Premium Coffee Culture since 1901

Lernen Sie uns kennen

Wir kündigen mit großer Freude die Eröffnung unseres Standortes in den USA an!

Seit vielen Jahren haben wir in Amerika einige Kunden, die wir direkt vom Herkunftsland mit Kaffee beliefern. Mit unserem neuen Standort in den USA hoffen wir den Anforderungen unserer Kunden auf der anderen Seite des großen Teiches noch besser gerecht zu werden.

New York war schon immer ein Epizentrum der Unternehmensgründung und Innovation. Als Knotenpunkt des Finanzwesens und einer globalen, integrativen Kultur, bietet es sich als attraktiver Startpunkt an.

Sam stammt aus dem fernen australischen Melbourne. Seine Karriere in der Kaffeeindustrie begann in den zentralen Mittelgebirgen Vietnams. Angezogen von den glänzenden Lichtern von New York City und vor allem der Aussicht bei Europas führendem Händler für Spezialitätenkaffee, List + Beisler, anzufangen, ist Sam heute dafür verantwortlich L+Bs Eintritt in den nordamerikanischen Markt zu beschleunigen.

Wenn er nicht gerade dabei ist der Sonne oder den Wellen hinterherzujagen, findet man Sam bei der Rasenpflege, oder dabei mit Leidenschaft die Unterschiede zwischen Rugby und australischem Football zu erklären.

Lernen Sie uns kennen

Der erste zertifizierte SCA Premier Training Campus in Deutschland

Was ist ein SCA Premier Training Campus?

Kurz gesagt handelt es sich um ein SCA Mitgliedsunternehmen oder eine Organisation, die sämtliche Anforderungen der SCA erfüllt und dadurch die Zulassung erhalten hat, Kaffeekenntnisse mit SCA-Zertifizierung zu lehren.

Weltweit gibt es viele solcher Campusse und jedes Jahr kommen neue hinzu. Wir sind stolz darauf, in Deutschland ganz oben auf der Liste zu stehen. Als Campus streben wir danach, einzigartige Erlebnisse im Bereich Kaffeekunde anzubieten – dabei engagieren wir uns stark für hohe Standards bei den Lernerlebnissen.

Owen Thom besuchte im Rahmen der Zertifizierung unsere Ausbildungsstätte und teilte sein Feedback mit uns:

keyboard_arrow_right„Die Lernumgebung ist ungewöhnlich, aber perfekt und für unsere Zwecke gut nutzbar. Die Teilnehmer können sich entspannen und in einem friedvollen, komfortablen Rahmen lernen."

keyboard_arrow_right„Alles in allem hat List und Beisler großartige Voraussetzungen, um den Status eines grünen und sensorischen Premium Training Centers zu erhalten und erfüllt diesbezüglich alle notwendigen Standards."

Wenn Sie mehr über den Premier Training Campus erfahren möchten, bietet die Webseite der SCA viele weitere Informationen.

Warum haben wir uns für die Zertifizierung entschieden?
Bei List + Beisler streben wir danach sowohl intern als auch extern hohe Qualitätsstandards für Kaffee zu fördern. Das bedeutet ein ausdrückliches Bekenntnis zu Qualitätsstandards im Unternehmen, während nach außen ein aktives Konzept der Kaffeekunde und deren Förderung verfolgt wird. Wir wollen uns so aufstellen, dass andere von unserem Wissen profitieren können.

Wir meinen es ernst: Kaffee ist unsere Leidenschaft und die Zertifizierung war unser Weg, um einerseits hohe Qualitätsstandards für Kaffee und Bildung zu realisieren, und andererseits unser Engagement nach außen darzustellen.

Im Ursprung

Den Menschen im Ursprung etwas zurückgeben

Im Februar 2018 haben wir mit unseren äthiopischen Partnern, Moplaco, die Kaffeeregion Sidamo besucht. Während dieser Reise haben wir Produzenten getroffen, aber auch eines der Projekte kennengelernt, die Moplaco in dieser Region gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung entwickelt hat: Die Sergera Grundschule.

Diese Schule wurde vor mehr als 8 Jahren mit dem Vorsatz gebaut, ein Umfeld zu schaffen, in dem Kinder gerne zur Schule gehen. Von Jahr zu Jahr hat sich die Anwesenheitsrate verbessert und heute besuchen etwa 2000 Kinder diese Schule. Seit ihren Anfängen hat sich die Schule merklich verbessern können und ist, wie die Mitarbeiter bei Moplaco sagen, "eine kontinuierliche Meisterleistung".

Die Schule läuft im Schichtbetrieb, morgens und nachmittags mit jeweils 1000 Kindern pro Schicht. Zur Zeit gibt es 10 Klassenzimmer, von welchen nur 2 mit Betonböden ausgestattet sind; die restlichen haben sandige Lehmböden, die mit Holzstreifen abgedeckt sind. Diese Art von Bodenbelag ist zwar kostengünstig, aber auch die ideale Umgebung für Flöhe, die ein großes Problem für die überbelegten Klassenzimmer darstellen.

Bei List + Beisler glauben wir daran nachhaltige Gemeinschaften in der Kaffeeindustrie zu fördern. In diesem Fall haben wir uns entschieden mit Moplaco zu kooperieren und der Gemeinde von Sergera dabei zu helfen, weitere Klassenzimmer zu renovieren, die Böden und Wände auszubessern, und diese mit Möbeln auszustatten, um eine sicherere und gesündere Umgebung für die Kinder zu schaffen; einen Ort, an dem sie unter besseren Bedingungen lernen und arbeiten können.

Das Projekt ist für März 2018 bis Dezember 2018 angesetzt und wir werden während dieser Zeit die gesamte Projektgestaltung leiten. Moplaco wird als Leiter des Gesamtprojektes mit uns zusammenarbeiten, während die Mitglieder der Sergera-Gemeinde tatkräftig am Projekt mitarbeiten.

Wir glauben, dass eine übergreifende Verbesserung der Infrastruktur den Kindern die Möglichkeit geben wird, unter angemessenen Bedingungen zu lernen.

Wir halten Sie mit Neuigkeiten zu diesem Projekt auf dem Laufenden.

Rückblick

Deutschlands erster Q-Arabica Kurs + Exam

Im Februar 2019 fand in unserem Schulungsraum in Berlin der erste Q-Arabica Kurs & Examen Deutschlands statt. Zwölf TeilnehmerInnen aus ganz Europa wurden geschult und in insgesamt 19 Prüfungen getestet um am Ende die höchste Zertifizierung in der Welt der Kaffee-Sensorik zu erhalten: den Q-Grader.
Aufgrund der hohen Nachfrage werden wir sicherlich im zweiten Halbjahr 2019 gleich den nächsten Q-Grader Kurs anbieten. Bei Interesse melden Sie sich gern bei uns.

Im Ursprung

Ursprungsreise nach Tansania

Tansania, August 2019

Pünktlich zum Start der Ernte, haben wir uns auf den Weg nach Nord-Tansania gemacht. Wir wollten uns ein Bild davon machen, was die kommende Ernte bringen wird und haben gleichzeitig der Edelweiss Farm einen ersten Besuch abgestattet. Genug Vorhaben, auf die wir uns freuen konnten! 

Unsere einzelnen Stationen und eine Routenübersicht gibt es auf dieser Karte.

In Tansania

Machare Estate, Kilimandscharo

Machare Estate, Kilimanjaro. Starting off in the Kilimanjaro region, we were welcomed with unusual sunshine for these times. Machare Estate allows you to have a cup of coffee with a direct view onto Kilimanjaro. The farm is surrounded by two rivers and nestled on the lush slopes of the Kilimanjaro Mountain. Bente, the owner of Machare, aims to cultivate 100 % organically certified coffee in a few years. She has quite some talent to teach herself things that go beyond her in-depth knowledge of coffee: an irrigation system that supplies the whole plantation with only one pump and a Tanzanian-tailored organic fertilizer are only two of the projects she successfully executed in the past years. Imagine a farm that has experimented with so many best practices from all over the world, that it is considered state-of-the-art coffee processing in East Africa. This results not only in a unique set-up involving much of the surrounding communities but also in a high-quality cup that constantly convinces with beautiful aromas and high complexity. Machare's coffees are full of tomato, bergamot and berries that play with smooth citric acidity. We have had these coffees for several years now and can only support her engagement that reflects these colorful aromas in one cup.

During our visit in August, parts of the Machare Estate had ripened much earlier than in previous years. Picking in lower altitudes had already begun. Not only on Machare, but also on the many surrounding smallholder farms, people had started to pick the first ripe cherries. Samples should come to our lab in November, first coffees should reach our warehouse in Germany by March.

Last year, we entered a joint project to strengthen Machare's surrounding communities. To us, a strong coffee community with established infrastructure enables synergies as well as stable supply from the region. The goal of the project was to imrpove coffee processing for Machare's neighboring Central Pulping Units (CPU's). These CPU's are owned and operated by the surrounding smallholder farmers to depulp, ferment, wash and dry the parchment of many in one facility. Together with Bente, we decided to supply the CPU's with shade nets and plastic canvas to support their drying processes on African drying beds. Originally, shade nets were used in olive processing, covering the olives and drying them in a more gentile way. Farmers at the Kilimanjaro already dry their parchment in the shade of many trees. Nevertheless, these nets still come in handy. Drying the parchment involves regular turning to ensure constant quality. Placing the parchment on nets rather than directly on wire has several advantages:

keyboard_arrow_rightThe wire is hard to replace or repair as the material is rising in price

keyboard_arrow_rightHandling becomes easier, no beans are missed out on or fall through the wire, parchment can be poured all at once

keyboard_arrow_rightAlready tucked in nets, parchment can be quickly wrapped in canvas in order to protect from rain and humidity at night

The CPU's range in size: the biggest one in the area gathers 74 farmers while others collect the cherries of 10 farmers only. A total of 158 shade nets and 100 plastic canvas were given to 13 CPU's neighboring Machare. Using the shade nets means another step to professionalization and towards a more consistent quality. Easing the work of coffee farmers supports keeping the farm job attractive for generations to follow. Ensuring a stable coffee infrastructure usually creates greater coffees for roasters and coffee lovers. Thank you Bente for your support!

In Tansania

Kleinbauern-Kooperativen, Kilimandscharo

Smallholder cooperatives, Kilimanjaro. Our second visit took us a bit east of the Kili to the producers of our regional coffees "Kulala Kifaru""Lulu Kaskazini" and "Mamsera Amcos". While the first two coffees represent a mix from several cooperatives, Mamsera Amcos coffee stems from a single-cooperative.
Seven members of the UTZ-certified Mamsera Amcos welcomed us at their headquarters and warehouse. Their modern organization is led by a female manager and supported by a retired accountant of the Tanzanian Coffee Board. In total 2,000 members bring their parchment to the cooperative to be weighed and sold. A similar set-up was found at another cooperative called Mamba South Cooperative. We got to speak to several farmers and members of the cooperatives. All of them named similar challenges they are currently facing: costs for fertilizers, aging trees and especially the youth leaving to the cities.

To tackle these challenges, the cooperatives have come up with practical solutions: regular trainings teach the farmers how to produce their own fertilizers as done at the farm of Christian Arestides Massae (see picture). In cooperation with an NGO, they are also setting up a nursery to slowly replace some of the 100-year-old trees by fresh and more productive ones. In addition, the farmers exchange their experiences in pruning with "promoter farmers" within the cooperatives. Convincing the youth to follow in coffee growing remains the most challenging problem though. By employing young people, the cooperatives try to create a bridge between the generations. They also award the best 45 farmers as an incentive for good quality and prestige. Yet, according to them, the average age of a coffee farmer in the Kili area currently lies above 60. Next to climate change, we also consider this as one the critical points for future coffee production. The cooperatives have done a great job in this area and we hope to have a continuous coffee flow in the future, too!

By buying these coffees, you certainly contribute to supporting the smallholder farmers from these cooperatives, too. Coffees from this area tend to be slightly floral and come with an intense citric acidity. We expect the first samples from this area in November and are excited to see what this year's production will bring!

In Tansania

Edelweiss, Ngorongoro Krater

Edelweiss Estate, Ngorongoro Crater. Heading west from Moshi, our next destination led us to the Arusha Coffee Mill. This dry mill is owned by the Edelweiss Estate and mills the parchment of 4-5 neighboring farms next to their own. We got to cup the first Edelweiss lots from lower altitudes. Neel Vohora, the third generation owner of the farm, loves to experiment with different processing styles. This upcoming crop there will be refreshing samples of carbonic maceration, anaerobic fermentation and honey coffees to be checked out. First samples should reach us in the second half of September, with shipments reaching us in Jan/Feb.

The Edelweiss Estate consists of two neighboring farms: Edelweiss and Helgoland/Ascona. The funky German names are a heritage from German settlement in the early 20th century. Both farms are adjacent to the Ngorongoro Conservation Area with an abundance of wildlife such as elephants, buffalos, lions, the endangered black rhinos and zebras. This wildlife is both a blessing and a curse. On the one hand, this land remains a diversified part of its natural surroundings. On the other hand, the coffee trees have undergone a quite stringent rejuvenation program over the past ten years, production is said to reach a new peak this year. Yet, buffalos and elephants in particular cut back yields by destroying not only a few trees but sometimes also complete hillsides. Young buffalos that grow horns, are suffering from itching, so they rub their horns on coffee trees. Elephants dig huge holes with their tusks to lick minerals out of the soils. Both farms already dedicate 30% of their area to a natural buffer zone for wildlife protection. It remains tricky though to balance the needs of farmers and wildlife in such proximity. Nevertheless, Neel is positive to find a solution that works for both.

Until then, we keep our fingers crossed that buffalos and elephants are not too keen on the fine cherries Edelweiss has been producing and will leave more of that juicy and complex coffee for us. Stay tuned for some unique rhubarb in your cup!

Nachhaltigkeit

Wir sind der erste World Coffee Research Partner in Deutschland!

List + Beisler: neue Partnerschaft mit World Coffee Research

Nachhaltigkeit ist untrennbar mit der DNA unseres Unternehmens verbunden. Daher fördert und unterstützt List + Beisler seit langem Nachhaltigkeitsprojekte in Kaffeeanbaugebieten.

Hierbei konzentrieren wir uns hauptsächlich auf kaffeebezogene Schulungen für Kleinfarmer. Zu unseren wichtigsten Schulungsthemen gehören u.a. bewährte Methoden zur nachhaltigen Bewirtschaftung von kleinen Kaffeefarmen, die Schritte vor, während und nach der Ernte sowie die Verarbeitung der frisch geernteten Kaffees. Ziel dieser Projekte ist es, sowohl die Produktivität der Farm als auch die Qualität der Kaffees zu steigern. Hierdurch wollen wir die „Software" – das Wissen - der Farmer verbessern und ihnen helfen, qualifiziertere Kompetenzen in relevanten landwirtschaftlichen Praktiken, wie beispielsweise modernenn Kompostierungsmethoden, zu erlangen.

Allerdings treffen wir immer wieder auf einen erheblichen und substantiellen Engpass: die vorhandene Infrastruktur der Kleinfarmen oder besser gesagt die „Hardware" - die Kaffeebäume -selbst. In der Regel handelt es sich um zufällig gemischte Kaffeebaum-Sorten (Varietäten), die eher zweckmäßig gepflanzt, aber nicht strategisch optimiert wurden. Somit kann der Kaffeefarmer leider nicht die (jedoch sehr benötigte) höhere Qualität, mehr Produktivität und Effizienz erreichen.

Wenn wir den Kaffeefarmern helfen wollen eine nachhaltige Existenzgrundlage zu erreichen und darüber hinaus auch noch weitergehende Verbesserungen anstreben, muss sich der gordische Knoten um den beschriebenen Engpass auflösen.

Daher haben wir angefangen nach möglichen Lösungsansätzen Ausschau zu halten um möglichst zeitnah den Engpass zu schließen. Nach einer umfassenden Recherche haben wir nun endlich eine Organisation gefunden, die mit wissenschaftlichen, fortschrittlichen und vor allem nicht genetisch manipulierten (!) Ansätzen genau dieses bereits schon heute erfolgreich umsetzt.

Wir freuen uns sehr, unsere Partnerschaft mit World Coffee Research (WCR) bekannt zu geben.

Wir hatten die großartige Gelegenheit, während der WOC im vergangenen Juni, Vern Long, die neue Geschäftsführerin von WCR kennenzulernen. Wir trafen uns auf unserer fröhlichen Messe-Party. Mit kühlen Getränken in unseren Händen konnten wir nach einem langen Messetag unsere Zusammenarbeit besprechen.

Worum handelt es sich bei WCR genau? 2012 wurde diese gemeinnützige Forschungsorganisation von der globalen Kaffeeindustrie gegründet. Dank moderner landwirtschaftlicher und wissenschaftlicher Errungenschaften ist es nun möglich unter anderem Erträge, Qualität und sogar die Klimaresilienz der Kaffeepflanze zu verbessern. Hiermit leisten die neuen Varietäten in ihrer Vielseitigkeit einen erheblichen Beitrag zum Wohlergehen der Kaffeefarmer und erweitern die Biodiversität der Farm.                           

WCR konzentriert sich genau auf diese Arbeit: sie nutzen fortschrittliche und angewandte Forschung in den Bereichen Kaffeegenetik (kein GVO!) und Landwirtschaft, um neue Kaffeesorten (Varietäten) zu produzieren aber auch neue, innovative Anbaumethoden zu erforschen.

Eine verbesserte und fokussierte Pflanzen-Vielfalt hat gleich mehrere Vorteile:

1) Mit mehr Biodiversität im Anbau versetzt sich eine Kaffeefarm eher in die Lage einen Schädlingsangriff oder extreme Veränderungen im Klima zu überstehen.

2) Mit dem Zugang zu diesen Varietäten kann ein Kaffeefarmer neue Bepflanzungen auf die geographischen und klimatischen Bedingungen seiner Farm ideal abstimmen. Hierdurch wird ein Kaffeebaum in eine Umgebung gepflanzt, die seinen Bedürfnissen entspricht. Ein glücklicher Baum ist ein gesunder Baum, und gesunde Bäume produzieren nun mal bekannterweise mehr und besseren Kaffee. :-)

Das WCR arbeitet mit einem hervorragenden Netzwerk führender Wissenschaftler und Kaffee-Institutionen auf der ganzen Welt zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Lösungen, die schnell umsetzbar sind und innovativen und qualitätsbewussten Kaffeebauern zugänglich gemacht werden.

Nun möchten wir auch Sie zu dieser neuen Partnerschaft einladen – werden Sie Teil des Check-Off Programs!

Wie können Sie teilnehmen? Wie funktioniert es?

keyboard_arrow_rightAb sofort können Sie sich als Röster anmelden und zwischen 0,02 bis 0,20 EUR/kg Rohkaffee, der über List + Beisler bezogen wird, zu spenden.

keyboard_arrow_rightList + Beisler ergänzt diese Spende mit 0,02 EUR/kg gekauftem Rohkaffee.

keyboard_arrow_rightList + Beisler registriert alle Kaffeekäufe teilnehmender Röster mit den vereinbarten Spenden-Beiträgen. Die Spende wird auf dem Kontrakt separat ausgewiesen – analog zu bspw. den Frachtkosten.

keyboard_arrow_rightList + Beisler verwaltet die Spenden und überweist sie vierteljährlich an WCR.

keyboard_arrow_rightEinmal eingerichtet, unterstützen Sie automatisch bei jeder weiteren Bestellung.

Weitere Informationen finden Sie auf worldcoffeeresearch.org oder wenn Sie uns direkt kontaktieren!

NB: Da sowohl List + Beisler als auch WCR privatrechtliche Organisationen sind, sind wir nicht in der Lage Spendenquittungen auszustellen.

Kaffeewissen

List+Beisler's Beitrag zur 4. Ausgabe des "The Coffee Guide"

Blog von: Philip von der Goltz, 14.10.2021

Als Verantwortlicher für Nachhaltigkeit, Marketing und Digitalisierung bei List + Beisler waren dies besondere Wochen für mich. Vor mehr als 20 Jahren habe ich angefangen, in der schönen Welt des Kaffees zu arbeiten. Ich war erst ein paar Wochen im neuen Job, als die internationalen Kaffeepreise ihren historischen Tiefststand von 41,50 c/lb erreichten. Das war im Dezember 2001. Damals sah es für mich wie das Ende der Kaffeewelt aus. Glücklicherweise wurde ich eines Besseren belehrt!
Die extreme Preisvolatilität ist einer von vielen Faktoren, die sich direkt auf das Leben und die Geschäfte aller Beteiligten der Kaffee-Wertschöpfungskette auswirken. Das schwächste Glied in unserer Gemeinschaft sind jedoch die Kaffeebauern, insbesondere die Kleinbauern. Die Kaffeebauern sind abhängig von den internationalen Kaffeepreisen und den Launen von Mutter Natur, den Schwankungen der lokalen Währungen und den politischen Entwicklungen. Viele Faktoren kommen zusammen und liegen oft weit außerhalb ihres Einflusses.

Kaffee: ein komplexer Wissensbereich
Ein gründliches Verständnis der Kaffeewelt zu erlangen ist ein zeitaufwändiges Unterfangen, aber der Schlüssel zur Verbesserung des eigenen Wissens und der Entscheidungsfähigkeit. Auf meiner eigenen Reise hatte ich das Glück, von einigen der Besten der Branche zu lernen. Dennoch gibt es noch viel Raum für Entwicklung. Nach all diesen Jahren bin ich zumindest zu einer festen Überzeugung gelangt: Kaffee ist ein lebenslanger Lernprozess; je mehr man weiß, desto mehr erkennt man, dass es noch mehr zu lernen und zu verstehen gibt. Die Komplexität dieses globalen Geschäfts schafft eine sich ständig weiterentwickelnde und verändernde Realität in Bezug auf Produktion, Handel, Verbrauch und viele andere Komponenten des Kaffees. Das Wissen muss ständig angepasst und aktualisiert werden.

Wie soll man also anfangen und was soll man lernen? Es liegt in der Natur der Komplexität, dass sie sich nur schwer zusammenfassen und vereinfachen lässt. Kaffee wird überall auf der Welt angebaut und auf vielfältige Weise konsumiert. Nehmen wir an, man möchte nicht nur seinen eigenen Horizont erweitern, sondern sich in seinem Beruf wirklich entfalten. In diesem Fall ist es von entscheidender Bedeutung, Ideen, Gedanken, Fakten und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse von so vielen Fachleuten wie möglich zu erhalten. Man sollte seine Quellen daher mit Bedacht wählen.

Bereits 1992 wurde der erste Coffee Guide von United Nations' International Trade Centre (UN/ITC) veröffentlicht. Er wurde zur führenden Informationsquelle für Fachleute in Bezug auf Kaffee. Es handelte sich um ein Handbuch für den Handel mit Kaffee, das hauptsächlich von Jan van Hilten und Morten Scholer verfasst wurde. Nach dem anfänglichen Erfolg machten sie weiter und entwickelten zusammen mit einem Team von Branchenexperten zwei weitere Guides (veröffentlicht 2002 und 2012). Diese - meiner Meinung nach - hervorragende Arbeit versorgte die Kaffeebranche mit detailliertem Wissen und stellte einen unschätzbaren Wert für die Kaffeewelt dar.
Seit der letzten Veröffentlichung sind fast 10 Jahre vergangen. Es war nicht nur an der Zeit, die Informationen zu aktualisieren, sondern auch, sich an neue Gegebenheiten anzupassen.

Quelle: ITC "Building on the legacy: From commodity handbook to comprehensive working tool."

Wie alles begann und wie sich das Team entwickelte
Vor achtzehn Monaten bat mich Hernan Manson, der Leiter der UN/ITC-Abteilung Alliances for Action, die Aufgabe zu übernehmen, den ITC Coffee Guide zu aktualisieren. So spannend diese Aufgabe auch ist, so herausfordernd ist sie auch. Am ersten Tag dieses Projekts hatten Hernan und ich gerade damit begonnen, uns einen Überblick über den Umfang dieses Vorhabens zu verschaffen, als uns langsam das Ausmaß der Arbeit bewusst wurde, die vor uns lag. Die Fülle der zu behandelnden Themen erinnerte mich an einen Spruch eines Lehrers aus meiner Schulzeit: "Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo man es findet!". Und so begannen wir ein Brainstorming über die Personen, mit denen wir zusammenarbeiten wollten. Wir bildeten ein engagiertes Expertenteam: Sarah Charles als meine wichtigste Co-Autorin, Redakteurin und kreatives Kraftpaket. Sie ist eine bekannte Autorin, die bereits an mehreren Kaffee-Publikationen gearbeitet hat. Martina Bozzola, eine hervorragende Akademikerin, Professorin für Wirtschaft und Landwirtschaft an der Queen's University of Belfast und leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Tommaso Ferretti, Experte für nachhaltige Handelsfinanzierung, promovierte an der McGill University und wurde während der Erstellung dieser neuen Ausgabe Vater. Er hatte sicherlich sehr kurze Nächte, aber nicht nur wegen des neugeborenen Babys. Eleni Gerakari, die all unsere Gedanken und Ideen in umsetzbare Arbeit umwandelt und etwas Ordnung in unser kreatives Durcheinander bringt. Sie ist eine große Bereicherung für uns alle! Und nicht zuletzt: Neil Rosser - der Datenmeister. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung mit den Zahlen, die die Welt des Kaffees bewegen.
Neben unserem Kernteam haben wir eine hochprofessionelle und motivierte Gruppe von über 70 Branchenexperten engagiert. Die Bandbreite ist groß: von Kaffeebauern, Kooperativen, Exporteuren, Importeuren, Röstern, Coffeeshops, Beratern bis hin zu Hochschulen, internationalen Institutionen, NGOs und Verbänden aller Art. Wir sind stolz darauf, dass wir die gesamte Gemeinschaft der Kaffeestakeholder abdecken. Dieses Netzwerk von passionierten Kaffeeliebhabern ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren des neuen Leitfadens.

Was ist neu?
Hier ein kurzer Einblick in die wesentlichen Neuerungen:
- Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema, mit dem versucht wird, die Branche auf den Weg zum neuen Normalzustand zu führen
- Neueste Statistiken und Trends: Die Produktionszahlen sind in drei Gruppen unterteilt, die zwischen Standard-, Premium- und spezialisierten Kaffees unterscheiden.
- Der Schwerpunkt liegt auf der Benutzerfreundlichkeit. Acht unabhängige Module mit einer entsprechenden Toolbox, die praktische Ratschläge und Fallstudien enthält.
- Ein neues Kapitel über die neuesten Innovationen ist jetzt Teil des Leitfadens. Dabei geht es vor allem um die digitale Seite des Geschäfts.

Nach 18 Monaten intensiver Arbeit bin ich glücklich, diese neue Ausgabe endlich auf den Markt bringen zu können. Ich bin dankbar für alle, die uns bei der Verwirklichung dieses Mammutprojekts unterstützt haben! Mit diesem Guide haben wir den Grundstein für ein neues Kapitel gelegt und hoffen, zu einem besseren Verständnis der Kaffeewelt für Fachleute entlang der gesamten Wertschöpfungskette beigetragen zu haben. Die Herausforderungen der nächsten Jahre werden zunehmen und noch größer werden. Möge der neue Coffee Guide uns dabei helfen, angemessene und nachhaltige Lösungen zu finden.

Wo ist er zu finden?
Kein anderer Tag als der Internationale Tag des Kaffees (1. Oktober 2021) hätte besser geeignet sein können, um die vierte Ausgabe des Kaffeeführers offiziell vorzustellen. "The Coffee Guide, 4. Ausgabe" kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Wir freuen uns auf eure Kommentare und Eindrücke!

 

Nachhaltigkeit

Farming Accelerator Projekt - Äthiopien

Oktober 2021

Während derzeit die Klimakonferenz COP26 in Glasgow stattfindet und die enorme Bedeutung von Nachhaltigkeit als Grundlage all unseres Handelns verdeutlicht, freuen wir uns, euch von unseren Erfahrungen von unserer Reise nach Südäthiopien zu berichten, wo wir unser Farming Accelerator-Projekt besucht haben.

Dieses Projekt begann kurz vor den Covid-19-bedingten Lockdowns im März 2020 und läuft nun seit mehr als einem Jahr. Es. Trotz aller Einschränkungen im Zusammenhang mit der Pandemie konnten wir unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen mit der dringend benötigten Arbeit in diesem Teil Äthiopiens beginnen.
Das Prinzip des Projekts ist einfach und smart: Wir haben uns mit UN-ITC, Enveritas und COQUA zusammengetan, um die größten Herausforderungen in Hinblick auf Nachhaltigkeit anzugehen, mit denen die Kleinbauern in Südäthiopien konfrontiert sind. Wir haben sechs Kaffeeregionen in Yirgacheffe und Sidama ausgewählt, die für ihre hervorragende Qualität bekannt sind. Mithilfe von künstlicher Intelligenz, Satellitentechnologie und persönlichen Gesprächen kann Enveritas uns genaue und transparente Daten über die Situation der Bauern liefern. Auf der Grundlage dieser Informationen haben wir gemeinsam mit UN-ITC und COQUA eine Reihe von Schulungen entwickelt. Diese Schulungen decken zwei Hauptbereiche ab:

Nachhaltige Produktivitätssteigerung - die unter anderem Folgendes umfasst:

-> Bewährte landwirtschaftliche Praktiken
-> Konstante Produktqualität

Landwirtschaft als Familienunternehmung - mit Schulung in den Bereichen:

-> Finanzielle Grundkenntnisse (Buchhaltung und Buchführung)
-> Einkommensdiversifizierung und Unternehmensentwicklung

Alle Schulungen sind integrativ und richten sich an die gesamte Familie, die auf oder in der Nähe der Kaffeefarm lebt und arbeitet. Es ist das angestrebte Ziel alle Familienmitglieder gleichermaßen einzubeziehen.
Die Entwicklung der Schulungsmodule konnten recht schnell entwickelt werden. Es bleibt allerdings eine Herausforderung, diese dann auch umzusetzen. Wir haben hiertu mehrere Farmer-Trainer rekrutiert, junge enthusiastische Agrarfachleute aus den lokalen Dörfern, die in den dortigen Gemeinschaften gut vernetzt sind.  Sie werden von einem leitenden Agronomen und erfahrenen Trainer weiter ausgebildet und bekommen die Fachkenntnisse zu unseren Trainingsmodulen geschult. Das Projekt umfasst 60 Demonstrationsflächen (sog. Demo-Plots), auf denen die Kaffeefarmer dann geschult werden. Die Farmer-Trainer können dann hier die Methoden erklären, im Anschluss können dann die Farmer und ihre Familien selbst experimentieren. Jeder Farmer-Trainer schult eine Gruppe von Kaffee-Bauern. Dank dieser Methode erreichen wir 1.800 Farmer aus der Region mit unseren Trainings.

Auf allen Demo-Plots haben wir bereits Kompostieranlagen eingerichtet. Zahlreiche Farmer wenden diese neu erlernten Techniken bereits auf ihrem Land an. Sie haben auch gelernt, wie man eine Kaffeepflanze beschneidet und sie haben verstanden, wie wichtig es ist, junge und starke Pflanzen zu haben, um die Produktivität zu steigern. Die meisten Kleinbauern führen keine Aufzeichnungen über Einnahmen und Ausgaben und sind daher nicht in der Lage, die Ergebnisse ihrer Arbeit genau zu beurteilen. Um den Betrieb besser führen zu können, ist es jedoch entscheidend, die grundlegenden Zahlen der Einnahmen und Ausgaben zu verstehen. Deshalb schulen wir auch das. In der Regel sind es Frauen und die jüngere Generation, die die Bedeutung und die Auswirkungen dieser Übung am besten verstehen und dann auch umsetzen.
Sobald das Projekt läuft, ist es für alle Beteiligten - vom Bauern bis zum Röster - wichtig, Zugang zu diesen Kaffees zu haben. Durch den kontinuierlichen Bezug dieser projektbezogenen Kaffees wird ein systemischer Wandel eingeleitet.
Das ist es, was wir als "Sustainability-as-a- Service" (SaaS) definieren - mit einer kleinen Abwandlung des ursprünglichen Akronyms ;-). Kurz gesagt: Exzellente Kaffeequalität, die vom Baum bis zur Tasse nachhaltig produziert und bezogen wird.

Besuchte Regionen:
Wir begannen unsere Reise mit einem Flug von Addis Abeba nach Awasa. Von dort aus fuhren wir nach Süden in Richtung Dila. Von Dila aus fuhren wir zu den Kaffeefeldern in der Umgebung der kleinen Dörfer (Kebeles genannt) Nurakorate, Kumato, Adame, Gotiti und Chelchele. Wir besuchten 15 Demonstrationsflächen und Bauernhöfe in der Umgebung dieser Demonstrationsflächen. Während unserer Besuche vor Ort sprachen wir mit über 100 Bauern und befragten sie und die Ausbilder, um ihre Bedürfnisse besser zu verstehen und die Effizienz unseres Ausbildungsangebots zu überprüfen.

Prädikat:
Ein tolles und inspirierendes Projekt, das beweist, dass Nachhaltigkeit im Kaffeesektor funktioniert.

 

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