenon known as the El Niño–Southern Oscillation (ENSO). ENSO also comprises La Niña, a phase characterized by cooler-than-normal sea surface temperatures in the eastern Pacific Ocean.

You may be wondering, where does the name 'El Niño,' meaning 'little boy' in Spanish, come from? As the saying goes, fishermen along Peru's coast first noticed unusually warm water in the Pacific Ocean back in the 1600s. This weather anomaly brought along lots of fish from the cold depths of the sea, giving the fishermen a fantastic catch for Christmas. They coined this "present" El Niño de Navidad, because El Niño typically manifests around Christmas in December.

The changes in the weather patterns caused by El Niño have far reaching effects, impacting weather systems, ocean conditions, and, consequently, agricultural production.

 

The Science Behind El Niño's Impact on Coffee

The majority of the world's coffee is grown in a region known as the Coffee Belt, which stretches across the globe between the Tropics of Cancer and Capricorn. This area is particularly susceptible to the effects of El Niño, as the phenomenon can bring about drastic changes in weather conditions, such as prolonged droughts or excessive rainfall.

The coffee plant is highly susceptible to changes in its environment. This is why El Niño's influence on weather patterns can lead to conditions that are unfavorable for coffee growth. For instance, increased temperatures can accelerate the coffee bean's maturation process, resulting in an early harvest and affecting coffee's growth and quality negatively.

On the other hand, excessive rainfall can lead to the proliferation of pests, such as the coffee berry borer, and diseases like coffee leaf rust (known as "la roya" in Spanish). These conditions can devastate entire regions. This is exactly what happened in late 2007 and 2008 in Colombia and Central America. One-third of Colombia's coffee production was destroyed by coffee leaf rust, while farms in Honduras and Nicaragua were also massively hit by the fungus.

Nonetheless, El Niño is extremely complex and the weather changes it triggers manifest differently across regions. Typically, El Niño brings decreasing rains to Colombia, Central America, Indonesia, Papua New Guinea, and Vietnam. On the other hand, Peru, Brazil, and some African countries are challenged by excessive rainfall.

 

Economic Consequences for Coffee Producers

The economic repercussions of El Niño on coffee production are profound. When weather patterns are disrupted, coffee farmers face a multitude of challenges that can lead to decreased yields and increased production costs. For example, drought conditions may require additional irrigation, which is costly and resource-intensive. This could particularly impact farmers in certain producing areas lacking irrigation systems, making them heavily reliant on natural precipitation.

Excessive rainfall, conversely, may result in soil erosion and the need for more frequent application of fungicides to combat diseases. These additional costs can be devastating for small-scale farmers who already operate on thin margins.

Despite the challenges, there are positive outcomes worth highlighting. In Colombia, for instance, the El Niño phenomenon has sometimes had a positive impact. In the case of increased sunshine hours, for example, coffee trees can produce more coffee cherries, ultimately resulting in higher yields.


Price Volatility

El Niño events do not only affect coffee in terms of production. The uncertainty surrounding it leads to significant price volatility in the coffee market. Farmers, middlemen, exporters, traders, and roasters are aware of the potential impact on coffee yields, and this can lead to speculative behavior.

Certainly, the participation of hedge funds in the international coffee markets adds another layer of speculation. As a result, coffee prices can swing dramatically, making it difficult for the coffee value chain actors to plan for the future. During these periods, it is indeed the smallholder coffee farmers who bear the highest toll.

Green coffee cherries.

Environmental Ramifications

Besides its effects on the economic landscape, El Niño also brings about significant environmental consequences. The altered weather patterns can exacerbate ecological issues such as deforestation and soil degradation. For instance, drought conditions can make forests more susceptible to wildfires, which not only destroy coffee plantations but also contribute to air pollution and loss of biodiversity.

Water scarcity is also a pressing issue in regions where El Niño leads to drought. As with every agricultural undertaking, coffee production also needs water, and insufficient water can cascade effects on local ecosystems. Rivers and streams may dry up, affecting not just agriculture but also local fauna and the surrounding communities.


Latest Weather Forecasts and Global Alerts

The latest weather forecast reports to come from the U.S. Government's National Weather Service's Climate Prediction Centre anticipate that a transition from ENSO neutral conditions could occur during the next few months, with a 95% chance that El Niño weather conditions are expected to come into play towards December this year. The Australian Government Bureau of Meteorology has issued an El Niño alert, forecasting an 80% chance that the El Niño weather phenomenon will develop by the end of the year. This weather phenomenon, should it come to the fore, is associated with above-average sea surface temperatures across the equatorial Pacific Ocean, which would threaten partial drought conditions for the Pacific rim coffee countries such as Colombia and Indonesia. It could, however, bring with it further potential for increased rainfall for the coffee-growing districts in Southeast Brazil.

The Indonesian weather agency BMKG has also reported that the prevailing El Niño weather phenomenon, which typically brings prolonged hot and dry weather to the area, may be affecting more than two-thirds of the country. This includes Java and parts of Sumatra, two key coffee-producing regions in the country.

Coffee farm in Brazil.

Case Studies: Countries Most Affected

Brazil
Brazil is the world's largest coffee producer, and its coffee belt is significantly impacted by El Niño. The phenomenon has been linked to severe droughts in some years and flooding in others, both of which have detrimental effects on coffee production. As the world's leading producer, the uncertainty surrounding its supply can potentially lead to significant repercussions on coffee prices.

Colombia
Colombia, another significant player in the coffee industry, also faces challenges due to El Niño. The country's mountainous terrain makes it particularly vulnerable to landslides during periods of excessive rainfall, which can wipe out coffee plantations entirely. And not to forget the earlier mentioned increase in coffee plant diseases such as coffee leaf rust.

Mitigation Strategies

Given the significant impact of El Niño on coffee production, it is crucial for stakeholders to develop mitigation strategies. These can range from adopting more resilient coffee varieties to implementing water-saving technologies.

One approach is the adoption of climate-smart agricultural practices, which aim to make farming more resilient to climate variability. This can encompass techniques such as cultivating shade-grown coffee, which is less susceptible to temperature fluctuations. Other practices include adjusting fertilization practices based on the availability of water and rainfall distribution as well as providing plants with the proper maintenance, like stumping and pruning.

National Governments can also play a role by providing subsidies for the adoption of more sustainable farming practices or offering insurance schemes to protect farmers against extreme weather events.

Coffee picking during harvest season.

El Niño is a powerful climate phenomenon with far-reaching implications for coffee production. Its effects are experienced on the economic, environmental, and social levels, making it a critical issue for anyone involved in the coffee supply chain. While it is impossible to prevent El Niño events, understanding their impact and implementing mitigation strategies can go a long way in safeguarding the future of coffee.

 

 

 

Nachhaltigkeit

Farming Accelerator Projekt - Äthiopien

Oktober 2021

Während derzeit die Klimakonferenz COP26 in Glasgow stattfindet und die enorme Bedeutung von Nachhaltigkeit als Grundlage all unseres Handelns verdeutlicht, freuen wir uns, euch von unseren Erfahrungen von unserer Reise nach Südäthiopien zu berichten, wo wir unser Farming Accelerator-Projekt besucht haben.

Dieses Projekt begann kurz vor den Covid-19-bedingten Lockdowns im März 2020 und läuft nun seit mehr als einem Jahr. Es. Trotz aller Einschränkungen im Zusammenhang mit der Pandemie konnten wir unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen mit der dringend benötigten Arbeit in diesem Teil Äthiopiens beginnen.
Das Prinzip des Projekts ist einfach und smart: Wir haben uns mit UN-ITC, Enveritas und COQUA zusammengetan, um die größten Herausforderungen in Hinblick auf Nachhaltigkeit anzugehen, mit denen die Kleinbauern in Südäthiopien konfrontiert sind. Wir haben sechs Kaffeeregionen in Yirgacheffe und Sidama ausgewählt, die für ihre hervorragende Qualität bekannt sind. Mithilfe von künstlicher Intelligenz, Satellitentechnologie und persönlichen Gesprächen kann Enveritas uns genaue und transparente Daten über die Situation der Bauern liefern. Auf der Grundlage dieser Informationen haben wir gemeinsam mit UN-ITC und COQUA eine Reihe von Schulungen entwickelt. Diese Schulungen decken zwei Hauptbereiche ab:

Nachhaltige Produktivitätssteigerung - die unter anderem Folgendes umfasst:

-> Bewährte landwirtschaftliche Praktiken
-> Konstante Produktqualität

Landwirtschaft als Familienunternehmung - mit Schulung in den Bereichen:

-> Finanzielle Grundkenntnisse (Buchhaltung und Buchführung)
-> Einkommensdiversifizierung und Unternehmensentwicklung

Alle Schulungen sind integrativ und richten sich an die gesamte Familie, die auf oder in der Nähe der Kaffeefarm lebt und arbeitet. Es ist das angestrebte Ziel alle Familienmitglieder gleichermaßen einzubeziehen.
Die Entwicklung der Schulungsmodule konnten recht schnell entwickelt werden. Es bleibt allerdings eine Herausforderung, diese dann auch umzusetzen. Wir haben hiertu mehrere Farmer-Trainer rekrutiert, junge enthusiastische Agrarfachleute aus den lokalen Dörfern, die in den dortigen Gemeinschaften gut vernetzt sind.  Sie werden von einem leitenden Agronomen und erfahrenen Trainer weiter ausgebildet und bekommen die Fachkenntnisse zu unseren Trainingsmodulen geschult. Das Projekt umfasst 60 Demonstrationsflächen (sog. Demo-Plots), auf denen die Kaffeefarmer dann geschult werden. Die Farmer-Trainer können dann hier die Methoden erklären, im Anschluss können dann die Farmer und ihre Familien selbst experimentieren. Jeder Farmer-Trainer schult eine Gruppe von Kaffee-Bauern. Dank dieser Methode erreichen wir 1.800 Farmer aus der Region mit unseren Trainings.

Auf allen Demo-Plots haben wir bereits Kompostieranlagen eingerichtet. Zahlreiche Farmer wenden diese neu erlernten Techniken bereits auf ihrem Land an. Sie haben auch gelernt, wie man eine Kaffeepflanze beschneidet und sie haben verstanden, wie wichtig es ist, junge und starke Pflanzen zu haben, um die Produktivität zu steigern. Die meisten Kleinbauern führen keine Aufzeichnungen über Einnahmen und Ausgaben und sind daher nicht in der Lage, die Ergebnisse ihrer Arbeit genau zu beurteilen. Um den Betrieb besser führen zu können, ist es jedoch entscheidend, die grundlegenden Zahlen der Einnahmen und Ausgaben zu verstehen. Deshalb schulen wir auch das. In der Regel sind es Frauen und die jüngere Generation, die die Bedeutung und die Auswirkungen dieser Übung am besten verstehen und dann auch umsetzen.
Sobald das Projekt läuft, ist es für alle Beteiligten - vom Bauern bis zum Röster - wichtig, Zugang zu diesen Kaffees zu haben. Durch den kontinuierlichen Bezug dieser projektbezogenen Kaffees wird ein systemischer Wandel eingeleitet.
Das ist es, was wir als "Sustainability-as-a- Service" (SaaS) definieren - mit einer kleinen Abwandlung des ursprünglichen Akronyms ;-). Kurz gesagt: Exzellente Kaffeequalität, die vom Baum bis zur Tasse nachhaltig produziert und bezogen wird.

Besuchte Regionen:
Wir begannen unsere Reise mit einem Flug von Addis Abeba nach Awasa. Von dort aus fuhren wir nach Süden in Richtung Dila. Von Dila aus fuhren wir zu den Kaffeefeldern in der Umgebung der kleinen Dörfer (Kebeles genannt) Nurakorate, Kumato, Adame, Gotiti und Chelchele. Wir besuchten 15 Demonstrationsflächen und Bauernhöfe in der Umgebung dieser Demonstrationsflächen. Während unserer Besuche vor Ort sprachen wir mit über 100 Bauern und befragten sie und die Ausbilder, um ihre Bedürfnisse besser zu verstehen und die Effizienz unseres Ausbildungsangebots zu überprüfen.

Prädikat:
Ein tolles und inspirierendes Projekt, das beweist, dass Nachhaltigkeit im Kaffeesektor funktioniert.

 

Kaffeewissen

List+Beisler's Beitrag zur 4. Ausgabe des "The Coffee Guide"

Blog von: Philip von der Goltz, 14.10.2021

Als Verantwortlicher für Nachhaltigkeit, Marketing und Digitalisierung bei List + Beisler waren dies besondere Wochen für mich. Vor mehr als 20 Jahren habe ich angefangen, in der schönen Welt des Kaffees zu arbeiten. Ich war erst ein paar Wochen im neuen Job, als die internationalen Kaffeepreise ihren historischen Tiefststand von 41,50 c/lb erreichten. Das war im Dezember 2001. Damals sah es für mich wie das Ende der Kaffeewelt aus. Glücklicherweise wurde ich eines Besseren belehrt!
Die extreme Preisvolatilität ist einer von vielen Faktoren, die sich direkt auf das Leben und die Geschäfte aller Beteiligten der Kaffee-Wertschöpfungskette auswirken. Das schwächste Glied in unserer Gemeinschaft sind jedoch die Kaffeebauern, insbesondere die Kleinbauern. Die Kaffeebauern sind abhängig von den internationalen Kaffeepreisen und den Launen von Mutter Natur, den Schwankungen der lokalen Währungen und den politischen Entwicklungen. Viele Faktoren kommen zusammen und liegen oft weit außerhalb ihres Einflusses.

Kaffee: ein komplexer Wissensbereich
Ein gründliches Verständnis der Kaffeewelt zu erlangen ist ein zeitaufwändiges Unterfangen, aber der Schlüssel zur Verbesserung des eigenen Wissens und der Entscheidungsfähigkeit. Auf meiner eigenen Reise hatte ich das Glück, von einigen der Besten der Branche zu lernen. Dennoch gibt es noch viel Raum für Entwicklung. Nach all diesen Jahren bin ich zumindest zu einer festen Überzeugung gelangt: Kaffee ist ein lebenslanger Lernprozess; je mehr man weiß, desto mehr erkennt man, dass es noch mehr zu lernen und zu verstehen gibt. Die Komplexität dieses globalen Geschäfts schafft eine sich ständig weiterentwickelnde und verändernde Realität in Bezug auf Produktion, Handel, Verbrauch und viele andere Komponenten des Kaffees. Das Wissen muss ständig angepasst und aktualisiert werden.

Wie soll man also anfangen und was soll man lernen? Es liegt in der Natur der Komplexität, dass sie sich nur schwer zusammenfassen und vereinfachen lässt. Kaffee wird überall auf der Welt angebaut und auf vielfältige Weise konsumiert. Nehmen wir an, man möchte nicht nur seinen eigenen Horizont erweitern, sondern sich in seinem Beruf wirklich entfalten. In diesem Fall ist es von entscheidender Bedeutung, Ideen, Gedanken, Fakten und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse von so vielen Fachleuten wie möglich zu erhalten. Man sollte seine Quellen daher mit Bedacht wählen.

Bereits 1992 wurde der erste Coffee Guide von United Nations' International Trade Centre (UN/ITC) veröffentlicht. Er wurde zur führenden Informationsquelle für Fachleute in Bezug auf Kaffee. Es handelte sich um ein Handbuch für den Handel mit Kaffee, das hauptsächlich von Jan van Hilten und Morten Scholer verfasst wurde. Nach dem anfänglichen Erfolg machten sie weiter und entwickelten zusammen mit einem Team von Branchenexperten zwei weitere Guides (veröffentlicht 2002 und 2012). Diese - meiner Meinung nach - hervorragende Arbeit versorgte die Kaffeebranche mit detailliertem Wissen und stellte einen unschätzbaren Wert für die Kaffeewelt dar.
Seit der letzten Veröffentlichung sind fast 10 Jahre vergangen. Es war nicht nur an der Zeit, die Informationen zu aktualisieren, sondern auch, sich an neue Gegebenheiten anzupassen.

Quelle: ITC "Building on the legacy: From commodity handbook to comprehensive working tool."

Wie alles begann und wie sich das Team entwickelte
Vor achtzehn Monaten bat mich Hernan Manson, der Leiter der UN/ITC-Abteilung Alliances for Action, die Aufgabe zu übernehmen, den ITC Coffee Guide zu aktualisieren. So spannend diese Aufgabe auch ist, so herausfordernd ist sie auch. Am ersten Tag dieses Projekts hatten Hernan und ich gerade damit begonnen, uns einen Überblick über den Umfang dieses Vorhabens zu verschaffen, als uns langsam das Ausmaß der Arbeit bewusst wurde, die vor uns lag. Die Fülle der zu behandelnden Themen erinnerte mich an einen Spruch eines Lehrers aus meiner Schulzeit: "Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo man es findet!". Und so begannen wir ein Brainstorming über die Personen, mit denen wir zusammenarbeiten wollten. Wir bildeten ein engagiertes Expertenteam: Sarah Charles als meine wichtigste Co-Autorin, Redakteurin und kreatives Kraftpaket. Sie ist eine bekannte Autorin, die bereits an mehreren Kaffee-Publikationen gearbeitet hat. Martina Bozzola, eine hervorragende Akademikerin, Professorin für Wirtschaft und Landwirtschaft an der Queen's University of Belfast und leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Tommaso Ferretti, Experte für nachhaltige Handelsfinanzierung, promovierte an der McGill University und wurde während der Erstellung dieser neuen Ausgabe Vater. Er hatte sicherlich sehr kurze Nächte, aber nicht nur wegen des neugeborenen Babys. Eleni Gerakari, die all unsere Gedanken und Ideen in umsetzbare Arbeit umwandelt und etwas Ordnung in unser kreatives Durcheinander bringt. Sie ist eine große Bereicherung für uns alle! Und nicht zuletzt: Neil Rosser - der Datenmeister. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung mit den Zahlen, die die Welt des Kaffees bewegen.
Neben unserem Kernteam haben wir eine hochprofessionelle und motivierte Gruppe von über 70 Branchenexperten engagiert. Die Bandbreite ist groß: von Kaffeebauern, Kooperativen, Exporteuren, Importeuren, Röstern, Coffeeshops, Beratern bis hin zu Hochschulen, internationalen Institutionen, NGOs und Verbänden aller Art. Wir sind stolz darauf, dass wir die gesamte Gemeinschaft der Kaffeestakeholder abdecken. Dieses Netzwerk von passionierten Kaffeeliebhabern ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren des neuen Leitfadens.

Was ist neu?
Hier ein kurzer Einblick in die wesentlichen Neuerungen:
- Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema, mit dem versucht wird, die Branche auf den Weg zum neuen Normalzustand zu führen
- Neueste Statistiken und Trends: Die Produktionszahlen sind in drei Gruppen unterteilt, die zwischen Standard-, Premium- und spezialisierten Kaffees unterscheiden.
- Der Schwerpunkt liegt auf der Benutzerfreundlichkeit. Acht unabhängige Module mit einer entsprechenden Toolbox, die praktische Ratschläge und Fallstudien enthält.
- Ein neues Kapitel über die neuesten Innovationen ist jetzt Teil des Leitfadens. Dabei geht es vor allem um die digitale Seite des Geschäfts.

Nach 18 Monaten intensiver Arbeit bin ich glücklich, diese neue Ausgabe endlich auf den Markt bringen zu können. Ich bin dankbar für alle, die uns bei der Verwirklichung dieses Mammutprojekts unterstützt haben! Mit diesem Guide haben wir den Grundstein für ein neues Kapitel gelegt und hoffen, zu einem besseren Verständnis der Kaffeewelt für Fachleute entlang der gesamten Wertschöpfungskette beigetragen zu haben. Die Herausforderungen der nächsten Jahre werden zunehmen und noch größer werden. Möge der neue Coffee Guide uns dabei helfen, angemessene und nachhaltige Lösungen zu finden.

Wo ist er zu finden?
Kein anderer Tag als der Internationale Tag des Kaffees (1. Oktober 2021) hätte besser geeignet sein können, um die vierte Ausgabe des Kaffeeführers offiziell vorzustellen. "The Coffee Guide, 4. Ausgabe" kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Wir freuen uns auf eure Kommentare und Eindrücke!

 

Nachhaltigkeit

Wir sind der erste World Coffee Research Partner in Deutschland!

List + Beisler: neue Partnerschaft mit World Coffee Research

Nachhaltigkeit ist untrennbar mit der DNA unseres Unternehmens verbunden. Daher fördert und unterstützt List + Beisler seit langem Nachhaltigkeitsprojekte in Kaffeeanbaugebieten.

Hierbei konzentrieren wir uns hauptsächlich auf kaffeebezogene Schulungen für Kleinfarmer. Zu unseren wichtigsten Schulungsthemen gehören u.a. bewährte Methoden zur nachhaltigen Bewirtschaftung von kleinen Kaffeefarmen, die Schritte vor, während und nach der Ernte sowie die Verarbeitung der frisch geernteten Kaffees. Ziel dieser Projekte ist es, sowohl die Produktivität der Farm als auch die Qualität der Kaffees zu steigern. Hierdurch wollen wir die „Software" – das Wissen - der Farmer verbessern und ihnen helfen, qualifiziertere Kompetenzen in relevanten landwirtschaftlichen Praktiken, wie beispielsweise modernenn Kompostierungsmethoden, zu erlangen.

Allerdings treffen wir immer wieder auf einen erheblichen und substantiellen Engpass: die vorhandene Infrastruktur der Kleinfarmen oder besser gesagt die „Hardware" - die Kaffeebäume -selbst. In der Regel handelt es sich um zufällig gemischte Kaffeebaum-Sorten (Varietäten), die eher zweckmäßig gepflanzt, aber nicht strategisch optimiert wurden. Somit kann der Kaffeefarmer leider nicht die (jedoch sehr benötigte) höhere Qualität, mehr Produktivität und Effizienz erreichen.

Wenn wir den Kaffeefarmern helfen wollen eine nachhaltige Existenzgrundlage zu erreichen und darüber hinaus auch noch weitergehende Verbesserungen anstreben, muss sich der gordische Knoten um den beschriebenen Engpass auflösen.

Daher haben wir angefangen nach möglichen Lösungsansätzen Ausschau zu halten um möglichst zeitnah den Engpass zu schließen. Nach einer umfassenden Recherche haben wir nun endlich eine Organisation gefunden, die mit wissenschaftlichen, fortschrittlichen und vor allem nicht genetisch manipulierten (!) Ansätzen genau dieses bereits schon heute erfolgreich umsetzt.

Wir freuen uns sehr, unsere Partnerschaft mit World Coffee Research (WCR) bekannt zu geben.

Wir hatten die großartige Gelegenheit, während der WOC im vergangenen Juni, Vern Long, die neue Geschäftsführerin von WCR kennenzulernen. Wir trafen uns auf unserer fröhlichen Messe-Party. Mit kühlen Getränken in unseren Händen konnten wir nach einem langen Messetag unsere Zusammenarbeit besprechen.

Worum handelt es sich bei WCR genau? 2012 wurde diese gemeinnützige Forschungsorganisation von der globalen Kaffeeindustrie gegründet. Dank moderner landwirtschaftlicher und wissenschaftlicher Errungenschaften ist es nun möglich unter anderem Erträge, Qualität und sogar die Klimaresilienz der Kaffeepflanze zu verbessern. Hiermit leisten die neuen Varietäten in ihrer Vielseitigkeit einen erheblichen Beitrag zum Wohlergehen der Kaffeefarmer und erweitern die Biodiversität der Farm.                           

WCR konzentriert sich genau auf diese Arbeit: sie nutzen fortschrittliche und angewandte Forschung in den Bereichen Kaffeegenetik (kein GVO!) und Landwirtschaft, um neue Kaffeesorten (Varietäten) zu produzieren aber auch neue, innovative Anbaumethoden zu erforschen.

Eine verbesserte und fokussierte Pflanzen-Vielfalt hat gleich mehrere Vorteile:

1) Mit mehr Biodiversität im Anbau versetzt sich eine Kaffeefarm eher in die Lage einen Schädlingsangriff oder extreme Veränderungen im Klima zu überstehen.

2) Mit dem Zugang zu diesen Varietäten kann ein Kaffeefarmer neue Bepflanzungen auf die geographischen und klimatischen Bedingungen seiner Farm ideal abstimmen. Hierdurch wird ein Kaffeebaum in eine Umgebung gepflanzt, die seinen Bedürfnissen entspricht. Ein glücklicher Baum ist ein gesunder Baum, und gesunde Bäume produzieren nun mal bekannterweise mehr und besseren Kaffee. :-)

Das WCR arbeitet mit einem hervorragenden Netzwerk führender Wissenschaftler und Kaffee-Institutionen auf der ganzen Welt zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Lösungen, die schnell umsetzbar sind und innovativen und qualitätsbewussten Kaffeebauern zugänglich gemacht werden.

Nun möchten wir auch Sie zu dieser neuen Partnerschaft einladen – werden Sie Teil des Check-Off Programs!

Wie können Sie teilnehmen? Wie funktioniert es?

keyboard_arrow_rightAb sofort können Sie sich als Röster anmelden und zwischen 0,02 bis 0,20 EUR/kg Rohkaffee, der über List + Beisler bezogen wird, zu spenden.

keyboard_arrow_rightList + Beisler ergänzt diese Spende mit 0,02 EUR/kg gekauftem Rohkaffee.

keyboard_arrow_rightList + Beisler registriert alle Kaffeekäufe teilnehmender Röster mit den vereinbarten Spenden-Beiträgen. Die Spende wird auf dem Kontrakt separat ausgewiesen – analog zu bspw. den Frachtkosten.

keyboard_arrow_rightList + Beisler verwaltet die Spenden und überweist sie vierteljährlich an WCR.

keyboard_arrow_rightEinmal eingerichtet, unterstützen Sie automatisch bei jeder weiteren Bestellung.

Weitere Informationen finden Sie auf worldcoffeeresearch.org oder wenn Sie uns direkt kontaktieren!

NB: Da sowohl List + Beisler als auch WCR privatrechtliche Organisationen sind, sind wir nicht in der Lage Spendenquittungen auszustellen.

In Tansania

Edelweiss, Ngorongoro Krater

Edelweiss Estate, Ngorongoro Crater. Heading west from Moshi, our next destination led us to the Arusha Coffee Mill. This dry mill is owned by the Edelweiss Estate and mills the parchment of 4-5 neighboring farms next to their own. We got to cup the first Edelweiss lots from lower altitudes. Neel Vohora, the third generation owner of the farm, loves to experiment with different processing styles. This upcoming crop there will be refreshing samples of carbonic maceration, anaerobic fermentation and honey coffees to be checked out. First samples should reach us in the second half of September, with shipments reaching us in Jan/Feb.

The Edelweiss Estate consists of two neighboring farms: Edelweiss and Helgoland/Ascona. The funky German names are a heritage from German settlement in the early 20th century. Both farms are adjacent to the Ngorongoro Conservation Area with an abundance of wildlife such as elephants, buffalos, lions, the endangered black rhinos and zebras. This wildlife is both a blessing and a curse. On the one hand, this land remains a diversified part of its natural surroundings. On the other hand, the coffee trees have undergone a quite stringent rejuvenation program over the past ten years, production is said to reach a new peak this year. Yet, buffalos and elephants in particular cut back yields by destroying not only a few trees but sometimes also complete hillsides. Young buffalos that grow horns, are suffering from itching, so they rub their horns on coffee trees. Elephants dig huge holes with their tusks to lick minerals out of the soils. Both farms already dedicate 30% of their area to a natural buffer zone for wildlife protection. It remains tricky though to balance the needs of farmers and wildlife in such proximity. Nevertheless, Neel is positive to find a solution that works for both.

Until then, we keep our fingers crossed that buffalos and elephants are not too keen on the fine cherries Edelweiss has been producing and will leave more of that juicy and complex coffee for us. Stay tuned for some unique rhubarb in your cup!

In Tansania

Kleinbauern-Kooperativen, Kilimandscharo

Smallholder cooperatives, Kilimanjaro. Our second visit took us a bit east of the Kili to the producers of our regional coffees "Kulala Kifaru""Lulu Kaskazini" and "Mamsera Amcos". While the first two coffees represent a mix from several cooperatives, Mamsera Amcos coffee stems from a single-cooperative.
Seven members of the UTZ-certified Mamsera Amcos welcomed us at their headquarters and warehouse. Their modern organization is led by a female manager and supported by a retired accountant of the Tanzanian Coffee Board. In total 2,000 members bring their parchment to the cooperative to be weighed and sold. A similar set-up was found at another cooperative called Mamba South Cooperative. We got to speak to several farmers and members of the cooperatives. All of them named similar challenges they are currently facing: costs for fertilizers, aging trees and especially the youth leaving to the cities.

To tackle these challenges, the cooperatives have come up with practical solutions: regular trainings teach the farmers how to produce their own fertilizers as done at the farm of Christian Arestides Massae (see picture). In cooperation with an NGO, they are also setting up a nursery to slowly replace some of the 100-year-old trees by fresh and more productive ones. In addition, the farmers exchange their experiences in pruning with "promoter farmers" within the cooperatives. Convincing the youth to follow in coffee growing remains the most challenging problem though. By employing young people, the cooperatives try to create a bridge between the generations. They also award the best 45 farmers as an incentive for good quality and prestige. Yet, according to them, the average age of a coffee farmer in the Kili area currently lies above 60. Next to climate change, we also consider this as one the critical points for future coffee production. The cooperatives have done a great job in this area and we hope to have a continuous coffee flow in the future, too!

By buying these coffees, you certainly contribute to supporting the smallholder farmers from these cooperatives, too. Coffees from this area tend to be slightly floral and come with an intense citric acidity. We expect the first samples from this area in November and are excited to see what this year's production will bring!

Im Ursprung

Ursprungsreise nach Tansania

Tansania, August 2019

Pünktlich zum Start der Ernte, haben wir uns auf den Weg nach Nord-Tansania gemacht. Wir wollten uns ein Bild davon machen, was die kommende Ernte bringen wird und haben gleichzeitig der Edelweiss Farm einen ersten Besuch abgestattet. Genug Vorhaben, auf die wir uns freuen konnten! 

Unsere einzelnen Stationen und eine Routenübersicht gibt es auf dieser Karte.

In Tansania

Machare Estate, Kilimandscharo

Machare Estate, Kilimanjaro. Starting off in the Kilimanjaro region, we were welcomed with unusual sunshine for these times. Machare Estate allows you to have a cup of coffee with a direct view onto Kilimanjaro. The farm is surrounded by two rivers and nestled on the lush slopes of the Kilimanjaro Mountain. Bente, the owner of Machare, aims to cultivate 100 % organically certified coffee in a few years. She has quite some talent to teach herself things that go beyond her in-depth knowledge of coffee: an irrigation system that supplies the whole plantation with only one pump and a Tanzanian-tailored organic fertilizer are only two of the projects she successfully executed in the past years. Imagine a farm that has experimented with so many best practices from all over the world, that it is considered state-of-the-art coffee processing in East Africa. This results not only in a unique set-up involving much of the surrounding communities but also in a high-quality cup that constantly convinces with beautiful aromas and high complexity. Machare's coffees are full of tomato, bergamot and berries that play with smooth citric acidity. We have had these coffees for several years now and can only support her engagement that reflects these colorful aromas in one cup.

During our visit in August, parts of the Machare Estate had ripened much earlier than in previous years. Picking in lower altitudes had already begun. Not only on Machare, but also on the many surrounding smallholder farms, people had started to pick the first ripe cherries. Samples should come to our lab in November, first coffees should reach our warehouse in Germany by March.

Last year, we entered a joint project to strengthen Machare's surrounding communities. To us, a strong coffee community with established infrastructure enables synergies as well as stable supply from the region. The goal of the project was to imrpove coffee processing for Machare's neighboring Central Pulping Units (CPU's). These CPU's are owned and operated by the surrounding smallholder farmers to depulp, ferment, wash and dry the parchment of many in one facility. Together with Bente, we decided to supply the CPU's with shade nets and plastic canvas to support their drying processes on African drying beds. Originally, shade nets were used in olive processing, covering the olives and drying them in a more gentile way. Farmers at the Kilimanjaro already dry their parchment in the shade of many trees. Nevertheless, these nets still come in handy. Drying the parchment involves regular turning to ensure constant quality. Placing the parchment on nets rather than directly on wire has several advantages:

keyboard_arrow_rightThe wire is hard to replace or repair as the material is rising in price

keyboard_arrow_rightHandling becomes easier, no beans are missed out on or fall through the wire, parchment can be poured all at once

keyboard_arrow_rightAlready tucked in nets, parchment can be quickly wrapped in canvas in order to protect from rain and humidity at night

The CPU's range in size: the biggest one in the area gathers 74 farmers while others collect the cherries of 10 farmers only. A total of 158 shade nets and 100 plastic canvas were given to 13 CPU's neighboring Machare. Using the shade nets means another step to professionalization and towards a more consistent quality. Easing the work of coffee farmers supports keeping the farm job attractive for generations to follow. Ensuring a stable coffee infrastructure usually creates greater coffees for roasters and coffee lovers. Thank you Bente for your support!

Rückblick

Deutschlands erster Q-Arabica Kurs + Exam

Im Februar 2019 fand in unserem Schulungsraum in Berlin der erste Q-Arabica Kurs & Examen Deutschlands statt. Zwölf TeilnehmerInnen aus ganz Europa wurden geschult und in insgesamt 19 Prüfungen getestet um am Ende die höchste Zertifizierung in der Welt der Kaffee-Sensorik zu erhalten: den Q-Grader.
Aufgrund der hohen Nachfrage werden wir sicherlich im zweiten Halbjahr 2019 gleich den nächsten Q-Grader Kurs anbieten. Bei Interesse melden Sie sich gern bei uns.

Im Ursprung

Den Menschen im Ursprung etwas zurückgeben

Im Februar 2018 haben wir mit unseren äthiopischen Partnern, Moplaco, die Kaffeeregion Sidamo besucht. Während dieser Reise haben wir Produzenten getroffen, aber auch eines der Projekte kennengelernt, die Moplaco in dieser Region gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung entwickelt hat: Die Sergera Grundschule.

Diese Schule wurde vor mehr als 8 Jahren mit dem Vorsatz gebaut, ein Umfeld zu schaffen, in dem Kinder gerne zur Schule gehen. Von Jahr zu Jahr hat sich die Anwesenheitsrate verbessert und heute besuchen etwa 2000 Kinder diese Schule. Seit ihren Anfängen hat sich die Schule merklich verbessern können und ist, wie die Mitarbeiter bei Moplaco sagen, "eine kontinuierliche Meisterleistung".

Die Schule läuft im Schichtbetrieb, morgens und nachmittags mit jeweils 1000 Kindern pro Schicht. Zur Zeit gibt es 10 Klassenzimmer, von welchen nur 2 mit Betonböden ausgestattet sind; die restlichen haben sandige Lehmböden, die mit Holzstreifen abgedeckt sind. Diese Art von Bodenbelag ist zwar kostengünstig, aber auch die ideale Umgebung für Flöhe, die ein großes Problem für die überbelegten Klassenzimmer darstellen.

Bei List + Beisler glauben wir daran nachhaltige Gemeinschaften in der Kaffeeindustrie zu fördern. In diesem Fall haben wir uns entschieden mit Moplaco zu kooperieren und der Gemeinde von Sergera dabei zu helfen, weitere Klassenzimmer zu renovieren, die Böden und Wände auszubessern, und diese mit Möbeln auszustatten, um eine sicherere und gesündere Umgebung für die Kinder zu schaffen; einen Ort, an dem sie unter besseren Bedingungen lernen und arbeiten können.

Das Projekt ist für März 2018 bis Dezember 2018 angesetzt und wir werden während dieser Zeit die gesamte Projektgestaltung leiten. Moplaco wird als Leiter des Gesamtprojektes mit uns zusammenarbeiten, während die Mitglieder der Sergera-Gemeinde tatkräftig am Projekt mitarbeiten.

Wir glauben, dass eine übergreifende Verbesserung der Infrastruktur den Kindern die Möglichkeit geben wird, unter angemessenen Bedingungen zu lernen.

Wir halten Sie mit Neuigkeiten zu diesem Projekt auf dem Laufenden.

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